Corona-Virus: Keine Gnade für die Börsen-Bullen

Bernstein Bank: Der Ausverkauf an den Aktienmärkten geht weiter. Die Wall Street taucht ab. Der DAX folgt. Und die US-Futures sind schon wieder tiefrot. Öl bleibt unter Verkaufsdruck. Dagegen sind Staatsanleihen und Gold gefragt.

 

DAX und US-Futures schwach – Gold steigt
Die Bären tobten auch am Freitag. Der DAX verbilligte sich zum Mittag um 4 Prozent auf 11.468 Zähler. Die US-Futures setzten um rund 3 Prozent zurück. Gefragt war Gold: Der Preis für das Edelmetall zog 0,8 Prozent an auf 1.687 Dollar. Dagegen gaben die Edelmetalle nach, die auch in der Industrie eingesetzt werden: Silber verlor 0,5 Prozent auf 17,41 Dollar je Feinunze. Platin verbilligte sich um 0,4 Prozent auf 871 Dollar.

 

Ansturm auf Bonds
Derweil setzte sich die Flucht in die sicheren Häfen auch an anderer Stelle fort: Sowohl Treasuries als auch deutsche Staatsanleihen waren gefragt. So rutschte die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe auf minus 0,714 Prozent – das Rekordtief vom September 2019 ist nicht mehr weit. In den USA markierten die Bonds zum zehnten Mal in elf Tagen ein Rekordtief. Der Yield sackte auf 0,769.

Zuletzt meldeten sich immer mehr Profis zu Wort, die der Fed nach dem Zinsschritt Panik attestierten. So äußerte sich beispielsweise „Bond King” Jeffrey Gundlach, der Chef von DoubleLine Capital auf CNBC.

Zwar sei der Zinsschritt gerechtfertigt, nur nicht die Art und Weise wie er lief.

Dann bekannte er sich noch zu Gold – der Preis werde noch viel stärker anziehen.

 


 

 

Nervosität in Asien
Auch die Anleger im asiatischen Aktienmarkt zeigten Nerven. So rutschte der CSI-300 in China um 1,6 Prozent auf 4.139 Zähler. Immerhin hatte sich der Index tags zuvor mit dem vierten Gewinntag in Folge seinem Januar-Hoch von 4223 Zählern angenähert.

Das Wochenfazit beim CSI: Rund 5 Prozent Plus. In Tokio verlor der Nikkei am Freitag 2,7 Prozent auf 20.750 Stellen. Die Wochenrendite liegt damit bei minus 1,9 Prozent.

 

New York im Tiefenrausch
Einen kräftigen Ausverkauf hatten die US-Bullen am Donnerstag hinnehmen müssen. Neben Covid-19 sorgte auch die US-Industrie für Verkaufsdruck: Sie verbuchte im Januar weniger Aufträge als erwartet.

Der Dow Jones rutschte um 3,6 Prozent auf 26.121 Zähler. Der S&P 500 verlor 3,4 Prozent auf 3.024 Stellen. Und der Nasdaq 100 knickte 3,1 Prozent ein auf 8.672 Punkte. Ist das jetzt schon eine finale

Kapitulation? Wohl kaum.

Eine Panik zeichnet sich in der Endstufe durch Verluste von bis zu 10 Prozent aus.

 

Warnung vor der globalen Rezession

Zumal der Welt eine heftige Baisse in der Realwirtschaft droht, die wohl noch immer nicht komplett in den Aktienkursen eingepreist ist. Denn bis dato kann sich niemand konkret die Folgen eines solch nie dagewesenen Events vorstellen. So warnte gerade Nigel Green, der Chef der deVere Group vor einer globalen Rezession. Die Risiken eines scharfen Abschwungs stiegen signifikant. Immerhin ergänzte er:

Die Wirtschaft werde sich irgendwann kräftig erholen, es sei sogar globales Wachstum möglich, sobald sich die Volkswirtschaften neu aufstellten und anpassten – vor allem, falls die Zentralbanken und Regierungen eingreifen würden. deVere ist einer der größten Investmentberater der Welt.

Bleibt anzumerken, dass US-Präsident Donald Trump heute wohl 8,3 Milliarden Dollar an Corona-Hilfen freigeben wird.

Und dass England offenbar an einem Notfall-Plan arbeitet und ferner Australien über ein neues Quantitative Easing nachdenkt.

 


 

 

Erdöl unter Druck
Die von Corona ausgelöste Schockstarre in der Weltwirtschaft setzte einmal mehr dem Ölpreis zu. Brent verlor rund 2,5 Prozent auf 48,76 Dollar, ein Fass WTI verbilligte sich um 2,2 Prozent auf 44,87 Dollar. Und das, obwohl die OPEC nun noch drastischere Förderkürzung vorgeschlagen hat, als ohnehin schon avisiert waren. Die Minister des Ölkartells schlugen am Donnerstagabend nach dem Treffen in Wien überraschend eine zusätzliche Drosselung um täglich 1,5 Millionen Barrel pro Tag bis Ende 2020 vor.

Leider hat dem Russland noch nicht zugestimmt.

Das Ungewöhnliche daran: Das sieht ganz nach einem Ultimatum an Moskau aus.

Normalerweise werden solche Schritte erst veröffentlicht, wenn alle zugestimmt haben, kommentierte Oilprice.com.

 

Das bringt der Tag
Der Terminkalender bringt zum Wochenschluss einige interessante Events.

In den USA läuft um 14.30 Uhr der Arbeitsmarktbericht für Februar ein.

Dito die Handelsbilanz im Januar.

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