Alpari: QE – Die neue Standardpolitik; EZB-Nowotny für neue Liquiditätsmaßnahmen

Alpari:

  • Wie erwartet hat die US-Notenbank keine Änderung an den Wertpapierankäufen im Umfang von $85 Mrd.  vorgenommen. In der Pressemitteilung wird auf ein moderates Wirtschaftswachstum und einen etwas abschwächenden Hausmarkt hingewiesen. Zur Überraschung wurde aber kein Hinweis auf den jüngsten "Government Shutdown" gegeben, was die Marktteilnehmer positiv werteten und zu einem "Sell on the News" verleiten lies. Mit Blick auf den Dow Jones Index könnte sich an der oberen Formationsbegrenzung der vergangenen Monate zunächst eine Konsolidierung einstellen (siehe Chart des Tages). Die generell positive Saisonalität bis Januar dürfte noch einmal einen Schub nach oben auslösen. Im Rahmen gemischter US-Wirtschaftsdaten und einer Abschwächung des wichtigen US-Hausmarkts sowie der immer noch politisch angespannten Lage über den Haushalt sowie der Schuldenobergrenze (diese Thematik ist nur in das nächste Jahr verschoben), ist eine Reduzierung des QE-Programms im März 2014 sehr fraglich. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die neue Fed-Chefin Janet Yellen eine Anhängerin der Phillips-Kurve ist sowie Verbesserungen im Arbeitsmarkt an der Lohnentwicklung festmacht. Auch Ben Bernanke hat in der Vergangenheit immer wieder auf die strukturellen Probleme im Arbeitsmarkt hingewiesen, die in der offiziellen Arbeitslosenquote nicht zum Ausdruck kommen. Bis hier eine deutliche Erholung einsetzt dürften noch Jahre vergehen. Das QE-Programm könnte von einer Sondermaßnahme zur Standardpolitik mutieren. Ein Ausstieg im nächsten Jahr ist keine ausgemachte Sache.

