Hoffnung auf die Wirtschaftsspritze beflügelte die Aktienmärkte

EVERGREEN: Die Woche startete mit einem Paukenschlag: Das deutsche Unternehmen BioNTech und dessen Partner Pfizer gaben bekannt, dass der von ihnen entwickelte mRNA-Impfstoffkandidat mit dem liebevollen Namen BNT162b2 ersten Testdaten zufolge eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent besitzt.

Die Aussicht auf eine baldige Zulassung des ersten Corona-Impfstoffes nährte an der Börse die Hoffnung auf eine baldige Normalisierung des Wirtschaftslebens und beflügelte die Aktienmärkte. Die Strahlkraft der Nachricht bewirkte zum Wochenbeginn einen kräftigen Kursanstieg an allen globalen Märkten – Dax, Euro Stoxx 50 oder Dow Jones: Alle Indizes konnten Entwicklungen im tiefgrünen Bereich verzeichnen.

Die Nachricht führte bei vielen Anlegern offenbar auch zu einer Depotumschichtung. So konnten vor allem die durch die Pandemie stark gebeutelte Luftfahrt- und Tourismusbranche stark zulegen, während einige Corona-Gewinner wie Technologiefirmen Kursverluste hinnehmen mussten.

 


 

Klammeraffen im Weißen Haus

Zudem verstärkte die am vergangenen Wochenende erlangte Klarheit über den US-Wahlsieg den positiven Entwicklungstrend. Zwar konnten die Demokraten nicht den von ihnen erhofften Erdrutschsieg feiern und auch keine Mehrheit im Senat erlangen, jedoch setzte sich Joe Biden im Kampf um das Weiße Haus durch.

Mit dieser geteilten Machtkonstellation scheinen sich die Anleger, im Gegensatz zu Donald Trump, scheinbar anfreunden können. Der amtierende Präsident ist auch in dieser Woche nach wie vor von einem Wahlbetrug überzeugt und weigert sich, seine Niederlage auch nach erfolglosen Klagen einzugestehen. Wird er die Wahlzettel in einzelnen Bundesstaaten nun persönlich nachzählen?

Gegen Ende der Handelswoche legten die Märkte jedoch eine Verschnaufpause ein und es kehrte vermehrt eine gewisse Skepsis zurück, was die Anleger zu Gewinnmitnahmen bewog. Spielverderber der Aktienrallye sind vor allem die weiterhin hohen Corona-Infektionszahlen, welche die Euphorie verblassen ließ und Investoren auf den Boden der andauernden Pandemie zurückholten.

Zudem stellte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die aktuellen Konjunkturerwartungen vor. Damit korrigierte das Institut die zuletzt sehr positiven Aussichten deutlich nach unten.

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