Shanghai-Composite vor starker Kursbewegung?

ETX Capital:

Nachdem der Shanghai-Composite-Index heute wieder eine Achterbahnfahrt hinlegte und teilweise über vier Prozent im Minus notierte, konnte sich der chinesische Leitindex dann doch wieder berappeln und ging mit einem kleinen Minus von 0,2 Prozent aus dem Handel.

Die Börse in China ist aufgrund von zwei aufeinander folgenden Feiertagen bis Montag geschlossen. Das könnte den chinesischen Anlegern die notwendige Zeit geben, um erst einmal durchzuschnaufen und nochmals die letzten Tage zu überdenken. Und auch die chinesische Regierung, die bislang mit verschiedenen Maßnahmen relativ erfolglos versuchte, den Ausverkauf von chinesischen Aktien aufzuhalten, könnte die Ruhetage nutzen, um neue Maßnahmen zur Stabilisierung der Aktienmärkte vorzubereiten.

 

Chinesischer Aktienmarkt muss sich normalisieren

Ein immer noch großes Problem ist, dass die chinesischen Anleger mit teilweise hohem Hebel in Aktien investiert waren. Hier könnte sich ein weiteres „Deleveraging“ abzeichnen, indem die Margin -Sätze vonseiten der chinesischen Broker weiter angehoben werden. Dieser notwendige, aber für Finanzmärkte immer sehr schmerzhafte Prozess des Deleveragings könnte gegen eine schnelle Erholung des Shanghai-Composite-Index sprechen, der aus charttechnischer Sicht mit Kursständen um ca. 3160 Punkten im Niemandsland notiert.

Das Chartbild des Index zeigt, dass erst Kurse oberhalb von 3500 Punkten das Chartbild wieder aufhellen könnten.

 

Technische Analyse Shanghai-Composite

Vonseiten der charttechnischen Analyse gibt es momentan also keinen schnellen Handlungsbedarf. Sollte der Kurs des Index erneut unter die vorläufigen Crash-Tiefs fallen, die bei ca. 2850 Punkten liegen, dann könnte dies zu einer dritten Abverkaufswelle führen. Ein erstes Kursziel nach einem Bruch der 2850 Punkte Marke könnte der Bereich um 2500 Punkte sein. Sollte der Index auf der anderen Seite den charttechnischen Widerstand bei 3500 nachhaltig überwinden können, dann bestände die Möglichkeit, dass die 200-Tage-Linie und vielleicht sogar die 100-Tage-Linie wieder zurückerobert werden.

 

Von Oliver Bossmann

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