Staatsanleihen: 10-jährige US-Treasuries zum Jahresende bei rund 4,5% erwartet
Die latenten Angriffe auf den US-Notenbankpräsidenten verstärken den Eindruck, dass vor allem die Inflationsrisiken mit Blick auf die kommenden Jahre deutlich zunehmen könnten.
Die Kursverläufe der 5Y5Y Inflation Forwards zeigen, dass die Lage im Euroraum als stabil angesehen wird. Die Terminmarktkurse für die USA zeichnen jedoch ein anderes Bild. Hier hat sich seit April – trotz insgesamt moderater Ölpreisentwicklung – ein Aufwärtstrend gebildet.
Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sich die Inflationserwartungen insgesamt noch nicht auf kritischen Niveaus befinden.

Auch das konjunkturelle Bild ist diffus, sodass sich Anleiheinvestoren angesichts des schwierigen fundamentalen Umfelds nur schwer erfolgversprechende Anlagestrategien erschließen können. Im Euroraum kommt hinzu, dass die Geldpolitik mehr oder weniger am Ende des Zinssenkungszyklus angelangt ist.
In solchen Phasen hat sich in der Vergangenheit der Spielraum für Kursgewinne bei Staatsanleihen tendenziell verengt.

Besonders kritisch scheint die Situation in Frankreich zu sein. Der Abschlag bei zehnjährigen Laufzeiten gegenüber italienischen Papieren ist auf weniger als 20 Basispunkte geschrumpft – der niedrigste Stand seit 2007.
Insgesamt dürfte sich die volatile Entwicklung der Renditen fortsetzen. Die Unterstützung von geldpolitischer Seite lässt zumindest im Euroraum spürbar nach. Vom US-Rentenmarkt ist kaum Rückenwind zu erwarten. Die hohe Staatsverschuldung und Inflationsrisiken belasten US-Treasuries und sorgen tendenziell für eine steilere Zinskurve.
Die Rendite 10-jähriger Bunds dürfte am Jahresende – bei verbesserten Konjunkturaussichten für 2026 – bei rund 2,8% liegen, das US-Pendant wird vermutlich bei etwa 4,5% notieren.
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