Gold und Silber: Gewinnmitnahmen nach Allzeithochs
Edelmetalle waren auch im Oktober das klar beherrschende Thema an den Rohstoffmärkten. Zunächst stiegen Gold und Silber auf neue Rekordhöhen, bevor es in der zweiten Monatshälfte zu Gewinnmitnahmen kam. Der Goldpreis kletterte im Hoch auf 4.381 US-Dollar je Feinunze, aktuell sind es noch knapp unter 4.000 Dollar. Silber markierte sein neues Allzeithoch bei 54,47 Dollar und notiert jetzt um 49 Dollar.
Die Zuflüsse in physisch besicherte Gold- und Silber-ETCs sind in diesem Umfeld unter dem Strich erneut deutlich gestiegen, wie Zahlen von WisdomTree belegen. „Edelmetalle dominierten auch in den vergangenen Wochen die Rohstoffströme“, erklärt Mobeen Tahir. „Die Diversifizierung der Zentralbanken weg vom US-Dollar und die Rückkehr positiver Zuflüsse in börsengehandelte Produkte verstärkten ein robustes, aber maßvolles Investitionsumfeld.“
Veränderte Einflussfaktoren für den Goldpreis
Die Rohstoffanalystin spricht gleichzeitig eine Warnung aus: Die Tatsache, dass Gold nicht unter staatlicher oder zentralbanklicher Kontrolle fällt und somit auch keinem Ausfallrisiko untersteht, bedeute nicht, dass Gold damit vollkommen risikofrei sei. „Im Falle eines Absturzes gäbe es so auch keine staatliche Instanz, die einspringen würde, um den Preis zu stabilisieren“.
Dies sei vor allem deshalb zu bedenken, da die Goldrallye ihrer Ansicht nach zunehmend als übertrieben erachtet werden kann. Mit Blick auf die anhaltende Unsicherheit rund um die US-Politik sowie das (noch) nicht absehbare Ende des Ukraine-Krieges geht die Expertin dennoch nicht davon aus, dass sich die aktuelle Korrektur noch lange fortsetzt.
Gold Chart
Charttechnische Unterstützungen in Reichweite
Die Strategen von Wellenreiter Invest betonen in einer aktuellen Analyse, dass die 50-Tage-Linien eine wichtige charttechnische Unterstützung bilden. Bei Gold verläuft dieser gleitende Durchschnitt aktuell bei rund 3.820 Dollar, bei Silber sind es 44,60 Dollar.
Als wichtigen Indikator bezeichnen die Redakteure den Philadelphia Gold and Silver Index („XAU“), der die Entwicklung von Aktien internationaler Gold- und Silberproduzenten abbildet. Der hat seinen 50-Tage-Durchschnitt bereits erreicht.
„Der Index wird den Marktteilnehmern zeigen, inwieweit Kraft für eine Wiederaufnahme des Anstiegs bei den Edelmetallen vorhanden ist. Üblicherweise sollte es zunächst wieder nach oben gehen“.
Gold und Silber werden gekauft – auch mit Hebel
Im ETC-Handel der Börse Frankfurt dreht sich ebenfalls alles um Edelmetalle. „Wir haben im Oktober zum größten Teil Käufe gesehen. In den vergangenen Tagen gab es aber auch wieder einige Verkäufe infolge von Rücksetzern bei den Rohstoffkursen“, erklärt Ivo Orlemann von der ICF Bank.
Gesucht sind vor allem der Invesco Physical Gold (IE00B579F325), der WisdomTree Core Physical Gold (JE00BN2CJ301) und der WisdomTree Physical Silver (JE00B1VS3333). Viele Anlegerinnen und Anleger greifen auch zu gehebelten Produkten wie dem WisdomTree Gold 3x Daily Leveraged (IE00B8HGT870)
Weitere Hebelpapiere bieten die Emittenten strukturierter Wertpapiere an. David Hartmann von Vontobel berichtet hier ebenfalls von einem großen Interesse an Gold- und Silber-Scheinen. Dabei überwiegen eindeutig die Long-Produkte, die mehrheitlich gekauft werden.
Die am meisten gehandelten Produkte der Emittentin sind zwei relativ stark gehebelte Open-End Turbo-Optionsscheine auf Gold (DE000VH4SN47 und DE000VH38Y12) sowie ein klassischer Call auf Silber (DE000VH4Q8J7).
Silber Chart
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