Die Aktien fielen, da die USA und China einen Handelskrieg starten

London Capital Group: Die globalen Aktien fielen in der Vorsitzung aufgrund von Bedenken, dass zwischen China und den USA nun ein Handelskrieg herrscht. Da die Risikoscheu dominierte, verkauften die Anleger ihre Aktien schnell, was dazu führte, dass die Indizes allgemein fielen. Die negative Stimmung schlug auf die asiatischen Märkte über und der Dominoeffekt scheint nun bei Eröffnung bereits Europa erreicht zu haben.

Chinas Reaktion
Trump gab Zölle in Höhe von 25% auf die chinesischen Importe im Wert von 50 Mrd. USD bekannt, was eine dramatische Eskalation seines Programms „America First“, seiner protektionistischen Politik und ein Versuch ist, China für die Verletzung der geistigen Eigentumsrechte zu bestrafen.

China hat keine Zeit verloren, eine Liste mit 128 Produkten zusammenzustellen, die mögliche Vergeltungsziele sein könnten, was einen kalten Schauer durch die Märkte schickte. Der Dow schloss über 700 Punkte tiefer, der S&P büßte 2,5% ein und auch der NASDAQ verzeichnete ein Minus von 2,4%, da die Aktien ihren größten Abverkauf seit dem 8. Februar erfuhren.

Auch wenn Trump behauptet, dass die Zölle die USA „zu einer viel stärkeren Nation“ machen werden, sind sich die Märkte genau bewusst, dass es in einem Handelskrieg keine Gewinner gibt. Schlimmer noch: Die Reaktion Chinas im Sinne „Wie du mir so ich dir“, die wir aktuell und wohl auch weiter zwischen den beiden weltweit größten Wirtschaften sehen werden, schadet den beiden Wirtschaften und auch der globalen Wirtschaft insgesamt.

Politisches Chaos in Washington hält an
Die Ankündigung der Handelszölle fiel zudem mit dem anhaltenden politischen Chaos im Weißen Haus zusammen, da ein weiteres Mitglied aus Trumps Teams zurücktrat. Dieses Mal war es Trumps Hauptanwalt, der ihn im Rahmen der Ermittlungen des US-Sonderermittlers Robert Mueller vertrat. Auch wenn die Märkte den genauen Grund für seinen Rücktritt nicht kennen, so zeigt das dennoch klar, dass etwas faul ist; das reicht aus, die bereits nervösen Händler noch nervöser zu machen.

Europa weitet den zweiten Tag in Folge die Gewinne aus
Die Händler bereiten sich auf eine rote Welle bei Eröffnung vor, da zu erwarten ist, dass die Börsen in ganz Europa ihre hohen Verluste eine zweite Sitzung lang ausweiten dürften. Nachdem der FTSE in der letzten Sitzung 1,2% einbüßte, bewegt er sich nun um 15-Monatstiefs, wobei ein Rückgang zurück in Richtung 6850 mittelfristig zunehmend wahrscheinlich wird. Auch der DAX ist besonders stark betroffen, da es immer noch keine klaren Antworten gibt, ob Deutschland von den Stahl- und Aluminiumzöllen ausgenommen sein wird.

Zuflüsse zum sicheren Hafen Yen
Die Marktsorgen zeigen sich durch erhöhte Zuflüsse in traditionelle sichere Häfen. Man geht von Aktien auf Staatsanleihen über, wir sehen Zuflüsse in den japanischen Yen und zu einem geringeren Ausmaß in Gold.

Der USD/JPY fiel über Nacht und durchbrach die 105,00 und erreichte ein 16-Monatstief bei 104,63 in der asiatischen Sitzung, da er weiter deutlich unter seinem 100-SMA und 200-SMA handelt. Widerstand zeigt sich bei 104,80, ein wichtiger Durchbruch durch diesen Punkt könnte dazu führen, dass das Paar auf 104,10 geht. Eine Unterstützung für den Yen ist im Gegenzug bei 105,25 und dann 105,60 zu sehen.

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