Die Folgewirkungen der schwachen Produktionsdaten aus China

Ayondo Markets: Sie müssen kein Aktienanleger oder Ökonom sein, um zu verstehen, dass die Schwierigkeiten in China in den vergangenen Monaten Schockwellen auf weltweiten Finanzmärkten ausgelöst haben.

Es gibt ernsthafte Bedenken über das Wachstum Chinas und als Resultat dessen sind Aktienpreise, einer Ein-Jahres-Rallye folgend, gefallen.
 

Diese Bedenken hat die Regierung dazu veranlasst eine Reihe von Handelsbeschränkungen einzuführen, den Yuan zu entwerten und Zinssätze zu senken um das Vertrauen wiederherzustellen. Es folgte ein Dominoeffekt in Form von fallenden Rohstoffpreisen, stark fallenden Aktienpreisen und einer allgemeinen Sorge hinsichtlich der Auswirkungen eines schwächeren Chinas.
 

Ein leichter Anstieg globaler Aktien zum Ende vorletzter Woche warf bei vielen Investoren und Marktkommentatoren die Frage auf, ob das Schlimmste überstanden sei. Es handelte sich jedoch nur um eine kurzzeitige Verschnaufpause. Als die neuen Daten veröffentlicht wurden, lösten diese erneut Sorgen über die eigentliche Gesundheit der chinesischen Wirtschaft aus.
 

Die Daten

Die betreffenden Daten beziehen sich auf den Rückgang des verarbeitenden Gewerbes in China. Letzten Monat fiel die Beschäftigung auf den niedrigsten Wert seit 3 Jahren, entsprechend dem Purchasing Managers‘ Index (PMI).

Ein Wert unter 50 weist auf einen Rückgang hin, während ein Wert über 50 eine Expansion signalisiert. Im August fiel dieser Wert auf 49.7 – der niedrigste Wert seit August 2012.

Dies ist besorgniserregend, weil China eines der weltgrößten Produktionsländer und Hauptimporteur von Rohstoffen ist. Jeder Rückgang in der Produktion wird demnach weltweite Auswirkungen auf Exporteure haben.
 

Die Auswirkung

Die chinesischen Aktienpreise mussten nach Veröffentlichung der Daten zur Produktion einmal mehr einstecken. Der Leitindex Shanghai Composite Index ist nach Eröffnung des Marktes um mehr als 4% eingebrochen.

Weltweit fielen die Märkte. In den UK führte ein starker Rückgang der Minenaktien am vergangen Dienstag, dem 1. September, zu einem Rückgang des FTSE 100 um 3 Prozent, während Indizes in Frankreich und Deutschland ebenfalls zu ihren Tagestiefs geschlossen wurden.

In den Vereinigten Staaten schloss der S&P 500 am Dienstag um 3% niedriger und asiatische Aktien in Japan und Hong Kong mussten einen weiteren Sturz hinnehmen.

Die Ölpreise wurden ebenfalls von den Daten beeinflusst, sie fielen nach 3 Tagen eines starken Kursanstiegs. Sowohl Brent Crude als auch US West Texas Intermediate fielen um etwa 8%.
 

Ist die Lage ernst?

Jedes Anzeichen, welches auf einen Rückgang in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft hinweist,  ist besorgniserregend. Dennoch ist fraglich ob die Panik, welche die weltweiten Finanzmärkte in den letzten Wochen erfasst hat, berechtigt ist.

Julian Evans-Pritchard, China Ökonom bei Capital Economics glaubt, dass die Reaktion nach den jüngsten Daten aus China zum Teil hochgespielt wird, weil Chinas Wirtschaft „zunehmend durch die Aktivitäten des Dienstleistungssektors angetrieben wird, welche gesund erscheint“.
 

Er merkte außerdem an, dass ein Großteil des Rückgangs in der Produktion im August durch sehr große Unternehmen verursacht wurde, die von innerstaatlichen Maßnahmen beeinflusst wurden, um Umweltverschmutzungen zu bekämpfen. „ Die Schwäche sollte kurzfristiger Natur sein und es gibt gute Argumente für eine Erholung in den nächsten Monaten,“ erklärt er.

Andere sind, hinsichtlich der aktuellen Lage, weniger optimistisch. Die International Monetary Fund hat eine Warnung über den offensichtlichen Rückgang Chinas herausgegeben. Sie beharrten darauf, dass der Rückgang eine reale Gefahr für das globale wirtschaftliche Wachstum darstellt.
 

Sollte dies der Fall sein, oder sollten sich die Weltmärkte seiner Zeit beruhigen, bleibt abzuwarten.

Zum jetzigen Zeitpunkt macht es Sinn, dass Investoren neue Nachrichten, seien es gute oder schlechte, aus China genau im Auge behalten. Die Auswirkungen jeder neuen Mitteilung oder Zahl werden sofort spürbar sein und kein Land ist dagegen immun.

 

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