FTSE dürfte wie Wall Street allgemein höher schließen

London Capital Group: Der S&P und Dow fielen bei Eröffnung das erste Mal in sieben Sitzungen, da die Händler eher besorgt als erleichtert waren, dass die Handelszölle einen weiteren Monat auf Eis gelegt wurden. Das wurde als eine Unsicherheit mehr ausgelegt, die die Märkte eher überschattet als ihnen gute Nachrichten zu bringen.

Die Verluste konnten im Laufe der Sitzung wieder gut gemacht werden und der Nasdaq und S&P schlossen in positivem Terrain, angehoben durch die Rallye der Technologieaktien. Insgesamt fehlte jedoch die Begeisterung, da die Anleger sich wegen den Handelstarifen weiter Sorgen um die Richtung der Beziehung zwischen den USA und der EU machen.

Zudem verunsichern sie der iranische Atomdeal und das Risikoereignis vom Mittwoch – die Sitzung der Federal Reserve und die Frage, ob diese tief liegende Bedenken über die zukünftigen Zinserwartungen ans Licht bringen wird – führt ebenfalls zu Bedenken.

Apple beruhigt Märkte
Nach Börsenschluss beruhigte Apple die Märkte, dass die Nachfrage nach dem iPhone weiter gut ist, selbst ein Jahrzehnt nach seiner ersten Markteinführung. Apple meldete trotz einer nachlassenden Nachfrage einen soliden iPhone-Umsatz und einen Aktienrückkauf in Höhe von 100 Mrd. USD.

Die Ergebnisse übertrafen die Erwartungen der Wall Street, die vor Veröffentlichung der Ergebnisse eingebrochen war, da man sich zunehmend um den iPhone-Umsatz sorgte. Auch die Prognosen Apples für das aktuelle Quartal waren optimistischer als die der Analysten, was dazu führte, dass die Aktien nach Börsenschluss 3,6% zulegen konnten.

Die Lieferanten weltweit hatten vor einer Nachfrageschwäche nach Smartphones gewarnt, was zu anhaltenden Bedenken geführt hatte, dass Apple sich auf das iPhone verlassen kann. Aber der Verkauf von 52,2 Mio. iPhones im Vergleich zum 50,7 Mio. und somit ein Wert nur knapp unter den Erwartungen bei 52,3 Mio. hat diese Sorgen beendet, zumindest für den Moment.

Auch wenn der Aktienrückkauf im Wert von 100 Mrd. USD und eine Erhöhung der Dividende auf 16% den Anlegern sicher gefallen werden, so fördern diese nicht das zukünftige Wachstum und der fehlende Enthusiasmus nach strategischen Investitionen macht etwas Sorgen.

FTSE dürfte vor geschäftiger Sitzung steigen
Nachdem die asiatischen Aktien am Mittwoch gefallen waren, dürfte der FTSE dem allgemeinen US-Markt nachziehen und steigen. Das Öl handelt über 75 USD pro Barrel, Sainsbury veröffentlicht seine Quartalszahlen, der britische PMI für das Baugewerbe und das BIP für die Eurozone werden veröffentlicht, und letztendlich folgt dann heute Nachmittag die Zinsentscheidung der Fed – die Anleger erhalten heute also eine Menge Neuigkeiten.

 


 

Britischer PMI für das Baugewerbe
Nach einem trostlosen PMI für das verarbeitende Gewerbe hoffen die Anleger, dass die Zahl für das Baugewerbe etwas optimistischer aussehen wird. Im März ist die Aktivität im Bausektor stark gefallen und wir sehen hier nun eine Kontraktion. Man geht davon aus, dass der Bausektor sich erholt hat. Sollte diese Erholung jedoch nicht stattgefunden haben, könnte das Pfund erneut unter 1,36 USD fallen. Auch die Aktien der Wohnungsbauer dürften gelitten haben.

FOMC im Fokus
Der Dollar handelt vor der Zinsentscheidung der Fed in der Nähe von Viermonatshochs. Es wird keine Zinserhöhung erwartet, da die Zinsen bereits im letzten Monat erhöht wurden, aber wir gehen davon aus, dass die Fed damit anfangen wird, die Erwartungen im Zusammenhang mit Zinserhöhungen im Laufe des Jahres zu erhöhen, wobei wir von einer nächsten Zinserhöhung im Juni ausgehen, da die Inflation beständig steigt und die Arbeitslosigkeit fällt. Der Dollarindex konnte im frühen Handel mit 92,28 leicht zulegen, nachdem er über Nacht auf 92,5 geklettert war, sein höchster Wert seit Januar.

EUR/USD vor BIP der Eurozone bei 1,20 USD
Der stärkere Dollar und der schwächere Euro führten dazu, dass der EUR/USD am Dienstag um 0,75% einbrach; nun hält er sich stabil um 1,20 USD, da sowohl das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone als auch die Zinsentscheidung der Fed anstehen. Die BIP-Prognosen für die Eurozone dürften von 2,7% auf 2,5% gefallen sein. Bedenken um ein langsamer werdendes Momentum in den Wirtschaften der Eurozone haben den Euro in den letzten Wochen belastet, eine negative Überraschung könnte somit dazu führen, dass der Euro einbricht.

Ein langsamer werdendes Wachstum um 2,5% scheint leicht ironisch, da das schneller ist als das US-amerikanische Wachstum und sprechen wir erst gar nicht über die 1,4% im Vereinigten Königreich. Aber ein starkes Wachstum war einer der Hauptfaktoren, die dem Euro Auftrieb verliehen haben und sollte es fallen wird auch der Euro fallen.

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