Zertifikate-Trends: Auf „Zukunftstechnologien“ setzen

Frankfurter Wertpapierbörse: Hohe Nervosität und extreme Schwankungen an den Börsen sorgen für viel Umsatz im Zertifikate-Handel. „Nicht nur die Volatilität hat durch Corona zugelegt, sondern auch die Ordervolumen – und zwar deutlich“, berichtet Simon Görich von der Baader Bank.

Besonders Index-Zertifikate würden viel gehandelt. „Allerdings kommen immer öfter auch Produkte auf Zukunftstechnologien in die Spitzengruppe.“ Markus Königer von der ICF Bank meldet ebenfalls hohe Umsätze und ein auffällig hohes Interesse an Tech-Werten, aber auch an Kryptowährungen.

Einig über die weitere Richtung sind sich Anleger nicht: „Die Marktteilnehmer sind unterschiedlicher Meinungen darüber, ob die Korrektur weitergeht oder sich eine Trendumkehr abzeichnet“, stellt Kemal Bagci von der BNP Paribas fest.

 

Vom Fortschritt profitieren
Als Basiswerte haben laut Königer Wirecard, Tesla und Apple die Nase vorn, aber auch – als Folge der Corona-Krise – Lufthansa. Viel Umsatz gebe es etwa in Call-Optionsscheinen auf Apple, den Chipanlagenbauer Aixtron oder den Chiphersteller AMD, in Optionsscheinen auf Tesla und in bullishen Knock-out-Scheinen auf Wirecard oder den Batteriehersteller Varta. Auch Microsoft und STMicroelectronics seien für Anleger Thema.

Görich sieht Unternehmen wie Tesla, den kanadischen Brennstoffzellenhersteller Ballard Power, den US-Chipanlagenausrüster Lam Research, Wirecard, Varta oder Netflix im Mittelpunkt des Interesses. Viel um gehe zum Beispiel in einem Call-Optionsschein auf Lam Research.

Außerdem bewegt der Kursabsturz der Lufthansa die Gemüter. „Nach dem Einbruch stiegen am Dienstag jedoch wieder vermehrt Käufer ein und sorgten für einen Kursanstieg von fast neun Prozent“, stellt Bagci fest. Auch Zertifikate-Anleger rechnen offenbar mit einer Erholung, sie kaufen bullishe Knock-Out-Scheine.

 


 

Kryptowährungen: Nicht mehr nur Bitcoin
Der Bitcoin-Preis ist zuletzt wieder gefallen, Kryptowährungen finden aber weiter viel Beachtung. Der Bitcoin-Tracker von Vontobel steht bei der ICF Bank weiter auf Platz eins der umsatzstärksten Einzelprodukte, diesmal gefolgt von einem Partizipationszertifikat auf die Kryptowährung Ether. Sehr gesucht ist Königer zufolge auch das Vontobel-Partizipationszertifikat auf ein Portfolio aus mehreren Kryptowährungen.

 

„Sehr hohe Umsätze auf Long- und Short-Produkte“
Beliebtester Basiswert bleibt aber der DAX. „Sowohl Long- als auch Short-Produkte sehen hohe Umsätze“, meldet Bagci. Daneben spekulieren Anleger viel auf den Dow Jones, den Nasdaq und den Euro Stoxx, wie Königer beobachtet. Er nennt als Beispiele bullishe Knock-out-Zertifikate auf den Dow Jonesoder den Nasdaq, deren Knock-out-Schwelle aber schon erreicht ist, aber auch bearishe Knock-Outs auf den Dow Jones.

 

Goldoptimisten und Ölpessimisten
Auch bei den Rohstoffen ist viel los: Der Goldpreis hatte Ende Januar mit 1.688,60 US-Dollar je Feinunze den höchsten Stand seit 2013 erreicht. „In Gold-Zertifikaten gehen Anleger fast nur long“, bemerkt Königer. Gekauft werden zum Beispiel bullishe Knock-Out-Scheine.

Deutlich verbilligt hat sich hingegen Öl, der Brent-Preis ist in diesem Jahr von 68 auf 51 US-Dollar je Barrel gefallen. „Die Folgen des Coronavirus schlagen sich nieder“, erklärt Bagci. Mit bearishen Knock-Outs setzen Anleger auf weiter fallende Preise.

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