Wochenanalyse Dow Jones und S&P 500: Leitet der US-Arbeitsmarkt eine neue Aufwärtsbewegung ein?

RoboForex: Auch der DOW Jones setzte zu Beginn der vergangenen Handelswoche zunächst seinen Korrekturmodus fort und entfernte sich deutlicher von seiner kurzfristigen Abwärtstrendlinie. Das 23,6er-Retracement bot im weiteren Wochenverlauf allerdings Unterstützung und der DOW drehte von dort wieder nach oben. Dennoch verzeichnet der DOW Jones auf Wochensicht einen Verlust von knapp 110 Punkten und bleibt im relativen Vergleich hinter dem S&P 500 zurück. Zu den Gewinnern der im DOW gelisteten Aktien zählte in der vergangenen Handelswoche die Aktie von Merck. Hier spielen negative Nachrichten bei der Konkurrenz eine Hauptrolle.

 

Übergeordnete Marktsituation DOW Jones

Auch der DOW hat die wichtigsten Nachrichten und Ereignisse hinter sich. Die Berichtsaison, der Zinsentscheid des FED und die US-Arbeitsmarktdaten liegen nun hinter dem US-Aktienmarkt. Im Rahmen dieser drei Faktoren konnte der DOW unter anderem ein neues Allzeithoch bei rund 18.645 Punkten erreichen und dieses Kursniveau auch in den vergangenen Tagen halten. Der DOW legte zwischenzeitlich zwar eine Korrektur ein, beendete diese aber bereits am 23,6er-Retracement und in der Nähe der 20er-EMA. Die 50er-EMA wurde durch die Korrektur nicht getestet.

 

Chart

 

Starke US-Arbeitsmarktdaten mit 255.000 neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft im Juli waren hierfür der entscheidende Trigger. Die Konsensmeinung vor der Veröffentlichung ging lediglich von 180.000 neuen Stellen aus. Damit sind die Non-Farm-Payrolls bereits zum wiederholten Male stärker als zuvor kalkuliert. Damit gerät auch das FED hinsichtlich einer weiteren Zinsstraffung unter Druck. In Anbetracht der US-Präsidentschaftswahl im November eine schwierige Situation für Janet Yellen und Co. Zunächst gehen alle Beteiligten aber in die Sommerpause und mit dem August steht einer der ruhigsten Börsenmonate des Jahres an.

 

Wie sich die Aktienmärkte in dieser Phase verhalten, ist bislang noch nicht ersichtlich. Neue Allzeithochs sind genauso möglich wie eine ausgedehntere Korrektur. Anleger werden dabei in der kommenden Woche neue Erkenntnisse erlangen können, wenn man sieht wie der DOW mit dem Allzeithoch bei 18.645 Punkten umgeht. Fakt ist zu Beginn der kommende Woche wird man nicht viel verpassen und dementsprechend sollte man auch mehr sondieren als agieren.

 

 

Ausblick für den DOW Jones:

Im Stundenchart wird deutlich, dass dem DOW Jones noch einige Widerstände im Weg stehen. Die Widerstände ergeben sich aus verschiedenen Hochpunkten in der vorangegangenen Korrekturbewegung. Das der DOW Jones im ruhigen August und ohne nennenswerte Impulse von der geldpolitischen und wirtschaftlichen Seite diese Widerstände direkt aus dem Weg räumt erscheint unwahrscheinlich. Stattdessen sollten Anleger von einem Pullback auf die Abwärtstrendlinie ausgehen. Hierbei würde sich auch ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis bei Longpositionierungen ergeben. Unterhalb der alten Unterstützung bei 18.380 Punkten dürfte der DOW Jones wieder in den Korrekturmodus schalten und einen neuen Anlauf für eine ausgedehnte Korrektur starten. Das Retest-Szenario im August würde dabei an Wahrscheinlichkeit gewinnen.

 

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Gewinner und Verlierer der letzten Handelswoche:

Zu den Gewinnern der Handelswoche zählte abermals die Aktie von Apple. Hier wirken sich nach wie vor die Quartalszahlen aus. Hinzu kommt, dass der Release des neuen iPhones immer näher rückt und hier nach wie vor das Prinzip Hoffnung eine wichtige Rolle spielt. Zu den absoluten Wochengewinnern gehörte ebenso die Merck-Aktie. Für die Aktie ging es am Freitag um gute 6,9 Prozent nach oben und profitierte von einem negativen Testergebnis bei einem der umsatzstärksten Krebsmedikamente des Rivalen Bristol-Myers Squibb. Die Aktie von Bristol Myers verlor im selben Zuge 17 Prozent. Ebenfalls zu den Gewinnern konnten sich die Aktie von Microsoft und JP Morgan Chase zählen. Beide Aktien legten um gute 3,5 Prozent auf Wochensicht zu.

