Frankfurt zögert – China kühlt die Erwartungen ab

Bernstein Bank: Die Anleger an der deutschen Börse greifen wieder nicht zu: Dabei waren die US-Jobdaten vom Freitag halbwegs passabel ausgefallen – die Wall Street zog an. Doch die deutsche Konjunktur sendet neue Warnsignale aus. Und China spielt offenbar in Sachen Handelsdeal mit den USA auf Zeit.

 

Der DAX tritt auf der Stelle

Der DAX kommt einfach nicht voran: Zum Wochenstart hielt sich der Leitindex unverändert bei 12.012 Stellen. Auf dem Parkett hielt sich die Rezessionsangst: Die deutschen Industrieaufträge im August waren unerwartet deutlich gesunken. Die Bestellungen sind im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozent zurückgegangen, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte.

Dies war der zweite Rückgang in Folge und schon der fünfte Rücksetzer im laufenden Jahr.

Vor dem drohenden Handelsstreit mit den USA wegen der Subventionen für die Flugzeugindustrie ist das sicher kein gutes Omen.

 


 

China kühlt die Erwartungen ab

Auch in Sachen Zollstreit China-USA trübte sich die Stimmung ein. Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete, die Chancen für den von Washington gewünschten umfassenden Deal seien gesunken. So habe sich das Spektrum der Punkte, über die China verhandeln wolle, eingeengt. Konkret wolle Verhandlungsführer Liu He ab Donnerstag ein Angebot mitbringen, das aber nicht die Zusage für Reformen der chinesischen Industriepolitik oder staatliche Subventionen beinhaltet, hieß es unter Berufung auf ungenannte Quellen. Genau das sind aber Knackpunkte für Amerika.

Offenbar hat China Blut gewittert:
Wegen der Angst vor einer US-Rezession und angesichts des drohenden Impeachments gegen Trump könnte die Führung in Peking glauben, die Amerikaner würden jeden Deal eingehen, nur um einen Erfolg zu vermelden. Andererseits steht auch die chinesische Führung wegen der Schweinepest und den explodierenden Fleischpreisen unter Druck. Außerdem schwelt der Konflikt in Hongkong weiter. Erst am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump vor Journalisten gesagt, derzeit befänden sich beide Seiten in einer sehr wichtigen Phase.

Doch: „Wenn der Deal nicht 100 Prozent für uns funktioniert, machen wir ihn nicht.“

Damit haben wir also drei Möglichkeiten: entweder No Deal oder Trump knickt ein. Oder aber Peking gibt doch noch nach. Ersteres dürfte die Wall Street gen Süden schicken, Zweiteres für ein moderates Plus sorgen. Und der dritte Fall dürfte die New Yorker Börse kräftig nach oben schicken.

 

Asien zögert
Angesichts der jüngsten Entwicklung setzte der japanischen Nikkei-225 zum Wochenstart um 0,2 Prozent zurück auf 21.375 Punkte. In der Volksrepublik China blieben die Aktienmärkte wegen der „Goldenen Woche“ weiter geschlossen.

 


 

New York gewinnt wieder
Nach halbwegs positiven Jobdaten in den USA war die Wall Street am Freitag gestiegen. Die Arbeitslosenrate sank auf den niedrigsten Stand seit 50 Jahren. Die Lohnentwicklung war jedoch nicht so stark gestiegen wie erwartet. Der Dow Jones Industrial zog um 1,4 Prozent an auf 26.574 Punkte und schloss knapp unter seinem Tageshoch. Der marktbreite S&P 500 stieg ebenfalls 1,4 Prozent auf 2.952 Punkte. Und für den Nasdaq 100 ging es um 1,5 Prozent nach oben auf 7.754 Zähler.

 

Ein zweiter Impeachment-Zeuge
Derweil zauberte das Juristen-Team, das den ersten Whistleblower vertritt, einen zweiten Zeugen in Sachen Impeachment aus dem Hut. Seine Kanzlei vertrete mehrere Tippgeber, sagte Anwalt Andrew Bakaj, der einst sowohl für Hillary Clinton als auch für den Fraktionsführer der Demokraten im US-Senat , Chuck Schumer, gearbeitet hat; Bakaj soll außerdem für Joe Biden gespendet haben.

Während Nummer eins die angeblich skandalösen Aussagen Trumps in Sachen Ukraine nicht selbst gehört haben soll und in der Frage log, ob er vor der Anzeige mit den Demokraten im Repräsentantenhaus Kontakt hatte, soll der zweite Zeuge laut ABC News dies nicht getan haben.

Sieht so aus, als müssten die Demokraten ihre eher schwache Position unterfüttern. Warten wir es ab.

 

Das bringt der Tag
Der Montag bringt kaum interessante Daten, die Aktien, Anleihen und Devisen bewegen könnten.

Um 13.30 Uhr meldet sich die EZB-Bankenaufsicht zu Liquiditätsrisiken von Banken zu Wort.

Danach folgt um 15.45 Uhr der EZB-Wochenbericht zum Anleihekaufprogramm.

Um 19.00 Uhr deutscher Zeit tritt Fed-Chef Jerome Powell in Salt Lake City ans Mikrofon.

Und um 21.00 Uhr stehen die US-Konsumentenkredite im August an.

 


 

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