Alpari: Fed-Politik lässt Renditejagd wieder aufleben; RBA sieht Aussie deutlich tiefer

Alpari:

  • Im Vorfeld des heute beginnenden Fed-Treffens zeigten sich die Finanzmärkte wenig dynamisch und konsolidieren in den USA wie auch in Europa. Es wird mit keiner Veränderung der Geldpolitik gerechnet und auch der Umstand, dass keine Pressekonferenz nach der Leitzinsentscheidung einberufen wird, deutet darauf hin. Letztendlich wird die US-Notenbank weitaus länger im Anleihenmarkt aktiv sein und auf absehbare Zeit der größte Nachfrager bleiben. Dementsprechend sind die Renditen auf 10-jährige Staatsanleihen von zuvor fast 3% wieder in den Bereich von 2,5% gefallen. Investoren stehen erneut vor einem Renditeproblem und schwenken wie zu Beginn des Jahres auf Dividendenpapiere um. Die in den letzten Monaten geschmähten US-Gesundheits- und Konsumgüter-ETF´s haben in den vergangenen vier Wochen überdurchschnittliche Zuwächse  von +4,38%  und +4,35% verzeichnet. Stellvertretend ist der XLP-Konsumgüter-ETF aus einer großen Rechteckkonsolidierung nach oben ausgebrochen und hat ein neues Kaufsignal generiert (siehe Chart des Tages).

Chart des Tages: XLP Konsumgüter-ETF bricht aus Rechteck nach oben aus

 

Chart courtesy of StockCharts.com; http://stockcharts.com

Devisen & Edelmetalle: RBA sieht Aussie deutlich tiefer

 

