Trump verärgert über Fed-Zinsentscheid

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat die Leitzinsen bei der ersten Zinsentscheidung unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh unverändert gelassen. Wie die Fed am Mittwochabend mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) mitteilte, bleibt der US-Leitzins unverändert und liegt weiter bei einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Angesichts der erhöhten Inflationsrate stimmte der Zentralbankrat den Angaben nach geschlossen für eine erneute Zinspause.

US-Präsident Donald Trump hatte die unabhängige Notenbank wiederholt erfolglos zu deutlichen Zinssenkungen gedrängt. Nach seinen Vorstellungen sollte sich dies mit der Ernennung von Warsh als Fed-Chef ändern. Nun von Journalisten darauf angesprochen, dass die Geldpolitik womöglich im weiteren Jahresverlauf eher gestrafft statt wie von ihm gefordert gelockert werden dürfte, sagte Trump: „Es ist kaum zu glauben. Das zieht das Land einfach nur runter, und es ist so, es ist so ungewöhnlich.“

 

Diskussion um mögliche Zinserhöhung

Hinsichtlich der weiteren Zinsentwicklung hatten gestern 9 der 18 befragten Fed-Mitglieder mindestens eine Erhöhung um einen Schritt (25 Basispunkte) in Aussicht gestellt. Unter diesen können sich sechs eine noch weitreichendere Straffung vorstellen. Acht weitere Mitglieder rechnen unterdessen mit einer Zinspause für 2026. Nur ein einziges Mitglied erwartet eine Senkung der Zinsen.

Warsh selbst betonte, er halte nichts von den Prognosen. Grundsätzlich erwäge er, „neue Datenquellen“ aus dem Privatsektor heranzuziehen, da die bisherigen „aus altmodischen Umfragemethoden“ stammen.

Aus Sicht von Thomas Gitzel, Chefökonom bei der VP Bank, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung wahrscheinlicher geworden, „allerdings ist diese auch nicht in Stein gemeißelt“. Grundsätzlich sieht das der Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner ähnlich, betonte allerdings: „Wir halten einen solchen Schritt weiter für unwahrscheinlich.“

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