Chart des Tages: Dow Jones Index an oberer Konsolidierungsbegrenzung

Chart courtesy of StockCharts.com; http://stockcharts.com


Devisen & Edelmetalle: EZB-Nowotny für neue Liquiditätsmaßnahmen

  • EUR/USD: Der Euro kam im Anschluss der etwas positiver ausgefallenen Fed-Pressemitteilung unter Druck und auch die Aussagen von EZB-Mitglied Ewald Nowotny, dass die EZB weitere Liquiditätsmaßnahmen plane, hat zu Gewinnmitnahmen im Währungspaar geführt. Aktuell handelt EUR/USD etwas über 1,37. Der übergeordnete Aufwärtstrend seit Juli diesen Jahres ist immer noch intakt, aber eine Konsolidierung wird immer wahrscheinlicher. Die nächsten Unterstützungen liegen bei 1,3700 und 1,3689. Dies macht sich auch in den Indikatoren bemerkbar. Der MACD hat ein neues Verkaufssignal  Der MACD ausgelöst und der Aroon ist neutral zu bewerten. CCI und Stochastik sind ebenfalls bearish positioniert, so dass etwas Vorsicht geboten ist.  Auf der Oberseite liegen die nächsten Widerstände bei 1,3738 und 1,3775. Grundsätzlich ist der Ausbruch aus der großen Dreiecksformation (ausgehend vom Novembertief 2012 und dem Jahreshoch von Februar 2013) immer noch intakt. Daraus lässt sich ein kalkulatorisches Kurspotenzial bis in den Bereich von 1,4450 ableiten. eine Umstellung aus neutral erfolgt bei Unterschreitung der Marke von 1,3650. Bullish.
  • USD/JPY:  Gestern konnte das Währungspaar das vierte Mal in Folge zulegen und auf 98,51 schließen. Heute Morgen fällt USD/JPY wieder an die unmittelbare Unterstützung bei 98,25 zurück. Damit ergibt sich charttechnisch fast keine Änderung. Grundsätzlich befindet sich USD/JPY weiterhin in einer sich verengenden Handelsspanne, die in multiple Dreiecksformationen hineinläuft (ausgehend vom Maihoch/Junitief oder Julihoch/Augusttief). Nimmt man das Junitief als Ausgangspunkt, so hat USD/JPY die untere Begrenzung erfolgreich getestet und an der Horizontalunterstützung bei 97,00 den aktuellen Aufwärtsimpuls gestartet. Aber erst ein Ausbruch aus den Dreiecksbegrenzungen würde eine neue Trendbewegung rechtfertigen. Haltezonen liegen bei 98,25 und 98,09. Auf der Oberseite sind direkte Widerstände bei 98,48 und 98,51 vorhanden. Die technischen Indikatoren haben sich verbessert. Der MACD hat ein neues Kaufsignal ausgelöst und der Stochastik ist ebenfalls positiv ausgerichtet. Beide unterstützen die kurzfristige Aufwärtsbewegung. Neutral.
  • EUR/GBP: Das Währungspaar verliert heute Morgen -0,15% und setzt auf der direkten Unterstützung bei 0,8544 auf. Der Aufwärtstrend seit Oktober ist weiterhin intakt. Erst eine deutliche Unterschreitung der unteren Trendkanalbegrenzung im Dunstkreis von etwa 0,8540 würde eine Umstellung auf neutral rechtfertigen.  Die technischen Indikatoren sind weitestgehend konstruktiv zu werten und unterstützen nach wie vor den Aufwärtsimpuls. Die Trendfolger MACD und Aroon sind beide bullish ausgerichtet. Lediglich der Stocahstik hat in der oberen Extremzone ein neues Verkaufssignal ausgebildet. und mahnt zur Vorsicht. Auf der Oberseite sind die nächsten signifikanten Widerstände bei 0,8554 und 0,8580 vorzufinden. Auf der Unterseite liegen Unterstützungen im Bereich von 0,8544 und 0,8540. Bullish.
  • AUD/USD: Im gestrigen Handelsverlauf konnte das Währungspaar die 0,9448 Unterstützung verteidigen und legt aktuell +0,40% auf 0,9501 zu. Ausgangspunkt sind die besser als erwarteten australischen Wirtschaftsdaten.  So stiegen die Baugenehmigungen letzte Woche um +14,4% und die Kreditnachfrage im Konsumentenbereich zog um +0,3% im September an. Noch ist es aber zu früh, um an dieser Stelle von einer Stabilisierung zu sprechen. Charttechnisch ist der steile Aufwärtstrend seit September nach unten gebrochen worden und ein kleiner Fehlausbruch unter den Pivotpunkt bei 0,9530 ist entstanden. Man sollte jetzt zumindest eine Konsolidierung einplanen. Auf der Oberseite sind die nächsten Widerstände bei 0,9530 und 0,9573 vorzufinden. Unterstützt ist der Aussie bei 0,9448 und 0,9434. Auch die trendfolgenden Indikatoren heben die Abwärtsrisiken hervor. Der MACD hat ein neues Ausstiegssignal generiert und der Aroon zeigt ebenfalls einen Abwärtstrend an. Der Stochastik hat in der unteren Extremzone ein neues Kaufsignal ausgelöst. Neutral.
  • Gold: Nach der Fed-Entscheidung und der moderaten Wirtschaftseinschätzung der US-Notenbank kommen die Edelmetalle heute Morgen etwas unter Druck. Gold fällt unter die Unterstützung bei $1.343 und handelt aktuell im Dunstkreis von $1.333. Grundsätzlich hält sich das Edelmetall die Chance offen eine Bodenbildung zu vollziehen. Sollte eine nachhaltige Überwindung der runden Marke von $1.400 gelingen sowie als Bestätigung der wichtige Horizontalwiderstand bei $1.433 herausgenommen werden, wäre eine inverse SKS-Formation abgeschlossen und der Blick würde sich wieder nach oben richten. Auf der Oberseite sind zunächst Anlaufpunkte bei  $1.337 und $1.343 vorhanden. Unterstützungen liegen bei $1.330 sowie $1.324. Von Seiten der Trendfolger MACD und Aroon ist die Aufwärtsbewegung noch konstruktiv zu werten. Beide gestalten sich positiv. Das neue Verkaufssignal im Stochastik lässt aber zumindest kurzfristig auf eine Konsolidierung schließen. Eine Umstellung auf bullish erfolgt bei Herausnahme des $1.433 Horizontalwiderstands. Neutral. Die anderen Edelmetalle haben es nicht geschafft aus ihren Konsolidierungsformationen auszubrechen, halten sich aber die Option weiterhin offen. Sowohl Silber als auch Palladium haben jeweils kleine Doppelböden vollzogen und konsolidieren in potenziellen bullishen Flaggen oberhalb der Nackenlinien. Eine Auflösung nach oben dürfte nochmals für  einen Rallyschub sorgen.
Wichtige Wirtschaftstermine
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Aktuell Prognose Zuletzt
08:00 Deutschland GfK-Konsumklima November 7,00 7,30 7,10
11:00 EWU Arbeitslosenquote September 12,00% 12,00%
11:00 EWU Verbraucherpreise Oktober (Schätzung) y/y 1,10% 1,10%
13:30 USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche in tsd. 344 350
14:45 USA Einkaufsmanagerindex Chicago Oktober 55,10 55,70

Weitere Analysen von Jörg Rohmann finden Sie im Alpari Newsroom.

 

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Chart courtesy of StockCharts.com; http://stockcharts.com
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