Zins-Schock: Warum bricht der Goldpreis ein?
CMC Markets: Der Goldpreis ist nach der Bekanntgabe der Zinsentscheidung durch die amerikanische Notenbank empfindlich unter Druck geraten. Er durchbricht wichtige technische Unterstützungsmarken und reaktiviert damit eine Trendwendeformation vom August 2020. Damals macht sich der Markt das letzte Mal Sorgen über steigende Zinsen und höhere Inflation.
Warum hilft die Inflations-Diskussion dem Goldpreis nicht?
Mögliche Ursache der Goldpreis-Schwäche
Die Behauptung, Gold korreliere mit der Inflation ist nicht ganz richtig. Es lässt sich lediglich eine umgekehrte Korrelation zwischen dem Realzins und dem Goldpreis historisch beobachten. Diese Korrelation schwankt über die Zeit und ist in einzelnen Phasen auch gänzlich aufgehoben.
Nun scheint sie aber wieder zu wirken. Im Realzins steckt zwar die Inflation, da sie den Nominalzins abzüglich der Inflation darstellt. Die Inflation ist zwar auf einem hohen Niveau, hat sich aber zuletzt nicht weiter aufwärts bewegt.
Dies taten jedoch die Zinsen, die für zehnjährige Laufzeiten in den USA in dieser Woche von 1,42% auf 1,59% gestiegen sind.
Kommen noch höhere Zinsen in den USA?
Die volle Aufmerksamkeit sollte jetzt dem Anleihemarkt gelten, wo entscheidend sein wird, ob der Bund Future und die US-Staatsanleihen ihre im Frühjahr etablierten Obergrenzen bei den Zinsen angesichts der neuen geldpolitischen Einflüsse verteidigen können.
Ein Ausbruch auf neue Hochs könnte wieder berechtigte Zweifel der Investoren an der Einschätzung der Fed einer lediglich temporären Inflation aufkommen lassen.
Neu entfachte Diskussion um Inflation und Zinsen
Am Mittwochabend wurde die in den vergangenen Wochen eher im Hintergrund geführte Debatte um Inflation und Zinsen wieder neu entfacht. Der stärkere Dollar zieht einen schwächeren Euro nach sich.
Sollte diese Dynamik anhalten, könnte die fallende Gemeinschaftswährung die Inflation in der Eurozone zusätzlich anheizen.
Goldpreis gerät unter Druck
Der Goldpreis war einer der Leidtragenden der gestrigen geldpolitischen Beschlüsse. Das Edelmetall aktiviert eine Trendwendeformation, die 2000-Dollar-Marke rückt damit wieder in weite Ferne.
Technisch stellt der Schlusskurs unter $1863 im Goldpreis aktuell eine Reaktivierung der Trendwendeformation aus dem August 2020 dar. Dessen 61,8% Fibonacci Auffächerung liegt bei $1731.
Ohne erneutes Überschreiten von $1862 könnte der Goldpreis also schwächer tendieren.

Gold Cash CFD (Goldpreis), 1 Kerze = 1 Tag, Quelle: CMC Markets
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