EZB hält Zinsen trotz Ölpreisschock und Inflation stabil
Die Leitzinsen im Euroraum bleiben trotz Ölpreisschock und steigender Inflation infolge des Iran-Kriegs vorerst unverändert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins bei 2,0 Prozent, wie die Notenbank am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Damit tastet die EZB zum siebten Mal in Folge die Zinsen im Euroraum nicht an.
Volkswirte erwarten jedoch, dass die Zentralbank im Jahresverlauf die Zinsen anheben wird, wenn ihr mehr Daten vorliegen, um die Kriegsfolgen zu beurteilen. „Je länger der Krieg anhält und je länger die Energiepreise auf hohem Niveau bleiben, desto stärker wird sich dies voraussichtlich auf die allgemeine Inflation und die Wirtschaft auswirken“, erklärten die Euro-Währungshüter.
„Jetzt ist es Aufgabe der EZB, die Inflationserwartungen von Unternehmen und privaten Haushalten nahe der Marke von zwei Prozent zu halten und wieder Ruhe in den Markt zu bringen“, so Herkenhoff weiter.
Auch Bank of England und Fed wagen keinen Zinsschritt
Die britische Notenbank Bank of England (BoE) hat ihren Leitzins ebenfalls wie erwartet stabil gehalten. Wie die Bank am Donnerstag mitteilte, liegt er weiterhin bei 3,75 Prozent. Bereits in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hatte sich die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) für die dritte Zinspause im laufenden Jahr entschieden. Elf der zwölf Mitglieder des Zentralbankrates stimmten für die Beibehaltung des Zinses bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Lediglich der Berater von US-Präsident Donald Trump, Stephen Miran, votierte wie bei den vorherigen Sitzungen für eine Senkung.
Der Zinsentscheid rückte allerdings angesichts einer Überraschung von Noch-Fed-Chef Jerome Powell in den Hintergrund: Dieser will auch nach dem planmäßigen Ende seiner Amtszeit Mitte Mai im Vorstand der Fed bleiben.
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