Aktie im Fokus: Commerzbank – Turnaround-Kandidat aus dem DAX

LYNX Broker: Die Commerzbank AG ist nach eigenen Angaben eine führende, international agierende Geschäftsbank. Der Konzern bietet Privat- und Firmenkunden mit Standorten in rund 50 Ländern ein umfassendes Portfolio an Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten. Über die Commerzbank werden rund 30 Prozent des deutschen Außenhandels abgewickelt.

Der Konzern hat seinen Sitz in Frankfurt und wird von CEO Martin Zielke geleitet.

Trotz hoher Filialdichte und vielen Privatkunden müssen Stellen wegfallen
Die Commerzbank kann im Heimatmarkt Deutschland mit etwa 1.000 Filialen auf eines der dichtesten Filialnetze verweisen. Der Konzern betreut über 18 Millionen Privat- und Unternehmerkunden und obendrein über 60.000 Firmenkunden. Multinationale Konzerne, Finanzdienstleister und weitere institutionelle Kunden nutzen das Angebot und die Expertise der Commerzbank AG.

Dennoch muss sich der Konzern weiter gesundschrumpfen und versucht dies bisher mit der Strategie „Commerzbank 4.0“, massivem Stellenabbau bis 2020 oder über Verkäufe ganzer Konzernsparten. Trotz alledem wird die „Baustelle Commerzbank“ nicht fertig.

Verkauf der EMC-Sparte
Aktuell könnte besonders im Kontext des Brexits die Derivate-Sparte EMC, in der unter anderem das ETF- und das Zertifikate-Geschäft gebündelt sind, wichtig werden. Der Bieterkreis für diesen Geschäftsbereich grenzt sich mittlerweile auf drei Banken ein.

Finanzkreisen zufolge sollen Barclays, Goldman Sachs und die Société Générale interessiert sein. Der Verkaufserlös wird zumindest in dreistelliger Millionenhöhe zu avisieren sein.

Details zur Aktie
Die Commerzbank-Aktie ist eine Inhaberaktie. Sie ist via Xetra, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, München, Stuttgart, sowie London , Zürich und via ADR-Programm auch in den USA handelbar. Die Aktie ist unter anderem im DAX und Stoxx-600-Banks-Index-Mitglied. Insgesamt sind rund 1,252 Mrd. Aktien ausstehend.

Der größte Aktionär ist mit einem Anteil von 15,00 Prozent die Bundesrepublik Deutschland via FMS (SoFFin). Auf den weiteren Plätzen folgen mit 5,24 Prozent BlackRock und mit 5,01 Prozent Cerberus. Der Markt bewertet den Konzern derzeit mit 16,68 Mrd. USD. Die Aktie kosteten in den letzten 52 Wochen 13,82 EUR im Hoch und 6,965 EUR im Tief.

In den letzten fünf Jahren erzielte sie eine Performance von rund 10 Prozent und ist damit im Vergleich zum DAX, der mit rund 70 Prozent im Vergleichszeitraum zulegte, ganz klar ein Underperformer.

Aktuelle Analysen
Die Analysten von Barclays, Bankhaus Lampe, Bankhaus Metzler, Citigroup, Deutsche Bank, DZ Bank, Equinet, Exane BNP, Goldman Sachs, HSBC, Independent Research, JPMorgan, Kepler Cheuvreux, LBBW, Macquarie, Mainfirst, Morgan Stanley, NordLB, Oddo Seydler, RBC Capital, S&P Global, UBS und Warburg Research haben seit Mai 2017 Studien zur Aktie gefertigt.

Von den 23 Analysen liegt das tiefste Kursziel bei 6,00 EUR (Barclays vom 28.06.2017) und das höchste bei 16,00 EUR (Morgan Stanley vom 19. 01.2018). Das Durchschnittskursziel liegt bei 11,09 EUR. Legt man allein die sieben Analysen von 2018 zugrunde, läge das Durchschnittskursziel bei 11,89 Euro. Die Aktie ging zum Zeitpunkt dieser Analyse mit einem Schlusskurs von 13,315 EUR aus dem Xetra-Handel.

Fundamentaldaten 2016
Bei der Commerzbank AG wird jeweils zum 31.12. nach IFRS in Euro (EUR) bilanziert. Der Konzern wies für 2016 einen Zinsüberschuss in Höhe von 5,077 Mrd. EUR, einen Provisionsüberschuss von 3,212 Mrd. EUR, ein Handelsergebnis von 320 Mio. EUR, sowie ein Ergebnis aus Finanzanlagen von 344 Mio. EUR aus.

Demgegenüber standen unter anderem Verwaltungsaufwendungen in Höhe von 7,1 Mrd. EUR. Das operative Ergebnis wurde mit 1,399 Mrd. EUR und das Ergebnis vor Steuern mit 643 Mio. EUR angegeben. Das Konzernergebnis wurde in Höhe von 279 Mio. EUR festgestellt.

