Widerstand bei 10.000 – Horrender Anstieg der Arbeitslosigkeit in den USA

Bernstein Bank: Der DAX hat es Freitag knapp über die magische Marke geschafft. Zuletzt lauerte er wieder ein gutes Stück darunter. Bleibt die Frage, ob die Anleger vor dem Wochenende neue Risiken eingehen.

Verluste in Frankfurt
Am Freitagmittag war erst einmal eine Verschnaufpause an der deutschen Börse angesagt: Der DAX notierte 2,1 Prozent schwächer bei 9.791 Zählern. Gestern hatte der Leitindex die 10.000 zurückerobert und den Xetra-Handel bei 10.000,96 Punkten beendet. Der Goldpreis gab 0,7 Prozent nach auf 1.618 Dollar.

Die US-Futures setzten um rund 2 Prozent zurück. Das US-Repräsentantenhaus bemühte sich, seine Abgeordneten einzusammeln, um das gigantische Hilfspaket von rund 2 Billionen Dollar final zu verabschieden. Angesichts der einlaufenden Meldungen wurde einigen Brokern mulmig.

 

Corona kostet uns 1,5 Billionen Euro
So dürfte die Corona-Pandemie die Bundesrepublik Deutschland nach Einschätzung von David Folkerts-Landau, Chefsvolkswirt bei der Deutschen Bank bis zu 1,5 Billionen Euro kosten. Dem „Fokus“ sagte der Experte weiter, in diesem Jahr werde das deutsche BIP um rund 7 bis 8 Prozent sinken. Immerhin machte er den Anlegern Mut: „Aber ab dem vierten Quartal geht es wieder aufwärts, für 2021 rechnen wir mit einem spürbaren Plus beim Wirtschaftswachstum.”

Die EU konnte sich derweil nicht darauf einigen, mit welchen Finanzinstrumenten besonders schwer angeschlagene Staaten wie Italien oder Spanien geholfen werden soll.

 


 

USA meldet die meisten Infektionen

Weiter meldeten die USA inzwischen mehr bekannte Corona-Infektionen als jedes andere Land. Bis Freitagmorgen gab es knapp 86.000 bekannte Fälle, in China rund 81.800 und etwa 80.600 in Italien, wie die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore mitteilte. Weltweit gibt es nun mehr als eine halbe Million bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2.

Unterdessen verbreitete die G-20 Optimismus. Nach einer Tele-Konferenz teilte die Staatengruppe mit, dass insgesamt mehr als 5 Billionen Dollar in die Weltwirtschaft gepumpt würden.

 

Gewinne in Asien
Der CSI-300 in China legte am Morgen 0,3 Prozent zu auf 3.710 Stellen. In Tokio gewann der Nikkei 3,9 Prozent auf 19.389 Stellen.

 

New York erobert Boden zurück
Die Broker in den USA griffen gestern wieder beherzt zu. Die Indizes schlossen am Tageshoch. Der Dow Jones Industrial gewann 6,4 Prozent auf 22.552 Punkte. Seit dem Tief am Montag auf dem niedrigsten Stand seit November 2016 hat der Index wieder 4.000 Punkte gewonnen. In den vergangenen drei Tagen belief sich das Plus auf 21,3 Prozent, der beste Lauf seit 1931. Der S&P 500 legte gestern 6,2 Prozent zu auf 2.630 Zähler. Und der Nasdaq Composite gewann 5,6 Prozent auf 7.797 Stellen.

 

Wale auf der Jagd
Seit Tagen halten sich übrigens Spekulationen an der Wall Street, dass große „Wale“ unterwegs sind und sich mit Aktien eindecken. Also gigantische Pensions- und Staatsfonds. Dies, um die im Zuge des Ausverkaufs gesunkene Aktienquote am Gesamtvermögen bis zum Monatsende wieder aufzustocken, wie JPMorgan mitteilte.

Passend dazu der Hinweis, dass der norwegische Staatsfonds im Ausverkauf von seinen zuvor insgesamt 1,1 Billionen Dollar sagenhafte 124 Milliarden Dollar verloren hat. Der mit Petrodollars gefüllte Government Pension Fund Global gilt als das größte Investment-Vehikel seiner Art auf der Welt. Der scheidende Chef Yngve Slyngstad teilte mit, dass der Fonds seine Aktienquote im Portfolio von zuletzt 65,3 auf 70 Prozent erhöhen werde.

 

Horrender Anstieg der Arbeitslosigkeit in den USA
Interessanterweise setzt trotzdem der VIX nicht wirklich zurück. Der Panikindikator hält sich trotz all der Hilfsprogramme in den USA und in Europa bei 61 Punkten.

Kein Wunder, die  Zahlen vom amerikanischen Jobmarkt fielen düster aus: In der vergangenen Woche verzehnfachte sich die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe auf knapp 3,3 Millionen. Der bisherige Höchstwert lag bei 695.000 wöchentlichen Anträgen im Jahr 1982. Angesichts dieser Entwicklung meldete sich Fed-Chef Jerome Powell zu Wort. Im US-Fernsehen sagte er, dass sich die USA wohl bereits in einer Rezession befänden.

Zugleich schloss er weitere Notmaßnahmen im Kampf gegen die Folgen der Virus-Krise nicht aus.

 


 

Börsen-Legende warnt vor neuem Corona-Crash

Derweil warnte eine Investment-Legende vor einer heftigen Rückkehr der Krise an der Börse. Paul Tudor Jones, der seine größten Zeiten 1987 hatte, sagte CNBC, sein Flaggschiff-Fonds habe in den vergangenen zwei Monaten eine Rendite von 1,5 Prozent erzielt. Immerhin ist er damit dem großen Ausverkauf aus dem Weg gegangen. Jones sagte, er erwarte einen Peak im Ausbruch der Infektion Anfang April – und dann werde der Markt die Tiefs erneut testen. Der Mann weiß, wovon er redet: Der knapp 4 Milliarden Dollar schwere Fonds Tudor BVI Global hat laut Boerse.de seit seiner Auflegung durchschnittlich 26 Prozent pro Jahr hinzugewonnen. Das private Vermögen von PTJ wird auf knapp 4 Milliarden US-Dollar geschätzt – damit ist der Selfmade-Milliardär einer der 400 reichsten Menschen der Welt.

 

Das bringt der Tag
Der Terminkalender bringt zum Wochenschluss nur noch wenige interessante Events.

So stehen um 13.30 Uhr die Konsumausgaben in den USA für Februar an.

Um 15.00 Uhr läuft das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan ein.

Disclaimer

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. 80% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge