Noch ein Schuss Billiggeld – Steigende Kurse in New York

Bernstein Bank: Die Europäische Zentralbank hat wie erhofft geliefert und die Geldpolitik weiter gelockert. Die Börsianer sind zufrieden und kaufen. Doch das nur verhalten: Denn vielleicht endet nach dem Abgang von Mario Draghi die Ära des Billiggeldes – in der Notenbank formiert sich offenbar Widerstand. Ansonsten warten die Anleger auf neue Konjunkturdaten aus den USA.

Und hoffen auf einen Zoll-Deal zwischen China und den USA.

 

Moderate Gewinne für den DAX
Es geht immer weiter voran am deutschen Aktienmarkt. Bis zum Freitagmittag kletterte der Leitindex um 0,2 Prozent auf 12.439 Zähler. Nicht schlecht: Seit dem Tief im August hat der DAX damit einen Gewinn von mehr als zehn Prozent hingelegt.

Kein Wunder, die EZB beschloss in ihrer gestrigen Sitzung unter anderem, den Strafzins für Bankeinlagen von 0,4 Prozent auf 0,5 Prozent anzuheben, dies erstmals seit 2016. Außerdem will die EZB vom 1. November an wieder Anleihekäufe im Umfang von monatlich 20 Milliarden Euro aufnehmen.

Somit wird also das Programm zum Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen reaktiviert, das Ende 2018 beendet worden war – es soll nun auf unbestimmte Zeit weiterlaufen. Die Schuldenstaaten bekommen somit wie Süchtige immer neuen Stoff.

Wie die gigantische Schuldenblase jemals abgebaut werden soll, bleibt ein Rätsel – mit erheblichen Crash-Gefahren für die Börse, falls irgendwann ein Staat den Default erklärt.

 


 

Widerstand gegen die Geldflut
Diese Einsicht arbeitet sich offenbar auch in der EZB voran. Nach Informationen des „Spiegel“ fiel die Mehrheit im Zentralbankrat diesmal so knapp aus wie nie zuvor, selbst wenn Draghi die Sache später ganz anders darstellte. Insidern zufolge stellte sich eine zweistellige Zahl des 25-köpfigen Gremiums gegen die neuen Schritte – neben der Bundesbank sogar die Franzosen; eine formelle Abstimmung habe aber nicht stattgefunden.

Wenn Sie CFD oder online Aktien handeln, müssen Sie mögliche innere Verwerfungen in der EZB stets im Auge behalten – dies hat Auswirkungen auf Aktien, Anleihen und Devisen. Vor allem, da nun Christine Lagarde ihren Dienst als EZB-Chefin antritt – und die hat sich in der Argentinien-Krise nach Meinung vieler Experten einen Ruf der Ahnungslosigkeit erarbeitet.

 

Zollstreit-Zugeständnis der USA?
Die Anleger in Übersee setzen derweil auf eine Einigung im Zollstreit zwischen China und den USA. Offenbar denkt US-Präsident Donald Trump auf Rat seiner Entourage über einen Übergangsdeal mit China nach. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mehrere Insider. Demnach könnten die USA neue Strafzölle auf chinesische Waren verschieben oder gar rückgängig machen, wenn China im Gegenzug zu Zugeständnissen bereit ist.

Trump bestätigte dies vor Reportern in Baltimore nicht eindeutig – er sagte, er favorisiere einen kompletten Deal; möglicherweise müsse man aber die leichten Punkte zuerst in einem Interim-Deal regeln – wobei es keine wirklich einfachen Streitfragen gebe.

Während die chinesischen Börsianer aufgrund eines Feiertages nicht reagieren konnten, zog der Nikkei um 1,1 Prozent an auf 21.988 Punkte – das ist der höchste Stand seit über vier Monaten.

 

Steigende Kurse in New York
Auch die Broker in New York setzten auf einen Zollstreit-Deal: Der Dow Jones Industrial kletterte den siebten Handelstag in Folge, sein Allzeithoch verpasste er um 100 Zähler. Nachdem Gewinnmitnahmen einsetzten, rettete der Dow ein Plus von 0,2 Prozent auf 27.182 Zähler. Der S&P 500 gewann zum Schluss 0,3 Prozent auf rund 3.010 Punkte und der Nasdaq 100 zog um 0,4 Prozent an auf 7.917 Stellen.

 


 

Das bringt der Tag
Der Terminkalender bringt einige interessante Events.

Zunächst steht um 14.30 Uhr der US-Einzelhandelsumsatz im August an, dito die Einfuhrpreise.

Um 16.00 Uhr folgen das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan im September und die Lagerbestände im Juli.

Vor allem der US-Konsum wird genau beobachtet, da der Binnenmarkt ein entscheidender Faktor für die Federal Reserve in Sachen Zinssenkung sein wird.

 

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