Jahrtausend-Chance bei Silber – Bullen-Faktor Industrie

Bernstein Bank: Der kleine Bruder des Goldes will es wissen: Silber hat in den vergangenen Wochen eine imposante Aufholjagd vorgelegt. Die Reise ist möglicherweise noch lange nicht vorbei. Einige glauben, dass Silber im Vergleich zu Gold so günstig ist wie seit 3.000 Jahren nicht mehr – und deshalb noch einige Luft nach oben hat.

Wir beleuchten die Hintergründe.

 

Corona-Schock versenkt Silber

Im Zuge der Corona-Krise war Silber Mitte März auf ein Elfjahrestief bei 11,62 Dollar je Unze gesunken. Ganz anders als das gelbe Edelmetall, das sich als Hedge in der Krise enorm robust gezeigt hatte. Ergo zog laut „Financial Times“ (FT) im März die Ratio von Gold im Vergleich zu Silber im Hoch auf das 125fache an. Eine eher ungewöhnliche Abkoppelung. Die Lücke ist weiter enorm groß, obwohl Silber zuletzt eine kleine Rallye bis auf 17,50 Dollar je Unze vorlegte.

Ein Blick auf den Chart von SchiffGold.com verdeutlicht die Aufholjagd: Gold kostet nun „nur noch“ das 100fache von Silber.

Doch historisch gesehen ist Silber damit im Vergleich zu Gold immer noch so günstig wie seit rund 300 Jahren nicht mehr – die FT verwies für diesen Rückblick auf Daten des Gold-Trader-Veteranen Ross Norman, die bis 1697 zurückreichen. Und das Blog SovereignMan blickte noch weiter zurück: Schrifttafeln aus dem Babylonien zur Zeit Nebukadnezars – rund 1.200 vor Christus – zeigten eine Ratio von 10 zu 1. Fünf Shekel Silber kosteten demnach ein halbes Shekel Gold.
Aber bleiben wir in der Neuzeit. SovereignMan argumentierte, die typische Exchange-Rate seien 50 bis 80 zu 1.

Weit teurer war Silber jedoch auch in jüngster Vergangenheit – in den 20er- und 50er-Jahren mit einer Ratio von unter 20.

 


 

Nun dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die Anleger zur Aufholjagd blasen. Analysten der Bank of America bezifferten das Preisziel für Silber für die kommenden zwölf Monate auf 20 Dollar.

Die FT zitierte den Fondsmanager Grant Beasley von Highbury Capital in Toronto: Demnach würden im Lauf der Zeit immer mehr Anleger auf den rollenden Silber-Zug aufspringen, bis zu guter Letzt auch regelrecht fiebrige Retail-Investoren mit dabei seien.

Die haben sowieso schon Lunte gerochen: Laut dem Lobby-Bericht World Silver Survey zog der Absatz von Silber-Münzen bis Ende 2019 um 13 Prozent auf 97,9 Millionen Unzen an.

 

Im Windschatten von Gold

Und falls Silber wirklich dem Gold folgt, dann könnte definitiv ein Kaufrausch bevorstehen: Gemäß World Gold Council stiegen die Goldreserven bei Indexfonds im ersten Quartal um das Siebenfache auf den Rekordstand von 3.185 Tonnen im März. Tatsächlich hat Silber laut der Website SchiffGold das gelbe Metall in einem Bullenmarkt ausgestochen.

Investor Peter Schiff wörtlich: „If we’re going to go to a new high in gold, if gold is going to take out $1,900, which I believe it is, silver should outperform.”

 

Rotierende Druckerpresse
Die generellen Argumente von SchiffGold pro Silber sind nachvollziehbar: Die Federal Reserve drucke Billionen von Dollar, um mit dem Luftgeld die Wirtschaft zu stützen. So sei die Bilanz der Fed in der vorigen Woche um weitere 212,8 Milliarden Dollar auf sagenhafte 6,93 Billionen Dollar angeschwollen. Die Geldmenge habe um 198,6 Milliarden Dollar zugelegt.

Im Gespräch mit der FT stieß Ian Williams, Chairman des Charteris Treasury Portfolio Managers Fund, ins gleiche Horn: Silber sei genauso ein Inflation-Hedge wie Gold.

Und müsste demnach in einer Krise gut zulegen: Tatsächlich zog Silber dem Blatt zufolge in einer 440prozentigen Rally in der Finanzkrise 2008 bis auf 48,44 Dollar je Unze im Jahr 2011 an.

 

Investmentfonds kaufen

Zudem habe die Investment-Nachfrage laut SchiffGold schon vor Corona angezogen. Voriges Jahr sei der Bestand an Silber bei professionellen Anlegern um 12 Prozent auf 186,1 Millionen Unzen gesprungen – der größte Zuwachs seit 2015. Laut FT hielten Exchange Traded Funds jüngst den Rekordstand von 675 Millionen Unzen.

Gleichzeitig sei der Ausstoß der Silberminen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken, urteilte SchiffGold weiter.

So lag voriges Jahr die Produktion zum vierten Mal in Folge im Minus, konkret seien es minus 1,3 Prozent auf 836,5 Millionen Unzen gewesen.

 


 

Bullen-Faktor Industrie
Silber ist laut SchiffGold historisch gesehen volatiler als Gold, da die Hälfte der Nachfrage aus der Industrie stamme. Das weiße Metall wird wegen seiner guten Leitfähigkeit in der Elektroindustrie, aber auch in der Photovoltaik und als Bakterien-Killer in der Pharma-Industrie eingesetzt. Wichtige Einsatzgebiete sind konkret Solar-Panels, Infrastruktur für 5G-Mobilnetze oder Radargeräte für autonom fahrende Autos.

Im März gab Samsung die Entwicklung einer neuen Lithium-Ionen-Batterie bekannt, die eine dünne Schicht Silber-Karbon anstatt Graphit auf der Anode aufgebracht hatte.

Mit all diesen Anwendungen hätten wir langfristig gesehen einen bullishen Faktor: Wenn die Industrie nach Corona wieder zulegt, dürfte auch die Nachfrage anziehen.
Unser Fazit: Wer den Argumenten der Experten folgt, sollte bei Silber long gehen.

Und das weiße Metall als Alternative zum Gold sehen.

 

Aktueller Goldpreis

Aktueller Silberpreis

Disclaimer & Risikohinweis

78% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter.

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge