Meltup – Immer mehr Geld fließt in den Aktienmarkt

Bernstein BankKurz bevor ein Vulkan ausbricht, strömt verstärkt Magma aus dem Erdinneren nach oben. Und dann bricht die Hölle los. So ähnlich sehen derzeit einige Mega-Bullen die Lage an der Wall Street: Immer mehr Geld fließt in den Aktienmarkt.

Viele haben Angst, die Hausse zu verpassen. Besser spät als nie. Denn es bringt nichts, sich gegen die Federal Reserve zu stellen.

In solchen Situationen bricht normalerweise die Börse nach oben aus.

 

15 Milliarden täglich

Das Wort Meltup ist – wieder einmal – in aller Munde bei den Investoren auf dem Globus. Goldman Sachs bekräftigte jetzt die Prognose für genau diesen Ausbruch nach oben: An der Seitenlinie warte eine Menge Geld darauf, investiert zu werden. Viele Anleger hätten sich wegen Corona zurückgehalten.

Bis zum Jahresende werde es jetzt wirklich interessant: „Expect $15 Billion In Demand Every Day To Close The Year“.

Das ist doch mal ein Wort: Jeden Tag müssen 15 Milliarden Dollar investiert werden.

 

Buybacks und Retail-Investoren

Schon vor einem Monat hatte die Investmentbank erläutert, Aktienrückkäufe von Konzernen seien der größte bullishe Faktor. Auch die Anlagen von Privatanlegern für die private Rentenversicherung ließen nicht nach. Und Investmentfonds müssten Cash investieren.

De facto hielten private US-Haushalte 38 Prozent des insgesamt 75 Billionen Dollar schweren amerikanischen Aktienmarktes. Zum Jahresanfang seien es noch 36 Prozent gewesen.

Der Anstieg am Vermögensaufbau für die Retail-Kunden sei fast so stark gewesen wie die gesamte Hedge-Fonds-Industrie. Die Goldmänner hatten bislang recht – die Börse zog nach oben.

Wir meinen: Natürlich haben die Retail-Investoren verstanden, dass sie bei der anhaltenden Inflation einsteigen müssen.

 


 

Gefangen in der Endlosschleife

Und damit wären wir gleich beim Grund, warum die Fed nicht die Zinsen anhebt oder entschlossen das Tapering angeht, also die Drosselung der Geldmengen-Zufuhr. Ganz einfach, urteilt Michael Lebowitz vom Blog Advisor Perspectives: Weil damit der Finanzmarkt gerettet werden müsse.

Die Notenbank interessiere sich nicht für ihre eigenen, öffentlich verkündeten Ziele – der Arbeitsmarkt sei so stark wie zu jeder Zeit in den vergangenen dreißig Jahren. Die Inflation in den USA läuft davon.

Doch es gehe darum, den Markt zu retten. Der könne bei einer Zinserhöhung kräftig abstürzen.

Die Fed ist also dazu verdammt, das Gleiche immer weiter zu tun. More of the same.

 

Aus für den Bären

Dazu passt diese kleine Fußnote: Die Investmentfirma Russell Clark muss den laut dem Finanzblog ZeroHedge bearishsten Hedge Fonds überhaupt wegen Erfolglosigkeit schließen.

Der RCIM Global Fund verlor alleine 5,3 Prozent im Oktober und die Performance steht in diesem Jahr bei minus 2,6 Prozent. Dies, während die Cryptos und die großen US-Indizes davoneilen.

Short-Positionen haben sich eben nicht gelohnt.

In seiner Abschiedsmeldung an die Investoren sprach der Fonds genau die Probleme an, die derzeit überall auf der Welt Trader und Investoren plagen: Es gibt einfach keinen echten Markt mehr.

Es gibt nur die Notenbanken und die Politik: „Markets have now become a political choice. US markets are essentially a bet on the Fed unable to raise rates, and congress unable to regulate big tech or raise corporate tax rates. Commodity markets have now become a bet on Chinese policy objectives, and currencies have become a bet on what Chinese policy objectives are too.“

Unser Fazit: Wie es aussieht, gibt es noch viel Luft nach oben. Nur ein völlig unerwartetes negatives Ereignis dürfte die Hausse stoppen.

Oder eben irgendwann doch die Anhebung der Zinsen und das Ende der Geldflut.

Ansonsten gilt: Don’t fight the fed.

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