ETX Capital: EUR/USD ­ Neue Impulse von den NFPs?

ETX Capital: Nachdem nun die historische EZB-Sitzung hinter uns liegt, schauen die Finanzmärkte als nächstes auf die NFP-Daten aus den USA. Die Konsensschätzungen der Analysten für den Arbeitsmarktbericht des US-Labor Departments liegen bei 215.000 neu geschaffenen Stellen ex Landwirtschaft für den Monat Mai. Auch wenn der kurzfristige Trend damit nach unten zeigt, denn im April wurden noch 288 Tausend neue Jobs geschaffen, vermutet so mancher Experte, dass die Zahlen nach oben überraschen könnten.

 

 

Die Optimisten begründen ihre Sicht mit den insgesamt gut ausgefallenen ISM-Einkaufsmanager Indices für den Mai und damit, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe im Durchschnitt über die letzten 4 Wochen auf niedrigen Niveaus liegen, die seit 2007 nicht mehr gesehen wurden. Sollte also ein wesentlich besserer Arbeitsmarktbericht abgeliefert werden, dann könnte der EUR/USD-Kurs schnell wieder in Richtung der Tagestiefstkurse von gestern laufen, die bei ca. 1,35 USD lagen. Im Gegensatz dazu könnte ein negativer US-Arbeitsmarktbericht den EUR/USD-Kurs stützen und die Kursrange zwischen 1,3650 USD und 1,36 USD, in der sich das Währungspaar momentan befindet, bestätigen.

 

Die US-Fed wird, so die Meinung vieler Devisenmarktexperten, nur bei extremen Entwicklungen am US-Arbeitsmarkt von dem eingeschlagenen Weg abweichen. Nachdem nun die EZB gestern einen breiten Maßnahmenkatalog vorstellte, um den deflatorischen Tendenzen in der Eurozone entgegenzuwirken, könnte das Aufwärtspotential für das Währungspaar relativ begrenzt sein. Die Geldpolitik beider Volkswirtschaften driftet nach den EZB-Maßnahmen von gestern weiter auseinander. Für den Kurs des EUR/USD könnte der heute veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht also darüber entscheiden, ob der Abwärtstrend der letzten Wochen dynamisch weitergeht.  

 

Von Oliver Bossmann

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