Währungshüter diskutieren bevorstehenden EZB-Zinsentscheidung

Angesichts der weiterhin angespannten Lage im Nahen Osten rückt der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am 30. April verstärkt in den Fokus der Finanzmärkte. Laut EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel hält sich die Notenbank alle Optionen für den Zinsentscheid offen. Die für den Öl- ⁠und Gastransport per Schiff wichtige Straße von Hormus sei die Achillesferse der Weltwirtschaft, sagte der Präsident der Deutschen Bundesbank in einem Interview.

Nun gelte es, die weitere Entwicklung an diesem Nadelöhr für den Energietransport abzuwarten: „Zwei Wochen können eine Menge neue Informationen bringen, und das wird mit ins Kalkül gezogen“, sagte Nagel. Die Währungshüter seien nicht auf einen Zinspfad festgelegt. Man müsse flexibel bleiben. „Und das ​gibt uns etwas Handlungsspielraum“, fügte er hinzu.

Unterdessen betonte das estländische EZB-Ratsmitglied Madis Müller, dass die Notenbank Ende des Monats womöglich noch nicht über ausreichende Daten verfüge, um die Notwendigkeit einer Zinserhöhung beurteilen zu können. Die Sitzung im Juni werde hierfür bereits mehr Informationen liefern, ⁠hob der estnische Notenbankchef hervor.

 

Fed-Notenbanker sieht aktuell keine Zinssenkungen

Auch in den USA wird über die Zinsentwicklung vor dem Hintergrund des Iran-Krieges diskutiert. Nach Einschätzung des US-Notenbankers Alberto Musalem dürften in diesem Jahr keine Zinssenkungen der Zentralbank Federal Reserve (Fed) mehr anstehen. Schuld daran seien die hohen Ölpreise, sagte der Präsident des Fed-Bezirks St. Louis der ⁠Nachrichtenagentur Reuters.

Er rechne damit, dass die Energiekosten auf die Kerninflationsrate durchschlagen würden. Diese dürfte zum Jahresende knapp unter oder bei etwa 3 Prozent ausfallen, wobei sogar Risiken für einen noch höheren Wert bestünden. Den ‌Leitzins, der aktuell in einer Spanne ‌von 3,50 bis 3,75 Prozent liegt, könnte die Fed „für einige Zeit“ beibehalten, erklärte Musalem weiter.

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