FXCM: Euro mit Potenzial zurück zur 1,30 – Dollar-Schwäche unbegründet

FXCM: Euro mit Potenzial zurück zur 1,30 – Dollar-Schwäche unbegründet
In der vergangenen Woche wurde die längst fällige Korrektur im Euro/Dollar-Kurs mit einem Kurssturz der Gemeinschaftswährung eingeleitet. Sie war damit das bestimmende Thema der Handelswoche. Nach dem Ende des Haushaltsstreits in den USA und der damit verbundenen Unsicherheit stellten die veröffentlichten Konjunkturdaten die Erwartungen der Finanzmärkte nun wieder auf ein solideres Fundament.

Manche Indikatoren überraschten positiv, zum Beispiel Frühindikatoren wie der ISM und der Chicagoer Einkaufsmanagerindex. Andere, mehr rückwärtsgewandte Indikatoren, zum Beispiel Einzelhandelsumsätze und Zahlen zum US- Häusermarkt, fielen negativer aus als erwartet, was auf eine Wachstumsschwäche in den Monaten September und Oktober hindeutet. Das allerdings waren keine Überraschungen für den Markt, eine solche Schwäche war antizipiert und in den Höchstständen von EUR/USD reflektiert worden.


Fundamentale Faktoren nun wieder entscheidend
Der Fokus richtet sich jetzt wieder auf die Eurozone und die Wachstumsdiskrepanz zur USA. Der amerikanische Arbeitsmarkt ist mit weniger als einem Prozentpunkt in den Zielbereich der von der Federal Reserve ausgegebenen 6,5-prozentigen Arbeitslosigkeit gerückt. Wir sehen in den USA eine im Vergleich zur Eurozone gesunde Inflation, die sich auch in Lohnzuwächsen (dieses Jahr bei knapp über zwei Prozent) niederschlägt. Zudem sinken die Energiepreise in den USA dramatisch – Fracking sei Dank -, was die US- Wirtschaft weltweit wettbewerbsfähiger macht.

In der Eurozone dagegen sehen wir Rekordtiefststände in der Darlehensvergabe der Banken an den privaten Sektor, eine praktisch nicht existente Kerninflation und Frühindikatoren wie die heutigen Einkaufsmanagerindizes – mit der Ausnahme Deutschlands -, die auf keine Besserung der Lage hindeuten.


Europäische Zentralbank wird reagieren müssen
Alle Augen sind in dieser Woche auf Frankfurt gerichtet, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Zinsentscheidung verkünden wird. Es wird zwar mit einer Beibehaltung des Leitzinses von 0,5 Prozent gerechnet, aber Andeutungen über weitere Lockerungsmaßnahmen sind das Mindeste, was man wohl von der EZB erwarten darf, Überraschungen sind dabei nicht ausgeschlossen. Die Inflationszahlen aus der Eurozone waren deutlich schlechter als erwartet und weit unter Ziel, so dass es mehr und mehr Fantasie im Markt zu Gunsten mehr Liquidität in der Eurozone gibt. Ein weiterer Kursverfall des Euro ist deshalb sehr wahrscheinlich, noch im laufenden Monat könnten schon wieder Kurse von 1,30 zum US-Dollar erreicht werden.

 

Von Torsten Gellert

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