Handelskrieg gegen Währungskrieg

London Capital Group: Die Wall Street war bereits 100 Punkte im Plus, als Trump vorschlug, dass die Fed die Zinsen nicht anheben sollte. Damit tauchte der Dow leicht ab und der Dollar fiel zurück. Doch am Ende schloss der Dow nahe seinen Sitzungstiefs. Auch der breitere US-Markt schloss nach enttäuschenden Unternehmensberichten und einem lustlosen Sitzungsverlauf mit 0,4% im Minus.

Traditionell ist es nicht üblich, dass sich der US-Präsident zur Geldpolitik äußert. Doch da wir Trump als wenig rücksichtsvoll kennen, ist es vielleicht nicht so überraschend, dass er mit der Tradition bricht (zum zweiten Mal). Der Dollar stürzte innerhalb weniger Minuten von seinem 12-Monatshoch um 0,5% ab, nachdem Trump sich dafür ausgesprochen hatte, dass er über höhere Zinsen nicht erfreut wäre.

Doch inzwischen konnte er einige dieser Verluste wieder zurückgewinnen. Die Wirklichkeit ist aber, dass der Fed-Vorsitzende Powell kaum seine Entscheidung danach treffen wird, ob Trump einen schwächeren Dollar haben will. Im Umfeld der Fed gibt es eine winzige Chance, dass einige Währungshüter nach den Äußerungen von Trump weniger geneigt wären, einer Zinserhöhung zuzustimmen, aber dieses Risiko ist extrem gering.

 

 


 

 

Timing ist alles
Gerade als Trump über die Stärke des Dollars stöhnte, wertete die PBOC den Yuan im größten Umfang seit 2016 ab, was die Märkte erzittern ließ. Dies wird als Reaktion Chinas auf den US-Handelskrieg gesehen und könnte der Beginn eines Währungskrieges sein. In der Folge steigen die Händler aus den Aktien aus und schicken die asiatischen Märkte ins Minus. Auch die europäischen Futures sind deutlich im Minus.

Erst vor einem Monat hatte China bestritten, dass es nach den Vorstößen von Trump bei den Zöllen einen Währungskrieg beginnen würde. Mit Trump kann sich in einem Monat viel ändern.

 

Kann Öl die Rallye vom Donnerstag weiter ausbauen?
Berichte, dass Saudi-Arabien in diesem Monat einen Rückgang der Ölexporte erwartet, stützten den Ölpreis am Donnerstag, aber dies schien zu wenig und zu spät zu sein. Das Öl hat in dieser Woche bisher über 3,5% verloren und im Monatsverlauf summieren sich die Verluste auf über 8,3%, die sich noch verstärken könnten, wenn Baker Hughes seine US-Bohraktivitäten heute im Verlauf des Tages bekannt geben wird.

Ein Regierungsbericht enthüllte, dass die US-Produktion in der vergangenen Woche mit 11 Millionen Barrel pro Tag einen Rekord erreicht hatte, und dies zu einem Zeitpunkt, da die OPEC ihre Produktionsbeschränkungen lockert, Libyen wieder im Spiel ist und Finanzminister Steve Mnuchin vorgeschlagen hat, dass die USA eine weichere Haltung gegenüber einigen iranischen Rohölkäufern einnehmen könnten, Äußerungen, die das Rohöl Anfang der Woche um 5 % einbrachen ließen.

Letzte Woche war die Anzahl der Bohrstellen unverändert. Ein Anstieg der Zahl der aktiv bohrenden Bohrstellen könnte weiteren Druck auf das Öl ausüben und es wieder in Richtung der Unterstützung bei 70 USD bringen.

 

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