Das Ergebnis je Aktie betrug 0,22 EUR. Eine Dividende wurde nicht ausgezahlt. Der Konzern wies liquide Mittel in Höhe von 34,802 Mrd. EUR, ein wirtschaftliches Eigenkapital in Höhe von 29,640 Mrd. EUR, Gesamtverbindlichkeiten in Höhe von 450,810 Mrd. sowie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 66,948 Mrd. EUR aus.

Das gezeichnete Kapital wurde mit 1,252 Mrd. EUR angegeben. Insgesamt ergab sich daraus die Bilanzsumme in Höhe von 480,450 Mrd. EUR. Die Eigenkapitalquote lag bei 16,9 Prozent, die Kernkapitalquote bei 13,9 Prozent. Das Unternehmen wies im Geschäftsbericht eine Mitarbeiterzahl von 49.941 aus, davon 37.546 im Inland.

Bilanzprognosen für 2018 und 2019
Eine Reihe von Analysten haben mit dem Stand vom 29.01.2018 ihre Konsensschätzungen für die Jahre 2018, 2019 und 2020 abgegeben. So geht man für 2018 von einem operativen Ergebnis von 1,429 Mrd. EUR aus, für 2019 liegt die Prognose bei 1,924 Mrd. EUR und für 2020 bei 2,479 Mrd. EUR.

Das Ergebnis vor Steuern soll 2018 1,402 Mrd. EUR betragen, 2019 1,918 Mrd. EUR und 2020 2,479 Mrd. EUR. Der Konzernüberschuss läge gemäß den Prognosen 2018 bei 922 Mio. EUR, 2019 bei 1,292 Mrd. EUR und 2020 bei 1,704 Mrd. EUR.

Die nächsten Berichte, Termine und Ausblick
Am 08.02.2018 findet die Bilanzpressekonferenz mit der Vorlage der Geschäftszahlen 2017 statt, am 26.03. wird der Jahresfinanzbericht 2017 veröffentlicht und am 08.05.2018 lädt die Commerzbank zur Hauptversammlung.

Die Commerzbankführung äußerte sich am 18.01.2018 zu ihren bis dato geltenden Prognosen für das Geschäftsjahr 2017 und zur Risikovorsorge. So veranschlagte man die Risikovorsorge weiterhin bei rund 800 Mio. EUR. Die Konsensschätzungen gehen von Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 807 Mio. EUR aus.

Ungewiss könnten die Auswirkungen um den in einen Bilanzskandal verwickelten südafrikanischen Möbelhändler Steinhoff sein. Für die Commerzbank könnte dabei ein dreistelliger Millionenbetrag auf dem Spiel stehen. 2017 könnte den Konsensschätzungen zufolge das operative Ergebnis bei 1,244 Mrd. EUR liegen, das Ergebnis vor Steuern bei 437 Mio. EUR und ein Konzernüberschuss von 127 Mio. EUR sollte möglich sein.

Langfristige Chartanalyse der Commerzbank Aktie
Die Aktie der Commerzbank AG bewegte sich in den vergangenen fünf Handelsjahren ohne einen nennenswerten Trendvorteil zwischen den Marken 14,00 Euro und 5,50 Euro hin und her und zeigte zwischenzeitlich interessante Trends auf der Aufwärts- wie auch Abwärtsseite.

Lediglich von Januar 2014 bis April 2015 konnte sich der Wert nur schwer für eine ausnutzbare Richtung entscheiden, was zu einer engen Seitwärtsrange zwischen den Marken 14,00 Euro und 10,50 Euro führte. Seit Oktober 2016 befindet sich der Wert erneut in einem sauberen Aufwärtstrend, der im Bereich von rund 5,50 Euro startete und sein aktuelles Bewegungshoch nur knapp unter der 14-Euro-Marke fand.

Commerzbank Aktie Chart 05.02.2018

Der aktuelle Schlusskurs der letzten Handelswoche lag etwas über der Marke von 13,00 Euro und damit auch nur knapp unter dem aktuellen Bewegungshoch.

Kurse oberhalb der eingezeichneten Trendlinie und oberhalb der Unterstützung von 12,25 Euro könnten somit in den kommenden Handelswochen dafür sorgen, dass der aktuelle Aufwärtstrend fortgesetzt wird.

Das Erreichen neuer Hochs über der Marke von 14,50 Euro wäre generell denkbar und auch das Erreichen des nächsten Widerstands ist nicht auszuschließen. Sollte der Wert jedoch dauerhaft unter die Marke von 12,50 Euro sinken, wäre eine etwas stärkere Konsolidierung, die den Bereich von 10,50 Euro anlaufen könnte, ebenfalls denkbar.

 

Weitere Meldungen:
“Land unter” bei den Aktienmärkten?
DAX: Kurze, technische Gegenbewegung möglich
DAX im Sinkflug

Disclaimer

CFD sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 60.5% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge