Kryptowährungen: Näher am Tief als am Hoch
Die Kryptowährungen sind nach dem Mitte Januar begonnenen Absturz und einer kurzen, aber recht starken Gegenbewegung in eine volatile Seitwärtsphase übergegangen. Der Kurs des Bitcoin markierte Anfang Februar sein Korrekturtief bei gut 60.000 Dollar, Ethereum fiel bis auf 1.750 Dollar.
Von diesen Niveaus aus sind die beiden führenden Kryptowährungen im Anschluss um rund 27 bzw. 36 Prozent gestiegen, bevor zu Beginn der laufenden Woche wieder Gewinnmitnahmen einsetzten. Aktuell kostet der Bitcoin rund 70.000 Dollar, Ethereum wird zu 2.170 Dollar gehandelt.
„Konsolidierung statt Kapitulation“
André Dragosch von Bitwise vermutet trotz weiterhin bestehender Abwärtsrisiken, dass „wir uns vermutlich näher am Tief als am Hoch befinden, da die Bewertungen bereits mit denen früherer Zyklustiefs vergleichbar sind“. Ergänzend fügt er hinzu, dass die Marktstimmung bereits den niedrigsten Stand seit November 2022 erreicht habe. „Damals kollabierte die Kryptobörse FTX und der Markt fand seinen Boden.“
Spannend waren in den vergangenen Wochen die weltweiten Kapitalflüsse. US-Spot-Bitcoin-ETCs verzeichneten seit dem 2. März Nettozuflüsse von rund 530 Mio. US-Dollar und brachen damit eine vierwöchige Abflussserie. „Das Kapital fließt nicht ab, sondern konsolidiert sich“, fasst Michielsen die Entwicklung zusammen.
Seiner Analyse nach bleibt die Marke von 78.000 US-Dollar für den Bitcoin „die harte Grenze“. Ein nachhaltiger Schlusskurs darüber bei hohem Volumen würde demnach einen Regimewechsel bedeuten, ansonsten blieben die Tiefststände vom Februar im Blickfeld.
Bitcoin Chart
Inflation bringt Rückenwind, aber auch Gegenwind
Dragosch sieht ebenfalls Chancen und Risiken und blickt dabei auch auf mögliche Auswirkungen des Iran-Kriegs. „Steigende marktbasierte Inflationserwartungen wirken sich in der Regel positiv auf Bitcoin aus, dies gilt insbesondere seit der Covid-Pandemie.“
Gleichzeitig drohe in solchen Phasen eine gewisse finanzielle Straffung durch steigende Anleiherenditen. „Dies bremst das Wachstum der Geldmenge etwas aus und könnte somit Gegenwind für Bitcoin darstellen“. In Summe rechnet der Stratege mit einer erhöhten Volatilität, bis der Markt höhere Energiepreise und Renditen vollständig verarbeitet hat.
Der Handel mit Krypto-ETCs verläuft aktuell weiterhin relativ ruhig. „Die Umsätze sind wirklich sehr klein“, berichtet Ivo Orlemann von der ICF Bank. Orders gibt es fast ausschließlich für den Bitcoin, wobei hier „in beide Richtungen gehandelt wird“. Etwas Interesse sieht er für den WisdomTree Physical Bitcoin (GB00BJYDH287) und den 21shares Bitcoin Core (CH1199067674).
Bitcoin verzeichnet die höchste Nachfrage
Bitcoin verzeichnet als Basiswert die höchste Nachfrage. Anleger setzen hier mehrheitlich auf steigende Kurse, während bei Solana und XRP ein gegensätzliches Verhalten zu beobachten war. Die drei in den vergangenen Wochen am häufigsten gehandelten Produkte waren allesamt Knock-out-Produkte auf den Bitcoin Future (DE000VV9F660, DE000VJ5S022, DE000VM4G8J9).
Disclaimer & Risikohinweis
Feld nicht bekanntThemen im Artikel
Infos über Deutsche Börse Frankfurt
Die Deutsche Börse AG ist der Betreiber des börslichen Handelsplatzes Deutsche Börse Frankfurt und dem elektronischen Deutsche Börse Xetra. Die Deutsche Börse Frankfurt unterhält modernste Handels-, Abwicklungs- und Informationssysteme rund um den börslichen Handel. Mit einem Umsatzanteil von ...
Deutsche Börse Frankfurt News
[btde_debug]











