FXCM: Mario Draghi hat es in der Hand – DAX fiebert der EZB-Sitzung entgegen

FXCM: Einen Tag vor der alles entscheidenden Sitzung der Europäischen Zentralbank sah es heute kurzzeitig nach etwas mehr Bewegung am Deutschen Aktienmarkt aus. Der Index fiel am Morgen erneut unter die Marke von 9.900 Punkten, erholte sich aber recht zügig wieder und klebt nun wieder an seinem Vortagesschluss. Alles allerdings, was vor der morgigen Zinsentscheidung um 13.45 Uhr passiert, sollte nicht überbewertet werden, morgen Nachmittag werden die Karten völlig neu gemischt.
 

Bei etwas genauerer Betrachtung schaut es danach aus, als sollte der heutige kleine Schwächeanfall diejenigen aus dem Markt kegeln, die sich lediglich für den Sprung über die 10.000er Marke positioniert hatten. Denn so einfach will man es diesen Anlegern dann wohl doch nicht machen, beim historischen Moment dabei zu sein. Wenn überhaupt, es bleibt dabei, wird es nur ein kurzes Intermezzo über den 10.000 Punkten geben. Und allein die EZB hat es in der Hand, ob der Sprung des DAX über die magische Marke gelingt oder nicht.
 

Zwar haben die Inflationsdaten der vergangenen Tage genug Gründe für eine aggressiv auftretende EZB morgen geliefert und den Weg für Maßnahmen über Zinssenkungen hinaus geebnet. Doch Mario Draghi ist immer für Überraschungen gut. Es ist auch eine ernstzunehmende Option, dass die EZB morgen neben einer Zinssenkung weitere Maßnahmen schuldig bleibt. Die Argumente, dass über kurz oder lang wieder mit einer anziehenden Inflation zu rechnen ist und dass die deflationären Entwicklungen in den südeuropäischen Krisenländern Auswirkungen der Haushalts-Reformen und Sparmaßnahmen und damit Zeichen in Richtung "da tut sich etwas" sind, reichen völlig aus, um nicht mehr als unbedingt nötig aktiv zu werden. Und dies wäre ganz klar eine Enttäuschung, die der DAX mit Kursabschlägen quittieren sollte.

Von Jens Klatt

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