Immer neue Crash-Warnungen – Nasdaq vor der finalen Phase

Bernstein Bank: Die Bullen können es nicht mehr hören – doch die Warnungen vor einem Crash an der Börse werden immer mehr – und sie werden immer lauter. Vor allem die stellare Performance der Hightech-Aktien lässt die Alarmsirenen schrillen. Ein Investor sieht ein „Endgame“, andere die Wiederholung der Dotcom-Blase vor rund 20 Jahren oder der Finanzkrise 2008.

Nasdaq vor der finalen Phase
Besonders drastisch meldete sich Clem Chambers auf Forbes.com zu Wort: „The Nasdaq is on its final run and is going vertical, a classic end of bubble move. This is trader heaven and turns into speculator hell for those who think that markets do grow to the skies.“ Vielleicht könne die Rallye bis Weihnachten andauern oder aber morgen enden – falls die Federeal Reserve nicht die Luft aus der Blase lasse, könne sich der finale Move schnell einstellen. Und dann zog Chambers Parallelen zum Dotcom-Crash aus den 2000ern: Die Versuche der Regierung, die Wirtschaft anzuschieben, führten dazu, dass das ganze Geld geradewegs in Aktien fließe.

Wenn die Nasdaq nun vertikal abhebe, sei das letzte Kapitel des Prozesses eingeleitet – und ein zerstörerischer Crash werde einiges an Vermögen vernichten.

Die Gefahr bestehe, dass der aktuelle Markt den Doppelschlag der 1930er wiederhole.

Auch Sven Henrich von NorthmanTrader.com stieß ins gleiche Horn: Die Lücke zwischen Main Street und Wall Street weite sich immer weiter aus. Mehr als 50 Millionen Amerikaner dürften in er Krise arbeitslos werden. Doch die Banken profitierten vom Staatsgeld. Und die Tech-Milliardäre an der Börse erlebten mit, wie ihre Aktien weiter nach oben schießen.

Big Tech habe sich so weit vom Gesamtmarkt entfernen wie seit der 2000er-Blase nicht mehr.

 


 

Kollektive Halluzination am Finanzmarkt

JPMorgan zog Parallelen zum Crash von 2009. Im Gespräch mit Bloomberg TV äußerte Oksana Aronov, Leiterin der Abteilung Alternative Fixed-Income Strategy, die Käufe der US-Notenbank hätten die Bewertungen für Kredite von den sich verschlechternden Fundamentaldaten entkoppelt. Europäische und amerikanische Investoren seien gefangen in einer kollektiven Halluzination – die Marktbewertungen seien komplett fabriziert und synthetisch erschaffen durch die Liquidität der Zentralbanken.

Die Managerin warnte vor anstehenden Steuerzahlungen, die einen neuen Crash auslösen könnten. Selbst wenn es einen Impfstoff gegen Corona gebe, seien viele kleine Unternehmen monatelang ohne Cash.

Die Conclusio von Oksana: „Ultimately fundamentals will prevail“. Der Markt sei so überbewertet, dass die Great Depression nur ein Spaziergang sei im Vergleich zum kommenden Crash.

Da das aktuelle Finanzsystem dann nicht mehr länger existiere, riet sie Anlegern zu Gold.

 

Gigantische Bewertungslücke
Die Bank of America meldete sich ebenfalls mit ähnlichen Argumenten drastisch zu Wort. Chief Investment Officer Michael Hartnett schrieb in seiner legendären „Flow Show“, niemals zuvor sei die Lücke zwischen Makrodaten und Märkten größer gewesen – soll heißen, nie war der Markt so zerbrochen wie jetzt. Dies liege vor allem am globalen Stimulus in Höhe von 18,5 Billionen Dollar, und im Besonderen an den Asset-Käufen der Zentralbanken in Höhe von 8,0 Billionen Dollar. Und: „markets are up big because there was no Lehman“. Bislang seien große Konkurse ausgeblieben, doch sei der Verschuldungsgrad verglichen mit dem Bruttoinlandsprodukt weit höher als 2008.

Hartnett folgerte: „the remarkable rally in credit and stocks may be closer to an end than a beginning“ und „it is central banks, not bearish investors that end bubbles“.

Wenn die Zentralbank das Verkaufskommande für exzessiv bewertete Bonds ausgebe, könne dies zu einem finalen Schub für Aktien führe, bevor es zum Zusammenbruch komme.

 


 

Warnung von der Fed
Und tatsächlich sandte die Federal Reserve gerade implizit ein solches Sell-Signal aus: „We may be seeing significant pricing disconnects between the market & economic fundamentals, which could result in sudden & sharp repricing,” urteilte Federal Reserve Vice Chairman Randal Quarles. Der war übrigens vor seinem Job bei der Fed Investmentbanker bei der Cynosure Group in Utah und The Carlyle Group in Washington, D.C.

Wir meinen: Vielleicht gibt es also bald ein böses Erwachen. Es ist auffallend, dass sich immer mehr Profi-Anleger warnend zu Wort melden.

Wie es aussieht, rücken die Einschläge näher.

Trader und Investoren sollten diese Meinungen nicht leichtfertig vom Tisch wischen.

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