Alpari: Vorbereitungen für einen Zahlungsausfall der USA; Aktienmärkte noch optimistisch

Alpari: Marktkommentar: Vorbereitungen für einen Zahlungsausfall der USA; Aktienmärkte noch optimistisch

 

  • Nachdem US Präsident Obama den ersten Entwurf der Republikaner, die Schuldengrenze für sechs Wochen anzuheben, abgelehnt hat, trafen sich am Samstag und Sonntag die Top-Politiker aus dem amerikanischen Senat, um an einer Lösung für die Wiedereröffnung der Regierung und einer längerfristigen Anhebung der Schuldengrenze zu verhandeln. Die oberste Priorität der Demokraten ist es, die nächste Runde der automatischen Ausgabenkürzungen, die Anfang nächsten Jahres eintritt, zu vermeiden. Laut Republikanern, der Minderheit im amerikanischen Senat, ist ein Aussetzen der Kürzungen allerdings nicht verhandelbar. Die amerikanischen Aktienmärkte scheinen derzeit noch relativ unbeeindruckt von der Situation zu sein. Am Freitag schloss der Dow Jones mit +0,73% oder +111,04 Punkten bei 15.237,11, nachdem am Donnerstag der zweitgrößte Tagesgewinn in diesem Jahr verzeichnet wurde. Allerdings ist der Aktienmarkt momentan kein zuverlässiges Barometer für das Vertrauen in die amerikanische Wirtschaft oder Regierung. Wie kritisch die Situation aber tatsächlich ist, lässt sich eher an den Anleihemärkten erkennen. In Amerika hat die Börsenaufsicht SEC die großen Anleihenhändler des Landes nach deren Vorkehrungen für einen eventuellen Zahlungsausfall und die Höhe der von den Handelshäusern gehaltenen Papiere befragt. Zugleich versuchen Banken von der amerikanischen Notenbank Fed und dem Treasury Department eine Aussage zu erhalten, ob die Zentralbank von einem Zahlungsausfall betroffene Anleihen als Sicherheit für Kredite im Falle einer Liquiditätskrise annehmen würde. Bis jetzt hat sich weder die Fed, noch das Treasury Department dazu geäußert. Fed Chairman Ben Bernanke hat allerdings schon vorher mehrfach verdeutlicht, dass die US Notenbank nicht in der Lage ist, das Finanzsystem oder die Wirtschaft  gegen einen Schock abzufedern. Aber nicht nur in Amerika laufen die ersten Vorbereitungen auf einen potenziellen Zahlungsausfall. Japanische Behörden haben in der letzten Woche einheimische Banken kontaktiert, um deren Positionen in US Staatsanleihen zu quantifizieren. Außerdem hat die Bank of Japan Finanzdienstleister aufgefordert, die Folgen eines Zahlungsausfalls in amerikanischen Staatspapieren zu prüfen.
  • Ein weiteres Marktsegment, in dem die Folgen der Regierungskrise deutlich zu spüren sind, sind die Rohstoffmärkte. Am Freitag hat die U.S. Energy Information Administration, eine der wenigen Institutionen die weiterhin Daten gesammelt und veröffentlich hat bekanntgegeben, die wöchentlichen Umfragen zum Angebot und Nachfrage von Rohöl erstmalig seit 1979 vorübergehend einzustellen. Da die staatlichen Einrichtungen seit dem 1. Oktober weder Agrardaten, noch Import- oder Export-Zahlen zu Rohstoffen veröffentlichen, müssen sich die Händler auf alternative Datenquellen verlassen oder eigene Prognosen aufstellen. Die Gefahr dabei ist, dass es zu extremen Kursbewegungen führen kann, sollten die offiziellen Daten stark von denen abweichen, die Händler als Grundlage während des "Daten Blackouts" verwendet haben. In Märkten, in denen keine alternativen Daten verfügbar sind, kam es bereits zu deutlichen Umsatzrückgängen.
  • Die asiatischen Märkte eröffnen heute Morgen uneinheitlich. Während der Shanghai Composite Index leicht im Plus notiert, liegt der FTSE Straight Times Index in Singapur mit 0,50% im Minus. In Japan und Hong Kong findet aufgrund eines Feiertags heute kein Handel statt. Der Dezember S&P500 Terminkontrakte eröffnete mit einem 15 Punkte Gap nach bei 1.684,00 nach einem Schlusskurs am Freitag bei 1.699,00 Punkten. EURUSD und GBPUSD liegen derzeit leicht im Plus mit jeweils +0,2%.
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