Zum Abschuss freigegeben

Bernstein BankWie wird wohl die Wirtschaftspolitik unter einem neuen Präsidenten Joe Biden aussehen? Vermutlich verheißt sie nichts Gutes für den Dollar. Denn neue Stimuli, ein Corona-Lockdown und staatliche Ausgabenprogramme dürften den Greenback versenken.

Und auch für den Aktienmarkt könnte es ab Januar wegen Steuererhöhungen und einer Neubewertung des Marktes in rezessiven Zeiten übel aussehen.

 

Die Blue Wave blieb aus

Noch klammern sich die Optimisten an die Tatsache, dass die Demokraten keinen Durchmarsch hinlegten. Im Gegenteil, im House of Representatives mussten sie Verluste hinnehmen, wenn sie auch wohl die Mehrheit behalten. Immerhin halten die Republikaner noch den Senat.

Somit kann das Parlament wegen seiner Budgethoheit eine unsinnige Wirtschaftspolitik stoppen.

Noch.

 


 

Drohende blaue Mehrheit im Senat

In Georgia wird im Januar eine Nachwahl für beide Senatoren-Sitze notwendig. Und wegen der Pandemie dürfte diese wieder verstärkt über die Briefwahl laufen.

Die Demokraten könnten nun wieder tricksen und alle fleißigen Helfer für das illegale Ballot Harvesting im südlichen Bundesstaat einsetzen. Soll heißen: Jeder bekommt Ballots zugesandt – egal ob verstorben oder verzogen. Und Partei-Aktivisten sammeln die Stimmzettel dann ein und machen das Kreuz an der richtigen Stelle.

Auch sind diese fleißigen Helfer gerne bei Senioren unterwegs, das ist doch Ehrensache in einer Demokratie. Das nennen Bürgerrechtler, die vor Wahlbetrug warnen, dann Granny Harvesting.

Soll heißen: Stimmen-Ernte bei den Großmüttern.

 

Bahn frei für neue Steuern und höhere Ausgaben

Kurz: Wenn die Dems zwei Sitze im Senat gewinnen, steht es dort 50:50 – und dann entscheidet die mögliche neue Vizepräsidentin Kamala Harris die Abstimmungen.

Somit könnte ab Januar der Weg frei sein für 1) Steuererhöhungen, 2) den Green New Deal, 3) ein Infrastrukturprogramm, 4) neue Stimuli im Zuge eines neuen Corona-Lockdowns. Anders ausgedrückt: Dann brechen alle Dämme in Sachen Deficit Spending und die Börse taucht ab wegen neuer Steuern und einer Rezession.

Genau davor warnte jüngst The Manhattan Institute for Policy Research. Der Thinktank urteilte, Biden werde die USA wegen seiner Sozialpolitik, den Plänen im Gesundheitssektor, in der Klimapolitik und bei der Infrastruktur in eine Schuldenkrise stürzen.

Autor Brian Riedl vom Manhattan Institute sagte im Gespräch mit dem „Daily Caller“, Biden gefährde langfristig die US-Wirtschaft, denn er plane “$4 trillion in new taxes, which is the biggest tax increase since the end of World War II, as well as $11 trillion in new spending, certainly more regulation, a higher minimum wage. All of that is going to weaken the economy.”

 

Neue Steuern für Konzerne und Privatleute

Riedl ergänzte, Biden habe noch nicht erklärt wie das finanziert werden soll – außer durch höhere Steuern für Konzerne. Weiter könnten aber die Steuern für die Mittelklasse mal locker verdoppelt werden.

Wir meinen: Biden und seine Genossen dürften die Wirtschaft, die unter Donald Trump bis zur Corona-Krise geboomt hatte, komplett abwürgen. Zumal Linksradikale wie Bernie Sanders und Elisabeth Warren auf mehr Staat und weniger Wirtschaft drängen dürften.

Wenig rosige Aussichten also für die Börse und den Dollar. Und das vor der Wahrscheinlichkeit eines kompletten Corona-Lockdowns.

