Aktie im Fokus: ThyssenKrupp – Schafft die Aktie den Ausbruch?

Die ThyssenKrupp Aktie wurde von vielen Anlegern seit dem Beginn der Euro-Krise in 2011 gemieden. Seitdem stagnierte der Wert zunächst auf einem Hoch bei 36 Euro bis zu dem Tief bei 11,40 Euro je Aktie. Es gibt mehrere Gründe für das Desinteresse der Anleger in diesem Zeitraum. Vor allem aber das Vordringen in die roten Zahlen hat der Aktie zugesetzt. In 2011 sank das Betriebsergebnis auf null, in 2012 betrug das Minus bereits 4,24 Mrd. Euro. Auch der Cash-Flow rutschte 2012 erstmals in den negativen Bereich. Erst 2013 ließ sich so langsam eine Trendumkehr bei den Zahlen erkennen. Das macht ebenso deutlich, dass die Thyssen Krupp Aktie ein krasser Zykliker ist, denn der Aktienkurs folgt im Großen und Ganzen nicht nur dem unternehmensinternen Zahlenwerk, sondern auch konjunkturbedingten Entwicklungen.


Ein erster Ausbruch wäre positiv
Zu schaffen macht dem Unternehmen immer noch die Stahlsparte. Die Branche befindet sich in einer Konsolidierungsphase und eine Übernahmespekulation, würde der Aktie gut tun. Gespräche scheinen sich diesbezüglich zuletzt zu intensivieren, weshalb auch das ein stützender Faktor für die aktuelle Stabilität sein könnte. Aber auch ein allgemein erwarteter schwacher Euro bzw. starker US-Dollar unterstützen die übrigen Sparten der ThyssenKrupp AG.

Technisch betrachtet, wird es daher gerade interessant. Denn der Kurs befindet sich nahe einer relevanten Preiszone. Diese liegt in einem Bereich zwischen 19,70-20,20 Euro je Aktie. Seit 2012 diente diese Preiszone als Impuls für die Fortsetzung einer Bewegung. So beispielsweise in 2012. Damals leitete der Durchbruch dieser Zone die zweite Absturzphase ein. In 2014 konnte der Kurs zweimal die besagte Preiszone nach oben hin überwinden. Beide Male schloss sich eine dynamische Aufwärtsbewegung an, wenn auch nur beim zweiten Mal nachhaltig.

Auch wenn der Kurs nun in der nächsten Zeit diese Preiszone nimmt, so heißt das natürlich nicht das die Nachhaltigkeit gegeben ist. Das nächste Ziel das übertroffen werden sollte, befindet sich in einem Preisbereich zwischen 22,00-22,80 Euro je Aktie. Dennoch wäre dieser Schritt ein erster in die richtige Richtung und die Aktie es deshalb wert, sie zumindest auf die Beobachtungsliste zu setzen.

Prognose
Weil ThyssenKrupp in 2016 bisher, fundamental gesehen, eher bescheiden performt hat, dürfte die Nachhaltigkeit eines Ausbruchs jedoch begrenzt bleiben, sofern die aktuellen Impulse, wie schwacher Euro und Übernahmegespräche, sich nicht weiter intensivieren. Die Umsätze sind zuletzt (Q1 2016) um 5 % eingebrochen. Auch das EBIT und der Nettogewinn stagnierten. Daraus folgte eine Gewinnwarnung. Dass die Aktie trotzdem weiterhin stabil bleibt, macht nur die Abhängigkeit von den beiden genannten Faktoren sichtbar.

 

Chart: ThyssenKrupp AG (täglich)

 

 

Hinweis der Redaktion:

 

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