Spannungen eskalieren, Aktien fallen aufgrund weiterer Zölle

London Capital Group: Die Tatsache, dass Herr Trump weitere mögliche Zölle in Höhe von 100 Mrd. USD auf chinesische Importe angekündigt hat, machte schnell alle Hoffnungen zunichte, dass man eine freundschaftliche Lösung für die eskalierenden Handelsspannungen finden kann; dies wirbelte die asiatischen Märkte zunächst durcheinander und ließ die europäischen und US-amerikanischen Futures stark einbrechen.

Auch wenn die Reaktion der Märkte ein starker Abverkauf war, so haben diese in der Zwischenzeit die Verluste zumindest etwas wieder gut gemacht, Asien schließt durchwachsen und für Europa erwarten wir weiter einen niedrigeren Start, allerdings zu geringerem Ausmaß als zu dem Zeitpunkt, zu dem sich die Nachricht breit machte.

Die beeindruckende Rallye vom Donnerstag ist in Gefahr, da Trump sich für die Retourkutsche Chinas rächt und man bereit ist, die Handelsprobleme zur Welthandelsorganisation weiterzuleiten, das klarste Anzeichen bisher, dass die zwei größten Wirtschaften der Welt weiter am Rande eines Handelskriegs stehen.

Die Botschaft des Weißen Hauses war diese Woche bestenfalls durchwachsen und der Berater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, und andere Mitarbeiter spielen alle Bedenken um einen Handelskrieg herunter, was den Märkten Auftrieb verliehen hat.Aber Trump machte mit seinem zunehmend harten Ansatz am Donnerstagabend einen großen Teil der guten Arbeit von Kudlow & Co.  wieder zunichte.

NFP & Powells Rede

Am Freitag stehen zwei Ereignisse an, die möglicherweise starke Auswirkungen haben werden (neben den eskalierten Handelskriegsängsten), was zu Volatilität beim Dollar führen könnte.

Zunächst wird das US Labour Department um 12:30 GMT die NFP veröffentlichen.Danach steht um 17:30 GMT eine Rede von Fed-Chef Jerome Powell zu den Wirtschaftsbedingungen an, die die Anleger genau auf Hinweise zu den Politikprognosen hin untersuchen werden.

Die USA haben Erwartungen zufolge im März 195.000 neue Stellen geschaffen, ein Rückgang von der unerwartet starken Zahl von 313.000, die im Februar geschaffen werden konnten.Die Arbeitslosenquote dürfte von 4,1% im Vormonat auf 4% gefallen sein, das wäre der niedrigste Wert in 18 Jahren.Zuletzt dürfte das Einkommenswachstum im Monatsvergleich um 0,3% gestiegen sein und im Jahresvergleich um 2,7%, im Vergleich zu 2,6% im Februar.

Einkommen im Mittelpunkt

Wie bereits es im vergangenen Jahr bei den Berichten der Fall war, dürften sich die Händler vor allem auf den Lohnteil des Berichtes konzentrieren.Wir müssen nur an den Bericht vom Februar zurückdenken, als eine überraschend starke Zahl für das Einkommenswachstum die Renditen der Staatsanleihen rapide steigen ließ, die Aktien in den Keller zog und für den Dollar einen leichten Erholungsmodus einleitete, nachdem er den größten Teil des Jahres 2017 deutlich gefallen war.

Das Einkommenswachstum gilt als Vorläufer für eine später höhere Inflation.

Die Inflation in den USA bleibt unter dem Ziel der Fed von 2%, das ist die größte mögliche Hürde für eine aggressivere Geldpolitik.Daher würden Anzeichen auf einen höheren Inflationsdruck aufgrund höherer Löhne die Chancen erhöhten, dass der Zinspfad der Fed steiler werden könnte und somit dem Dollar Auftrieb verleihen und die Aktien fallen lassen.Auf der anderen Seite belasten Anzeichen auf ein schwaches Einkommenswachstum in der Regel den Dollar und verleihen den Aktien Auftrieb.

Gibt sich Powell neutral?

Das zweite Schlüsselereignis wird der Auftritt von Jerome Powell sein, der sich zur US-Wirtschaft äußern wird.Auch wenn die Anleger genau hinhören werden, um Hinweise zur Geldpolitik zu erhalten, so könnten die neuen Nachrichten begrenzt sein, da er erst vor ein paar Wochen eine Rede hierzu gehalten hat.Seit seinem letzten Auftritt sind die US-Wirtschaftsdaten weitgehend unverändert geblieben, der Inflationsdruck ist kaum gestiegen, aber das Abwärtsrisiko durch einen möglichen Handelskrieg ist deutlich höher geworden.Als Folge gehen wir davon aus, dass Powell sich für den Moment neutral zur Politik äußern wird.

Die CME Fed Funds preisen aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 80% ein, dass die Zinsen im Juni erhöht werden.Es wäre eine stark enttäuschende Zahl nötig, damit die Wahrscheinlichkeit deutlich fällt.Auf der anderen Seite könnten eine starke Zahl vor allem bei den Einkommen und ein restriktiv klingender Powell die Wahrscheinlichkeit und somit auch den Dollar anheben.

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