 

Hoffen auf Luftgeld

Nun gibt es Analysten, die das alles für unproblematisch halten, da die Federal Reserve schon eingreifen werde. Zudem wartet die Börse ja auch fieberhaft auf einen neuen Corona-Stimulus.

In einem Anfall von Ehrlichkeit bezeichnete beispielsweise Nick Panigirtzoglou von JPMorgan selbst eine wirtschaftliche Katastrophe als prima für den Markt: „Although it has had a negative impact in the short term, the reemergence of lockdowns and resultant growth weakness could bolster the above equity upside over the medium to longer term via inducing more QE and thus more liquidity creation.“ Egal, was passiert – es werde mehr Liquidität für die Börse geben.

 

Schlag gegen den Dollar

Doch klar ist, dass dies für den Dollar einige Probleme mit sich bringen würde. Das Blog „ValueWalk“ ließ schon vor der Wahl Nassim Taleb zu Wort kommen, der als Warner vor dem schwarzen Schwan Weltruhm erlangte. So habe Covid-19 unter anderem die Risiken für verschuldete Volkswirtschaften und Zombie-Firmen aufgezeigt. Stimuli würden den Greenback langfristig in die Knie zwingen.

Und Investor Jesse Felder wies in seinem Blog TheFelderReport.com, darauf hin, dass für einige Investoren nicht nur das Billiggeld der Notenbank und staatliches Luftgeld aus der Modern Monetary Theory zählen. Sondern durchaus Fundamentaldaten.

So verwies Felder auf die simple Investment-Regel von Warren Buffett, wonach die Marktbewertung im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt die beste Bewertungskennziffer überhaupt sei: „The chart shows the market value of all publicly traded securities as a percentage of the country’s business – that is, as a percentage of GNP. The ratio has certain limitations in telling you what you need to know. Still, it is probably the best single measure of where valuations stand at any given moment.” Warren Buffett, 10. Dezember 2001.

 


 

Drohende Neubewertung des Marktes

Genau jetzt springen die Alarmsirenen an. Denn die Gesamtmarktkapitalisierung im Vergleich zur amerikanischen Wirtschaftsleistung ist so hoch wie nie zuvor. Und damit schließt sich der Kreis zur Politik.

Denn den USA droht ein Giftcocktail, der die Wirtschaft in die Knie zwingt: 1) voraussichtlich wird „Sleepy Joe“ in einem heftigen Lockdown das Land an den Rand der Rezession bringen, 2) wird er neue, teure Staatsprogramme auflegen, 3) werden Unternehmen und Anleger mit neuen Steuern beglückt. Was sie zum einen zu Aktienverkäufen verleiten dürfte, um noch die niedrige Trump-Steuer mitzunehmen.

Unternehmen werden weniger Jobs schaffen – was die Wirtschaft abwürgt. Soll heißen: Die Neubewertung des Marktes nach unten erscheint sicher.

 

Volksrepublik Amerika

Zumal es noch einige große politische Faktoren gibt: Vermutlich werden die Dems Washington D.C. und Puerto Rico zu Bundesstaaten erklären, da diese stramm links wählen. Das wären dann vier weitere blaue Stimmen im Senat.

Ferner könnte das Wahlmänner-Gremium abgeschafft werden und der Präsident künftig über den Anteil der Stimmen im ganzen Land gewählt werden – womit dann alleine New York und Kalifornien die Politik bestimmen und das konservative Mainland nichts mehr zu sagen hat. Zudem wird Biden wohl den Supreme Court um sechs neue Richter aufstocken. Was für alle Zeiten eine linke Politik zementiert.

All dies hätte Folgen für die Börse – Amerikas Wirtschaft wäre am Ende, das Land würde sich in etwa in Berlin Neukölln verwandeln.

Die Folgen kennen wir: Viel Sozialsystem, viel Kriminalität, wenig Wirtschaft, nichts funktioniert.

Was kümmern schon die Ersparnisse der Menschen auf dem Konto und in Investmentfonds – der Wohlstand der Bürger, Dollar und Aktien sind zum Abschuss freigegeben.

Wir behalten die Angelegenheit für Sie im Auge und melden, ob sich dieses für Dollar und Wall Street bearishe Szenario bewahrheitet.

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