Geldflut voraus – Kurs auf den Crash – Der nächst Big Short

Bernstein Bank: Alles wieder so harmonisch an der Börse: Die Zollverhandlungen zwischen China und den USA sollen im Oktober weiterlaufen. Eng damit verwandt: Die Federal Reserve, die chinesische Notenbank und auch die Europäische Zentralbank werden wohl die Geldpolitik weiter lockern, um eine Rezession abzuwenden. Genau dieses Vorgehen und der daraus resultierende Negativzins sind nach Meinung von Experten ein echter Anlass zur Sorge.

Grund genug, sich mit den im Hintergrund schlummernden Gefahren auseinander zu setzen.

 

Endspiel für das Papiergeld
Wehe, das wird böse enden: Die Entwertung des Geldes läuft weiter, glaubt der Chief Investment Officer von Blackrock, Rick Rieder. Denn im Kampf gegen die Deflation müssten die Zentralbanken die Zinsen immer weiter drücken. Als Grund für das Szenario des finanziellen „Endgame“ nannte der Experte jüngst auf seinem Blog langfristige, nicht aufzuhaltende Entwicklungen.

So habe die Inflation ihren Gipfel etwa im Jahr 1979 erreicht. Erstens sei seit dann der Baby Boom abgeebbt; zweitens sei danach das Wachstum der Beschäftigung von Frauen gesunken. Drittens habe Deng Xiaping mit seinen Reformen in China die Globalisierung eingeleitet.

Wir ergänzen:
China wurde zur Werkbank der Welt, auch der Eintritt von Indien und Russland in den Weltmarkt senkte die Preise vieler Güter kräftig. Und letztlich ist laut Rieder mit der iranischen Revolution die vom Ölpreis geschürte Teuerung verschwunden – zumal sich die OPEC zu einer vernünftigen Preispolitik verpflichtete.

Weiter hätten neue Technologien wie Internet und Smartphone zu mehr Preistransparenz geführt – ergo zu sinkenden Preisen, weil Verbraucher besser vergleichen können.

 


 

Keine Inflation, nirgends
Obwohl wichtige Zentralbanken im Kampf gegen die Deflation immer größere Waffen einsetzten, erschienen sie erfolglos bei ihrem Versuch, die Teuerung auf ein meist gewünschtes Level von 2 Prozent zu heben, fuhr der Blackrock-CIO fort. Mit den sinkenden Leitzinsen steige das Angebot von Bonds mit Negativzins; das Quantitative Easing habe sich von den Staatsanleihen auf Firmenkredite vorgearbeitet. Das Endgame sei die Geldentwertung, also ein „Debase“ – das Wachstum der Liquidität müsse den Zuwachs im globalen Bruttoinlandsprodukt übersteigen.

Die Abkehr von einer solch extremen Politik sei sehr schwierig, da die Versuchung der Fiskalpolitik zur Aufnahme neuer Schulden steige. Die Abwertungsspirale bei den Zinsen steigere zudem das Risiko für einen offenen Währungskrieg, kommentierte der Experte.

Die Gegenmaßnahme für Investoren:
Assets, die ihren inneren Wert behalten und die nicht gedruckt werden können. Ergo: Aktien, Immobilien und Commodities, etwa Gold. Die schlechteste Alternative: Staatsanleihen mit negativer Rendite und Cash, da beide theoretisch unendlich angeboten werden können.

 

Banker warnen vor Negativzins
Tatsächlich warnen inzwischen auch Top-Banker vor dem Negativzins. Dieser Schritt der EZB habe zu einer „absurden Situation“ geführt, in der Banken keine Einlagen mehr halten, tobte jüngst der Chef der Schweizer UBS, Sergio Ermotti. Diese Politik beschädige die Sozialsysteme und die Sparraten.

Auch Christian Sewing, Chef der Deutschen Bank, warnte, eine weitere Lockerung durch die EZB werde ernsthafte Nebenwirkungen hervorrufen. Auf lange Sicht ruinierten negative Zinsen das Finanzsystem, auch wenn ein neuer Zinsschritt die Refinanzierung für Staaten erleichtere, sagte er laut Bloomberg auf einer Veranstaltung des „Handelsblatt“.

Sewing warnte außerdem vor einer weiteren Spaltung der Gesellschaft, da Sparer bestraft würden – sie zahlten schon 160 Milliarden Euro für Negativzinsen – während die Aktienkurse stiegen. Die Zentralbanken hätten zudem kaum noch Werkzeuge in der Hand, um eine Krise der Realwirtschaft effektiv zu kontern.

 

Der nächst Big Short
Und selbst wenn die Geldflut die Aktienkurse anhebt – auch dieser Effekt birgt Gefahren in sich. Davor warnte zumindest Michael Burry – und der kann das mögliche kommende Desaster gut einschätzen, da er vor einer Dekade in der Finanzkrise schon einmal richtig lag. Burry ging durch das Buch „The Big Short“ in die Annalen ein. Jüngst meldete sich Burry ausgiebig bei „Bloomberg News“ zu Wort. Seine Thesen: Zentralbanken verzerren den Markt, passive Investments sorgen für die nächste Blase.

Die jüngste Geldflut in Richtung der Indexfonds weise Parallelen mit der Blase der Collateralized Debt Obligations vor 2008 auf. Indexfonds pumpten aktuell die Kurse von Aktien und Bonds auf, genau wie die Nachfrage nach CDO für einen Sog bei Subprime-Hypotheken vor einer Dekade gesorgt habe. Bei den CDO sei die Preisfindung im Markt nicht durch eine fundamentale Analyse der Sicherheiten erfolgt; sondern durch massive Kapitalflüsse, die auf von Nobelpreisträgern für gut befundene Risikobewertungsmethoden folgten, welche sich aber letztlich als falsch herausstellten.

 

“Das schmutzige Geheimnis von passiven Indexfonds (…) ist die Verteilung des täglich gehandelten Dollarwertes auf die Sicherheiten innerhalb des abgebildeten Indexes,“ urteilte Burry.

Und: Der Geldfluss werde sich irgendwann umkehren.

Wie bei allen Blasen gelte: „Je länger es dauert, desto übler wird der Crash“.

 


 

Hier finden Sie Schutz
Burry, der aktuell rund 340 Millionen Dollar bei Scion Asset Management im kalifornischen Cupertino verwaltet, hatte auch noch einen konkreten Rat für Anleger parat. Er ergänzte, er möge Small Caps – die seien bei passiv gemanagten Fonds nämlich unterrepräsentiert und damit unterbewertet. Beispielsweise gebe es in Japan viele unterbewertete kleine Firmen mit hohen Cash- oder Aktienpolstern.

Und noch ein konkreter Tipp:
In Japan seien gerade die großen Exchange Traded Funds besser als andere Fonds gegen eine globale Panik abgesichert, da die japanische Zentralbank besonders stark in großen ETF investiert sei.
Egal ob Sie CFD handeln oder online Aktien handeln – Sie sollten das Thema Geldentwertung durch die Zentralbanken unbedingt im Auge behalten.

Denn die Flut an „fiat money“ hat konkrete Folgen für Rohstoffe, Anleihen und Aktien, falls die Blase wirklich platzt.

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