 

Verlierer der Woche war die Aktie von Pfizer Inc. mit einem Wochenverlust von knapp 4 Prozent. Trotz guter Quartalszahlen und einem Ergebnis über den Konsenserwartungen der Analysten gab die Aktie nach. Hier ist zweifelhaft ob die Aktie von den guten Geschäftszahlen profitieren kann, da bereits viele Anleger die Aktie übergewichtet hätten. Ein weiterer Verlierer war die Aktie von Verizon. Hier stand zum Wochenschluss ein Verlust von über 3 Prozent zu buche. Der US-Telekommunikationskonzern verstärkt sich mit einem milliardenschweren Zukauf im Bereich Vernetzung von Fahrzeugen. Damit befindet sich Verizon weiter auf Einkaufstour. Bereits in der Vorwoche wurde die Übernahme des Kerngeschäfts von Yahoo für 4,8 Milliarden US-Dollar angekündigt.

 

S&P 500 Analyse – Druck auf das FED erhöht sich erneut!

Der S&P 500 tut sich nach wie vor schwer mit einem neuen Allzeithoch. Zwar schloss der sog. Weltleitindex fast auf identischem Kursniveau wie zum Wochenbeginn, dabei sorgte aber insbesondere der positive US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Im Wochenverlauf vollzog der S&P 500 zunächst einen Shortausbruch aus der seitwärts gerichteten Korrektur. Dieser wurde allerdings durch die dynamische Aufwärtsbewegung am Freitag erfolgreich gecovered und stellte sich somit als Fehlausbruch heraus. Offen ist allerdings, wie die US-Aktienmärkte mit den Arbeitsmarktdaten in der kommenden Woche umgehen.

 

Übergeordnete Marktsituation S&P500

Dabei gibt es für die kommende Handelswoche aus technischer Sicht zwei Szenarien für den Kursverlauf. Auf der einen Seite könnten Anleger die am Freitag aufgekommene Dynamik nutzen und weitere Anschlusskäufe tätigen. Hierfür müsste allerdings bei Händlern weiter Einigkeit darüber herrschen, dass ein robuster Arbeitsmarkt und eine wachsende US-Wirtschaft eine drohende Zinsanhebung überflügelt. Alternativ könnten Anleger übers Wochenende zu der Erkenntnis kommen, dass ein robuster US-Arbeitsmarkt dazu führt, dass das FED zeitnah zum Handeln gezwungen ist und eine Zinsstraffung unter Umständen schon im September umsetzt. Dies hat der Markt nach dem Leitzinsentscheid der US-Notenbank fast gänzlich ausgepreist. Sollte sich diese Erkenntnis tatsächlich erst zu Wochenbeginn einstellen und Anleger den robusten US-Arbeitsmarkt mit einem anderen Blickwinkel betrachten lassen, könnte der S&P 500 erneut in den Korrekturmodus schalten und sich von seinem Allzeithoch distanzieren.

 

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Starke US-Arbeitsmarktdaten sind grundsätzlich ein zweischneidiges Schwert. Zum einen deuten positive Daten auf eine robuste Wirtschaft hin. Für den Aktienmarkt ist das natürlich positiv, da schlussendlich nur eine gesunde Wirtschaft und eine gute Konjunkturlage zu Gewinnen bei den Unternehmen führt. Auf der anderen Seite müsste das FED die geldpolitischen Stimuli zurückfahren und die Leitzinsen kontinuierlich anheben. Zinserhöhungen wirken grundsätzlich negativ auf den US-Aktienmarkt. Am Freitag hat sich der Markt für die erste Variante entschieden. Wie lange diese Auffassung allerdings Bestand hat kann keiner wissen. Anleger tun aber gut daran, die Erwartungen und Konsequenzen positiver Non-Farm-Payrolls auf dem Zettel zu haben.

 

 

Ausblick für den S&P500:

Im mittelfristigen Zeithorizont (dem H4-Chart) lässt sich erkennen, dass der S&P 500 die Seitwärtsrange zu Wochenbeginn zunächst bearish durchbrochen hat und damit eine vorzeitige Topbildung vollzogen hatte. Die Unterstützung bei 2.145 Punkten sorgte im Anschluss allerdings für Stabilisierung und wieder anziehende Notierungen beim S&P 500. Insbesondere in Erwartung positiver US-Arbeitsmarktdaten kämpfte sich der Weltleitindex wieder in die zuvor verlassene Seitwärtsrange zurück und deklarierte den Shortausbruch schlussendlich als Fehlausbruch.

 

Chart

 

Am Freitag brachte der über den Erwartungen liegende US-Arbeitsmarkt erneut bullishe Impulse mit sich. Der S&P 500 stieg in der Folge von 2.166 Punkten auf über 2.180 Punkte an und nahm damit das bisherige Allzeithoch bei 2.183 Punkten wieder ins Visier. Analysten hatten für den US-Arbeitsmarkt mit 180.000 neugeschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft kalkuliert. Tatsächlich konnten im Juli 255.000 neue Stellen geschaffen werden. Sollte der S&P 500 das bisherige Allzeithoch bei 2.183 Punkten zu Wochenbeginn dynamisch und nachhaltig überwinden, sind weitere Anschlusskäufe möglich. Andernfalls müssten Anleger einen erneuten Rücksetzer einkalkulieren. In Anbetracht der hohen Bewertungen am US-Aktienmarkt scheint dies nicht unwahrscheinlich.

 

 

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