Der DAX kommt nicht aus dem Knick!

RoboForex: Der deutsche Leitindex kommt trotz steigender US-Indizes und Partylaune an der Wallstreet nicht aus dem Knick und verharrt weiterhin deutlich unter seinem bisherigen Allzeithoch. Damit kommt die Frage auf, warum es dem DAX nicht gelingt von der Rekordfahrt der US-Indizes zu profitieren. Auch in der vergangenen Handelswoche konnte der deutsche Leitindex die positiven Vorgaben nicht für einen bullishen Bruch des Januarhochs bei 11.893 Punkten nutzen und gab vor dem Wochenende wieder deutlich nach. Langfristig bleibt der positive Auftakt zwar intakt, temporär sind weitere Abgaben aber nicht unwahrscheinlich.

 

Marktsituation DAX – 20. Februar 2017

Im übergeordneten Chart befindet sich der DAX nach wie vor an der Oberseite des aufsteigenden Trendkanals. Aus dieser Perspektive ist die Verfassung des deutschen Leitindex unstrittig positiv zu beurteilen. Selbst eine Korrektur bis in den Bereich um 10.800 Punkte würde hier den langfristigen Ausblick nicht gefährden.
 

Wenn man aber etwas näher in den Chart hineingeht wird deutlich, dass der deutsche Leitindex sich bislang sehr schwer damit tut, die vorangegangene Aufwärtsbewegung bullish fortzusetzen. Hierfür steht auch der bisherige Wochenverlauf, in dem der DAX am Mittwoch bis auf 11.850 Zähler ansteigen konnte, zum Wochenende hin aber wieder stärkere Abgaben verzeichnete.
 

Damit besteht mittelfristig das Risiko einer technischen Topbildung, bei welcher der Unterstützungsbereich bei 11.425 Zählern eine wichtige Rolle spielt. Würde dieser Unterstützungsbereich vom DAX nicht verteidigt werden können, dürfte sich eine Konsolidierungsphase anschließen, bei der auch die psychologische 11.000 Punkte Marke ins Visier genommen werden dürfte. Die wesentlichen Unterstützungen liegen hier bei 11.120 Punkten und 10.823 Punkten.

Bei 10.800 Punkten würde dann aber auch eine langfristige Entscheidung für Anleger auf der Agenda stehen (vgl. Tageschart). Solange die Unterstützung bei 11.425 Punkten aber verteidigt werden kann, bleibt dieses Szenario lediglich ein Gedankenspiel.

Dass der DAX den US-Indizes und auch seinen kleinen Brüdern wie dem MDAX oder SDAX weiter deutlich hinterherhinkt, kann verschiedenste Gründe haben. Verwunderlich ist diese Entwicklung auch aufgrund des seit November schwächer notierenden Euro, da sich ein vergleichsweise schwacher Euro positiv auf den sehr exportlastigen DAX auswirkt.

In Puncto Unsicherheit wird der Export hier aber zu einem entscheidenden Stichwort. Noch ist unklar, inwieweit Donald Trump tatsächlich versuche wird den amerikanischen Import durch Importzölle zu beschränken. Da die USA als wichtiger Absatzmarkt für den deutschen Export gilt, wirken sich diese Spekulation negativ auf den DAX aus.

Auch die Entwicklung in Frankreich gilt als weiterer Unsicherheitsfaktor, da Frankreich einen weiteren wichtigen Handelspartner für Deutschland darstellt.

Daneben ist der DAX traditionell Ziel von zahlreichen US-Investoren. Aufgrund der aufziehenden Unsicherheit in Europa und dem Zinsspread zwischen der EU und den USA besteht hier auch die Möglichkeit, dass das US-Kapital aus deutschen Exportwerten abgezogen und in Amerika investiert wird. Eine erste Folge von „Make America Great Again“. Die Rally an den US-Märkten rundet dieses Szenario zumindest ab.

 

Unterstützungen und Widerstände:

Unterstützungen Widerstände
11.687 11.800
11.535 11.852
11.485 11.892
11.426 12.000
11.190 12.030

 

Ausblick DAX:

Im temporären Stundenchart konsolidiert der deutsche Leitindex die seit dem 08. Februar bestehende Aufwärtsbewegung in Form einer bullishen Flagge. Am Freitag wurde die Flaggenformation sowohl auf der Unterseite als auch auf der Oberseite getestet aber nicht nachhaltig getriggert, sodass diese Formation auch zum Wochenstart Bestand hat.

