Fast 350 Banken erheben Negativzinsen

Bankenverband: Die Zahl der Geldhäuser, die von ihren Kunden Negativzinsen verlangen, hat sich einer Studie zufolge innerhalb eines halben Jahres fast verdoppelt.

Ende Juni haben 349 Banken und Sparkassen ein sogenanntes Verwahrentgelt bei größeren Summen auf dem Tagesgeld- oder Girokonto erhoben, wie eine Auswertung durch das Vergleichsportal Verivox ergab. Das sind 171 mehr als Ende 2020. “Aktuell kommen nahezu täglich weitere Geldhäuser hinzu”, sagte Verivox-Manager Oliver Maier.

Banken, die bei der Europäischen Zentralbank (EZB) überschüssige Liquidität parken, müssen seit längerem Negativzinsen zahlen.

Dieser Zinssatz liegt aktuell bei 0,5 Prozent.

Die Kosten reichen immer mehr Geldhäuser weiter und berechnen Privatkunden Negativzinsen meist von 0,5 Prozent.

 

Negativzinsen: zuerst waren nur große Summen betroffen

Zunächst wurde vor allem bei großen Summen ab 100.000 Euro ein Verwahrentgelt fällig. Mittlerweile haben Verivox zufolge mindestens 102 Institute entschieden, dass ab einer Gesamteinlage von 50.000 Euro oder weniger dieses Entgelt gezahlt werden solle.

Zuletzt hatte die Direktbank ING angekündigt, ihren Freibetrag von 100.000 Euro auf 50.000 Euro pro Konto zu halbieren.

Auch die Commerzbank und die Postbank haben entsprechende Regelungen angekündigt oder diese bereits vollzogen.

 


 

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sieht Negativzinsen auf Girokonten und Tagesgeldkonten von Verbrauchern grundsätzlich als unzulässig an und hat bei mehreren Gerichten Klage eingereicht.

“Uns geht es nicht um einzelne Institute, sondern um eine grundsätzliche Klärung”, erklärte der vzbv.

Meist wird ein Verwahrentgelt von Neukunden verlangt, immer häufiger aber auch von Bestandskunden. Das muss dann individuell vereinbart werden.

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