Falsche Geldanlage: Deutsche verschenken 550 Milliarden Euro

Trotz Minizinsen setzen viele Sparer ausschließlich auf das altehrwürdige Sparbuch. Angesichts der langsam in Fahrt kommenden Inflation ist das ungünstig, denn die angelegten Vermögen entwerten sich.

Eine neue Bankstudie hat jetzt ermittelt, wie viel Kapital durch niedrig verzinste Geldanlagen verloren geht. Danach hat jeder deutsche Haushalt von Ende 2010 bis heute bereits 1.300 Euro eingebüßt. Bundesweit gingen insgesamt 51 Milliarden Euro verloren.

Aufgrund der steigenden Teuerungsrate lag der Realzins bei verzinsten Geldanlagen im ersten Quartal 2017 bei minus 1,6 Prozent. Bleiben die Zinsen im Keller und halten die Deutschen weiterhin an niedrig verzinsten Geldanlagen fest, so verlieren sie in den kommenden 20 Jahren weitere 550 Milliarden Euro – so die Studie. Pro Haushalt entspricht dies einem Vermögensrückgang von 14.000 Euro!

Eine Besserung für Zinssparer ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht für Deutschland bis 2022 von einem Anstieg der Inflationsrate auf 2,4 Prozent aus. Gleichzeitig macht die Europäische Zentralbank (EZB) noch keine Anstalten, ihre Niedrigzinspolitik zu ändern.

Die Bankstudie geht deshalb von weiter sinkenden Realzinsen aus, im Extremfall sogar unter minus zwei Prozent.

Anlagestrategie muss sich ändern
Sparer sollten dringend umdenken. Wer Vermögensverluste minimieren möchte, muss neben Sparbuch, Tages- oder Festgeld auch renditestärkere Anlageformen in Anspruch nehmen.

Vor allem für die längerfristige Geldanlage empfehlen sich Fonds. Dass sich das lohnt, zeigt die Statistik des Fondsverbandes BVI. Danach erzielten deutsche Aktienfonds in den vergangenen fünf Jahren eine jährliche Durchschnittsrendite von 12,2 Prozent, auf Sicht von 15 Jahren sind es 7,5 Prozent.

Zahlreiche Fonds erreichten je nach Betrachtungszeitraum sogar höhere Renditen. Gute Ergebnisse mit 9,3 bzw. 5,3 Prozent lieferten auch global anlegende Aktienfonds.

Fondssparplan erhöht Renditechance
Besonders gute Renditechancen eröffnen Fondssparpläne. Durch gleichbleibende monatliche Einzahlungen erzielen Anleger günstige Einstiegskurse, denn bei niedrigen Kursen kaufen sie im Vergleich mehr Anteile als bei hohen Fondskursen.

Fondssparpläne sind flexibel, es gibt weder vertraglich fixierte Laufzeiten, noch festgezurrte Sparraten oder Kündigungsfristen. Anleger können jederzeit Anteile kaufen, verkaufen oder ihre Sparrate ändern.

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