Keine baldigen Fortschritte bei Handelsspannungen und geopolitischen Sorgen

London Capital Group: Da der Handel ganz oben auf der Tagesordnung stand, waren die Erwartungen, dass der G7-Gipfel nahtlos verlaufen würden, bereits gering, bevor das Treffen überhaupt begonnen hatte. Ein Wortwechsel auf Twitter zwischen Trump und Macron und Trump und Trudeau bildete die Grundlage für die schlechten Beziehungen, die darauffolgen sollten.

Die Tatsache, dass Trump den Gipfel vorzeitig verließ und sich aus dem mühselig verhandelten G7-Kommuniqué zurückzog und damit drohte, den engsten Partnern der USA weitere Handelszölle aufzuerlegen, sicherte einen risikoscheuen Start in die neue Handelswoche.

 

Die asiatischen Aktien zeigten sich nach dem G7 volatil – oder wäre es vielleicht angemessener vom G6 +1 zu sprechen – wo die Ängste verstärkt wurden, dass ein globaler Handelskrieg unvermeidbar ist, solange Trump weiter bei seiner protektionistischen Einstellung bleibt. Die traditionellen Häfen wie der japanische Yen und das Gold stiegen deutlich, während die Anleger weiter aus dem Dollar und aus den risikoreicheren Anlagen ausstiegen, was die US-Futures einbrechen lies und einen durchwachsenen Start in Europa andeutet.

Wenn eines nach diesen Gesprächen sicher ist, so ist es, dass wir bei den Handelsspannungen keine baldigen Fortschritte sehen werden.

 

NAFTA-Verhandlungen wohl härter
Der kanadische Dollar ist eindeutig der Verlierer aus den neuen schwachen Handelsbeziehungen zwischen den USA und Kanada. Der USDCAD stieg bei Eröffnung am Sonntag und erreichte 1,2999 USD, nachdem er die Vorwoche bei 1,2922 USD geschlossen hatte, da die Anleger anerkennen, dass sie NAFTA-Verhandlungen sehr wahrscheinlich härter ausfallen werden, nachdem Herr Trump den G7-Gipfel vorzeitig verlassen hat und in seinen Tweets den kanadischen Ministerpräsidenten Trudeau angreift.

Da bis Donnerstag keine wichtigen kanadischen Daten veröffentlicht werden, gehen wir davon aus, dass das Paar weiter anfällig auf weitere Handelsschlagzeilen reagieren wird, und dass der Dollar das Sagen haben wird.

Da es diese Woche viel gibt, worauf die Dollar-Händler ein Auge halten werden, wird die Aufmerksamkeit am Dienstag auf den Gipfel zwischen den USA und Nordkorea übergehen. Auch wenn beide Seiten versuchen, die Erwartungen zu erfüllen, führt das hitzige Temperament beider Präsidenten dazu, dass dieses Meeting alles andere als gemachte Sache ist.

 

 


 

 

Italien beabsichtigt, den Euro zu behalten
Der Euro weitete die Gewinne aus der Vorwoche aus und schlug aus dem schwächeren Dollar Kapital, und profitierte gleichzeitig, da der neue italienische Finanzminister Giovanni Tria die Märkte versichern wollte, indem er bestätigte, dass dafür ist, den Euro beizubehalten und die italienischen Schulden abbauen möchte.

Nachdem der Euro vor nur zehn Tagen ein 10-Monatstief erreicht hatte, ist seine Nachfrage wieder gestiegen. Belastungen wie die Tatsache, dass Italien aus dem Euro aussteigen könnte und das quantitative Lockerungsprogramm der EZB verschwinden und führen dazu, dass der Optimismus hinsichtlich des Euros schwungvoll zurückkommt.

Der EURUSD stieg bei Marktöffnung am Sonntag über 1,18 USD und da die Händler auf die EZB-Sitzung am Donnerstag warten, wo weitgehend erwartet wird, dass die Zentralbank ihr QE-Programm nach einer dreimonatigen Drosselung im Dezember einstellen wird.

Es besteht aufgrund der hohen Erwartungen klar ein Abwärtsrisiko, wobei die Vermutungen einer sechsmonatigen Drosselung die Einheitswährung wohl in den Keller ziehen werden.

 

Gemischte britische Daten?
Nach einem ruhigen britischen Wirtschaftskalender in der zweiten Hälfte der letzten Woche werden die Pfundhändler sich freuen, diese Woche wieder mehr Veröffentlichungen von britischen Wirtschaftszahlen zu sehen. Während die heute veröffentlichten Zahlen für das verarbeitende Gewerbe und die Industrieproduktion durchwachsen ausfallen dürften, sollten die NIESR BIP-Daten einen Anstieg des Wirtschaftswachstums zeigen.

Sollte das der Fall sein, könnten wir zusammen mit dem schwächeren Dollar sehen, dass das Pfund sich endlich den 1,35 USD annähern dürfte.

 

 

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