EUR/USD: bullishes Momentum kehrt zurück

RoboForex: Seit Mitte Februar verharrte der EUR USD Kurs  in einem dynamischen Abwärtstrend. Dieser Abwärtstrend hatte den EUR/USD zudem bis zum Beginn der vorangegangen Ausbruchsbewegung zurückgeführt. Dieser Bereich konnte aber im Wochenverlauf verteidigt werden und den Abwärtstrend zunächst stoppen. Am Donnerstag wird die EZB aber vermutlich deutlichen Einfluss auf den weiteren Kursverlauf nehmen.

 

Marktsituation EUR/USD

Das Währungspaar EUR/USD kennt seit dem 11. Februar nur die Fahrt Richtung Süden. Die vorherige Ausbruchsbewegung aus der Dreiecksformation und die damit verbundene Chance für steigende Notierungen in den kommenden Wochen und Monaten, wurde vom Markt dabei gänzlich ausgeblendet. Insbesondere vor wichtigen Notenbankentscheidungen, wie dem Zinsentscheid der EZB am Donnerstag, sollte man sich als Anleger nicht auf einen rationalen Kursverlauf verlassen. Die erhöhte Volatilität bietet für den kurzfristigen Handel einen großen Vorteil, da die Möglichkeit besteht von den ausgedehnten Bewegungen zu antizipieren. Die Ausrichtung des langfristigen Depots fällt aber zunehmend schwerer, da sich zukünftige Entwicklungen schwerlich abschätzen lassen. „Politische Börsen haben kurze Beine“. Ein Sprichwort, welches für die Devisen im aktuellen Umfeld besser nicht passen könnte.

 

Am Mittwoch stoppte der EUR/USD allerdings die Abwärtsbewegung und konnte durch einen „Doji“ zunächst steigende Notierungen andeuten. Die Bestätigung erfolgte am Donnerstag und Freitag durch steigende Kurse und einen Ausbruch über den Abwärtstrend. Nach dem Ausbruch erfolgte ein kurzer Pullback auf die Abwärtstrendlinie bevor es zum Ende der Handelswoche wieder weiter aufwärts ging.

Das 76,4-Retracement und das temporäre Tief bei der Marke von 1,0955 konnten dabei ebenfalls überwunden werden. Den nächsten Widerstand stellt das Wochenhoch bei 1.10422 USD dar. Direkt darüber befindet sich der erste Hochpunkt aus dem vorangegangenen Abwärtstrend. Dieses Korrekturhoch liegt bei 1.10680 USD. Soll eine erneute Aufwärtsbewegung etabliert werden, stellt dieser Bereich den nächsten wichtigen übergeordneten Widerstand dar.

 

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Unterstützungen und Widerstände:

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Ausblick für das Währungspaar EUR/USD:

Im M15-Chart des EUR/USD lässt sich besonders deutlich die hohe Volatilität nach den NFP am Freitag erkennen. Zunächst ging es deutlich abwärts, bevor der Kurs drehte und über das vorherige Kursniveau hinaus anstieg. Zum Handelsschluss hatten sich die Bewegungen fast gänzlich ausgeglichen, weshalb die NFP insgesamt zu keiner nennenswerten Änderungen beim EUR/USD geführt haben.

 

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Weitere Anstiege sind für den EUR/USD erst über dem Hoch vom Freitag bei 1.1042 zu erwarten. Sofern das Hoch der letzten Handelswoche überschritten werden kann, besteht die Möglichkeit, dass die o.g. Marke bei 1.10679 durch die entstehende Bewegung ebenfalls gebrochen wird. Dann würde zunächst Potenzial bis zur 200er-EMA bei 1.11070 frei werden.

 

Auf der Unterseite bieten die 50er- und 100er-EMA, die derzeit identisch verlaufen, eine erste Unterstützung. Hier hat der Kurs am Freitag bereits erste Reaktionen gezeigt. Sofern sich die Korrektur fortsetzt, bieten die eingezeichneten Unterstützungsbereiche bei 1.0960 USD und 1.0933 USD attraktive Einstiege für ein Long-Setup. Darunter würde sich eine eventuelle Abwärtsbewegung vermutlich beschleunigen und die Fortsetzung des Abwärtstrends wäre das realistischere Handelsszenario.

 

Handelswoche:

Montag, 07.03.2016: Die kommende Handelswoche beginnt aus Sicht der Wirtschaftsdaten verhältnismäßig ruhig. Die indische Börse ist aufgrund eines Feiertages geschlossen. Für den Euroraum steht lediglich das Treffen der Euro-Gruppe an. Die Euro-Gruppe ist ein europäisches Gremium, in dem die Staaten der Euro-Zone ihre Steuer- und Wirtschaftspolitik koordinieren. Um 8:00 Uhr werden zudem noch die deutschen Werksaufträge für kurzlebige Wirtschafts- und Gebrauchsgüter veröffentlicht. Hier wird für Januar ein Rückgang um 0,5 Prozent erwartet. Im Dezember wurde noch ein Rückgang von 0,7 Prozent verzeichnet.