Bei einem bullishen Ausbruch aus der Flaggenformation können sich Anleger auf einen anschließenden Test des bisherigen Jahreshochs bei 11.892 Punkten einstellen.

Auf der Unterseite fungiert neben der unteren Flaggenbegrenzung auch die 20er-EMA als temporäre Unterstützung. Sollte die Flagge aber auf der Unterseite durchbrochen werden, stünde im Anschluss vermutlich ein Test der 50er-EMA (rot gestrichelt) und des übergeordneten Widerstandsbereiches bei 11.425 Punkten auf der Agenda.

Wichtige Wirtschaftsdaten für die kommende Handelswoche:

Montag, 20. Februar 2017:

Zunächst steht den Anlegern aus Sicht der Wirtschaftsdaten ein ruhiger Start in die Handelswoche bevor. Die US-Börsen sind darüber hinaus feiertagsbedingt geschlossen, sodass es auch bei den europäischen Börsen zu weniger Bewegung kommen dürfte. In der Nacht von Sonntag auf Montag stehen lediglich Daten zur japanischen Handelsbilanz auf der Agenda. Diese Daten sind deswegen interessant, weil hier Rückschlüsse auf den japanischen Export in Verbindung mit dem schwächer notierenden Yen gewonnen werden können. Dies dürfte auch für die Entwicklung der japanischen Geldpolitik von Bedeutung sein. Um 08:00 Uhr steht dann noch der deutsche Erzeugerpreisindex im Monatsvergleich für Januar auf dem Programm. Hier rechnen Analysten mit einem Anstieg von 0,2 Prozent, nachdem im Dezember ein Anstieg von 0,4 Prozent verzeichnet worden ist.
 

Dienstag, 21. Februar 2017:

Am Dienstag dürfte der Fokus hauptsächlich auf den deutschen Herstellungs-Einkaufsmanagerindex gerichtet sein. Hieraus lassen sich in der Regel Rückschlüsse auf die konjunkturelle Entwicklung ziehen. Nach 56,4 Zählern im Januar rechnen Analysten für Februar mit einem leichten Rückgang auf 56,0 Zähler. Am Nachmittag stehen dann noch Reden von amerikanischen Notenbankern auf der Agenda. Hier dürfte der Markt auf neue Erkenntnisse zu einer eventuellen Zinsanhebung des FED im März hoffen. Dementsprechend gibt es hierbei auch ein gewisses Bewegungspotenzial an den Märkten. Um 15:45 Uhr steht zudem der amerikanische Einkaufsmanagerindex für Februar im Programm. Auch diese Daten sollten Anleger im Blick behalten.
 

Mittwoch, 22. Februar 2017:

Mittwoch wird um 10:00 Uhr der Ifo-Geschäftsklimaindex für Februar veröffentlicht. Hier wird im Vorfeld nicht mit nennenswerten Veränderungen gerechnet. Während der Ifo im Januar bei 109,8 Zählern lag wird für Februar ein Wert von 109,7 Zählern erwartet. Um 11:00 Uhr steht die Bestätigung der europäischen Verbraucherpreise auf der Agenda. Am 31. Januar wurde für Januar eine Teuerungsrate von 1,8 Prozent prognostiziert. In der Regel ist davon auszugehen, dass die erste Prognose bestätigt wird. In diesem Fall ist mit keinen nennenswerten Bewegungen zu rechnen. Sollte die Prognose allerdings nach oben korrigiert werden, dürfte Mario Draghi weiter unter Druck geraten und die Inflation im Euroraum weiterhin ein beherrschendes Thema an den Märkten bleiben. Um 20:00 Uhr wird dann das Sitzungsprotokoll der letzten FED-Sitzung veröffentlicht. Dieses dürfte von den Märkten mit Spannung erwartet werden und sollte demnach im Kalender markiert werden.
 

Donnerstag, 23. Februar 2017:

Am Donnerstag steht lediglich die Bestätigung der BIP Daten für Deutschland für das vierte Quartal auf dem Programm. Die Veröffentlichung erfolgt um 08:00 Uhr. Zeitgleich wird auch das GfK Konsumklima für März bekannt gegeben. Hier rechnen Experten weiterhin mit einem Wert bei 10,2 Zählern.

Freitag, 24. Februar 2017:

Am Freitag stehen keine wichtigen Wirtschaftsdaten auf der Agenda.

 

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