  • EUR/USD: Wenig Bewegung war im EUR/USD feststellbar. Ein erneuter Anlauf über die 1,38 Marke in Richtung 1,3833 Widerstand scheiterte. Damit setzt sich die Konsolidierung der vergangenen Tage fort und das Währungspaar kann an der Horizontalunterstützung bei 1,3775 Halt finden. Von Seiten der trendfolgenden Indikatoren MACD und Aaron ist der Aufwärtstrend weiterhin intakt. Lediglich bei den Oszillatoren CCI und RSI sind Überhitzungserscheinungen feststellbar, wobei der CCI eine negative Divergenz ausgebildet hat.  Der Stochastik hat sogar ein neues Verkaufssignal ausgelöst.  Auf der Oberseite liegen die nächsten Widerstände bei 1,3833 und 1,3864. Direkte Unterstützungen sind bei 1,3775 und 1,3711 vorzufinden. Grundsätzlich ist der Ausbruch aus der großen Dreiecksformation (ausgehend vom Novembertief 2012 und dem Jahreshoch von Februar 2013) immer noch intakt. Daraus lässt sich ein kalkulatorisches Kurspotenzial bis in den Bereich von 1,4450 ableiten. Bullish.
  • USD/JPY:  Zentrale japanische Wirtschaftsindikatoren verbesserten sich im September. Wie erwartet fiel die Arbeitslosenquote auf 4% und auch die Haushaltsausgaben stiegen vergangenen Monat um +3,7%. Einige Marktkommentatoren führen die geplante Anhebung der Mehrwertsteuer an, die einen Vorzieheffekt auslösen könnte. Das Währungspaar fällt wieder leicht auf 97,53 USD/JPY zurück. Die Verengung der Handelsspanne geht weiter und die Ausschläge laufen zusehends spitz in multiple Dreiecksformationen hinein (ausgehend vom Maihoch/Junitief oder Julihoch/Augusttief). Nimmt man das Junitief als Ausgangspunkt, so hat USD/JPY die untere Begrenzung gestern erfolgreich getestet und an der Horizontalunterstützung bei 97,00 eine Stabilisierung erfahren. Erst ein Ausbruch aus den Dreiecksbegrenzungen würde eine neue Trendbewegung rechtfertigen. Haltezonen liegen bei 97,30  und 97,00. Auf der Oberseite sind Widerstände bei 97,85 und 98,09 vorhanden. Die technischen Indikatoren sind gemischt zu interpretieren. Während Aaron und MACD nach wie vor bearish ausgerichtet sind, hat der Stochastik in seiner unteren Extremzone ein neues Kaufsignal ausgelöst. Neutral.
  • EUR/GBP: Das Währungspaar setzt aktuell seinen Aufwärtsimpuls fort und kann bis auf 0,8560 anziehen. Sollte der 0,8540 Widerstand  auf Tagesschlusskursbasis  überwunden werden, dürfte das Kursziel aus der Bodenformation bei 0,8580 das nächste Ziel sein.  Die technischen Indikatoren sind weitestgehend konstruktiv zu werten und unterstützen die Bewegung. Die Trendfolger MACD und Aroon sind beide bullish ausgerichtet. Auch die leicht negativen Vorgaben der Oszillatoren können sich in diesem Umfeld wieder neutral gestalten. Auf der Oberseite sind die nächsten signifikanten Widerstände bei 0,8560 und 0,8571 vorzufinden. Auf der Unterseite liegen Unterstützungen im Bereich von 0,8523 und 0,8500. Bullish.
  • AUD/USD: RBA-Governeur Stevens hat in einer gestrigen Rede auf die Abwärtsrisiken im Aussie hingewiesen. Die RBA sieht in Zukunft einen deutlich niedrigeren AUD-Kurs aufgrund von einer zukünftig schwächeren Handelsbilanz. Nachdem der Aussie im letzten Monat wieder erstarken konnte, ist dies als verbale Intervention zu interpretieren. Nachdem der Aussie gestern bereits zur Schwäche neigte, folgen aktuell Abgaben von -0,20% auf 0,9518. Damit wurde der mittelfristige Aufwärtstrend seit Anfang September verletzt. Man sollte jetzt zumindest eine Konsolidierung einplanen. Auf der Oberseite sind die nächsten Widerstände bei 0,9527 und 0,9573 vorzufinden. Auch die trendfolgenden Indikatoren heben die Abwärtsrisiken hervor. Der MACD hat ein neues Ausstiegssignal generiert und der Aroon schwächt sich ab. Der Stochastik ist ebenfalls bearish ausgerichtet. Nächste Unterstützungszonen liegen bei 0,9500 und 0,9488. Neutral.
  • Gold: Mitte Oktober konnte Gold ein Intradaytief bei $1.250 markieren, wovon aus eine Gegenbewegung einsetzte und den Abwärtstrend seit Ende August nach oben durchbrach. Damit besteht nicht nur die Chance auf ein zweites höheres Tief nach dem Junitief, sondern die Vollendung einer inversen SKS-Formation. Dabei müßte die runde Marke von $1.400 nachhaltig überwunden werden sowie als Bestätigung der wichtige Horizontalwiderstand bei $1.433 herausgenommen werden. Erst mit Überwindung dieses Widerstands, wäre eine weitere Erholungsbewegung möglich. Auf der Oberseite sind zunächst Anlaufpunkte bei  $1.350 und $1.359 vorhanden. Gestern und auch heute Morgen sieht es so aus, als ob Gold an den oben genannten Widerstandsmarken zunächst scheitert  und in eine Konsolidierung übergeht (aktuell $1.346). Unterstützungen liegen bei $1.347 sowie $1.343. Von Seiten der Trendfolger MACD und Aroon bekommt die Aufwärtsbewegung Rückenwind. Beide gestalten sich positiv. Die Überwindung der runden Marke von $1.400 wäre ein erstes signifikantes Zeichen einer Trendwende. Eine Umstellung auf bullish erfolgt bei Herausnahme des $1.433 Horizontalwiderstands. Neutral.
Wichtige Wirtschaftstermine
Uhrzeit
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Indikator
Aktuell Prognose Zuletzt
10:30 Großbritannien BoE Hypotheken-genehmigungen 65.000 62.226
13:30 USA Erzeugerpreise September m/m 0,20% 0,30%
13:30 USA Einzelhandelsumsatz September m/m 0,30% 0,20%
14:00 USA Case Shiller Hauspreisindex August y/y 12,40% 12,40%
15:00 USA Verbrauchervertrauen Conference Board Oktober 76,00 79,70

Weitere Analysen von Jörg Rohmann finden Sie im Alpari Newsroom.

 

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Chart courtesy of StockCharts.com; http://stockcharts.com
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