 

Dienstag, 08.03.2016: In der Nacht von Montag auf Dienstag werden um 0:50 Uhr Daten zum japanischen BIP veröffentlicht. Für das 4. Quartal wird ein Rückgang um 0,4Prozent erwartet. Die Vorabveröffentlichung im Februar hatte ebenfalls eine Minderung von 0,4 Prozent ermittelt. Auf Jahressicht wird sodann eine Minderung des japanischen BIP um 1,5 Prozent erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (GDP) ist die Messung der Wirtschaftsaktivität und ein Indikator für die Gesundheit der Wirtschaft. Die prozentuale Veränderung des BIP zeigt die Wachstumsrate der Wirtschaft als Ganzes.

 

Weiterhin stehen in der Nacht um 4:00 Uhr Zahlen zu der chinesischen Handelsbilanz auf dem Plan. Diese Daten spielen eine größere Rolle, seitdem China verstärkt in den Fokus gerückt ist. Insbesondere eine positive Überraschung könnte hier weitere Impulse für steigende Kurse bringen. Im Januar haben wir beim chinesischen Export eine massive Verschlechterung gesehen. Dies schlägt sich auch auf die Prognose für Februar nieder. Nach einem Rückgang von 11,2 Prozent im Januar wird für den Februar ein Rückgang um 12,5 Prozent erwartet. Die Importe sollen ebenfalls um 10 Prozent zurückgehen. Hier hatten wir im Januar sogar einen Rückgang von 18,8 Prozent gesehen. Im selben Zug wird die chinesische Handelsbilanz veröffentlicht. Hier wird für Februar ein Überschuss von 50,15 B. erwartet. Im Januar lag der Überschuss noch bei 63,29 B. Die Handelsbilanz misst den Unterschied des Wertes zwischen exportierten und importierten Waren (Exporte minus Importe).Exportdaten gewähren Aufschluss über das Wachstum in China. Importe bieten einen Hinweis auf die Binnennachfrage.

 

Mittwoch, 09.03.2016: Bevor am Donnerstag die europäische Zentralbank in den Fokus der Anleger rückt, werden am Mittwoch noch die kanadische und die neuseeländische Zentralbank Bekanntmachungen zum Zinssatz veröffentlichen. Für Kanada wird ein Leitzins von 0,5 Prozent und für Neuseeland von 2,5 Prozent erwartet. Für den Euroraum bzw. die Aktienindizes sind diese Daten eher uninteressant. Hingegen sind die Daten für Forex-Anleger umso interessanter.

 

Donnerstag, 10.03.2016: Am Donnerstag steht der wahrscheinlich wichtigste Termin der Woche an. Um 13:45 Uhr erfolgt die Bekanntmachung zum Leitzins in der Euro-Zone. Eine weitere Absenkung des Leitzinses wird vor der Bekanntmachung nicht erwartet. Der Leitzins wird nach aktuellen Prognosen weiterhin 0,05 Prozent betragen. Die Anleger werden ihren Fokus vielmehr auf ein eventuelles Maßnahmenpaket der europäischen Zentralbank richten. Nachdem die Verbraucherpreise im Februar in der Euro-Zone um 0,2 Prozent zurückgegangen sind, wird eine Ausweitung des Anleihenkaufprogramms erwartet. Die Zielinflation der EZB liegt bei 2,0 Prozent. Ein Rückgang der Verbraucherpreise (im Februar -0,2 Prozent) widerstrebt dem Mandat der europäischen Zentralbank, weshalb Mario Draghi zum Handeln gezwungen sein könnte. Dies wird zumindest von Finanzmärkten erwartet.

 

Für die Anleger bleibt zu hoffen, dass diese Erwartungen nicht erneut enttäuscht werden. Dies könnte abermals stärkere Kursrückgänge wie im Dezember hervorrufen. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wird um 02:30 Uhr der chinesische Verbraucherpreisindex veröffentlicht. Nach 1,8 Prozent zuvor wird für Februar ein Anstieg der Verbraucherpreise um 1,9 Prozent erwartet.

 

Freitag, 11.03.2016: Wichtige Wirtschaftsdaten sind am Freitag nicht zu erwarten. Lediglich die Import- und Exportpreise aus Amerika könnten etwas für Bewegung sorgen. Hier werden um 14:30 Uhr MEZ Daten veröffentlicht. Für die Exportpreise in den USA wird im Februar ein Rückgang von 0,5 Prozent erwartet. Im Januar betrug der Rückgang noch 0,8 Prozent. Bei den Importpreisen wird ein ähnlicher Verlauf prognostiziert. Nach -1,1 Prozent im Januar wird für Februar ein Wert von -0,8 Prozent erwartet.

 

Samstag, 12.03.2016: Um 06:30 Uhr MEZ werden Daten zur chinesischen Industrieproduktion veröffentlicht. Die Industrieproduktion misst die Veränderung der gesamten Produktionsmengen der Fabriken, Minen und Nebenkosten in China. Für Januar wird eine Steigerung von 5,6 Prozent nach zuvor 5,9 Prozent erwartet.

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