Aktie im Fokus: LANXESS AG – Buffett steigt ein

LYNX Broker: Die Lanxess AG (ISIN: DE0005470405 – Symbol: LXS (IBIS) – Währung: Euro) ist ein führender Spezialchemie-Konzern. Mit rund 19.200 Mitarbeiter in 25 Ländern erzielte Lanxess 2016 einen Konzernumsatz von 7,7 Mrd. Euro. Das Unternehmen hat global 75 Produktionsstätten und wird von CEO Matthias Zachert und seinen Vorstandskollegen Michael Pontzen, Rainier van Roessel, und Hubert Fink geleitet.

 

Der Konzernsitz befindet sich in Köln. Lanxess entstand im Zuge der Neuorganisation des Bayer-Konzerns durch eine Ausgliederung der meisten Chemie- und rund einem Drittel der Kunststoffaktivitäten. Diese Aktivitäten wurden in der Lanxess AG gebündelt und im Jahr 2005 an die Börse gebracht. Die neueste Akquisition – die US-amerikanische Chemtura – wurde im April dieses Jahres erfolgreich abgeschlossen.

 

Kernaktivitäten

Die Lanxess AG hat ihre Kerngeschäftsbereiche in der Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb von chemischen Zwischenprodukten. Mit einem Joint-Venture mittels der Gesellschaft Arlanxeo und zusammen mit Saudi Aramco, ist Lanxess der führende Hersteller von synthetischem Kautschuk.

 

Lanxess selbst ist in zehn Geschäftsbereiche, die so genannten Business-Units, untergliedert, die wiederum in drei Segmente (Performance Materials, Advanced Materials und Performance Chemicals) gruppiert sind.

 

Die zehn Geschäftsbereiche sind Additives, Advanced Industrial Intermediates, Inorganic Pigments, Liquid Purification Technologies, High Performance Materials, Leather, Material Protection Products, Rhein Chemie, Saltigo und Urethane Systems.

 

Analysen zur Aktie

Baader Bank, Barclays, Citigroup, Commerzbank, Credit Suisse, Deutsche Bank, DZ Bank, Exane BNP, Goldman Sachs, Hauck & Aufhäuser, HSBC, Independent Research, Jefferies, JPMorgan, Kepler Cheuvreux, Macquarie, Merrill Lynch, Morgan Stanley, NordLB, Société Générale, S&P Global, UBS und Warburg Research haben seit Juli 2016 Analysen zur Aktie der Lanxess AG gefertigt.

 

Die Kurszielspanne reicht von 36,00 Euro (JPMorgan vom 04.07.2016) bis 81,00 Euro (Kepler Cheuvreux vom 11.05.2017). Kumuliert man die Kursziele der 23 Analysen, ergibt sich daraus ein Durchschnittskursziel in Höhe von 66,94 Euro. Zieht man allein die Kursziele für 2017 heran, ergibt sich ein Durchschnittskursziel in Höhe von 71,11 Euro.

 

Die Aktie ging zum Zeitpunkt dieser Analyse mit 66,45 Euro aus dem Xetra-Handel. Kurspotenzial könnte also noch vorhanden sein.

 

Die Aktie und ihre Aktionärsstruktur

Die Aktien der Lanxess AG sind seit dem 31.01.2005 an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Sie gehören zum Handelssegment Prime Standard. Insgesamt sind 91.522.936 nennwertlose Stückaktien ausstehend. Die Wertpapiere sind Mitglied im MDAX, aber auch in weiteren Indizes wie dem Dow Jones STOXX 600 Chemicals SM oder dem Dow Jones Sustainability Index (World).

 

Beim Thema Nachhaltigkeit kann auch auf eine nachhaltige Dividendenpolitik verwiesen werden, denn seit 2006 zahlt die Lanxess AG ihren Aktionären regelmäßig eine Dividende. Zwar stieg diese seit 2006 nicht immer kontinuierlich an, auch Rückschläge mussten verkraftet werden, doch einen Ausfall der Dividende mussten die Aktionäre nicht beklagen.

 

Der Markt bewertet die Lanxess AG derzeit mit 6,08 Mrd. Euro. Die Aktie kostete in den letzten 52 Wochen 69,18 Euro im Hoch und 37,28 Euro im Tief. Der Durchschnittskurs der letzten 250 Tage lag bei rund 56,75 Euro. Auf Sicht von einem Jahr lag die Performance bei rund 24 Prozent. Damit wurde die Performance der Benchmark-Index MDAX, der sich im gleichen Zeitraum mit einem Plus von rund 148 Prozent entwickelte, deutlich verfehlt. Die Aktie ist ein klarer Underperformer.

 

Die größten Anteilseigner sind BlackRock mit 5,64 Prozent, Norges Bank mit 5,07 Prozent, UBS Group AG mit 3,08 Prozent, Allianz Global Investors Europe GmbH mit 3,02 Prozent, General Reinsurance AG (Berkshire Hathaway/Warren Buffett) mit 3,00 Prozent, Dimensional Holdings mit 3,00 Prozent, Union Investment Privatfonds GmbH mit 3,00 Prozent, The Capital Group Companies mit 2,97 Prozent, FMR LLC mit 2,95 Prozent und Dodge & Cox mit 2,89 Prozent.

 

Der Streubesitz liegt bei 65,37 Prozent. Der Anteil der institutionellen Aktionäre liegt bei rund 90 Prozent. Es bleibt also lediglich ein Anteil von 10 Prozent von Privatanlegern – und darin ist bereits der Anteil der Lanxess-Mitarbeiter in Höhe von einem Prozent enthalten. Die meisten Aktionäre kommen mit 32 Prozent aus den USA, gefolgt von Deutschland mit 28 Prozent, Großbritannien mit 16 Prozent, dem sonstigen Europa mit 15 Prozent und übrigen Regionen mit 9 Prozent.

 

Fundamentaldaten zur Aktie der Lanxess AG

Für das Geschäftsjahr 2016 (bilanziert wird bei Lanxess zum 31.12. gemäß IFRS in Euro) wies der Konzern einen Umsatz in Höhe von 7,7 Mrd. Euro aus (2015: 7,9 Mrd. Euro; 2014: 8,0 Mrd. Euro; 2013: 8,3 Mrd. Euro; 2012: 9,1 Mrd. Euro). Demnach sind rückläufige Umsätze zu registrieren.

 

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag 2016 bei 339,00 Mio. Euro (2015: 288,00 Mio. Euro; 2014: 80,0 Mio. Euro; 2013: -239,00 Mio. Euro; 2012: 669,00 Mio. Euro). Das Zinsergebnis lag 2016 bei einem Minus von 63,00 Mio. Euro. Als Jahresüberschuss wurden für 2016 192,00 Mio. Euro ausgewiesen (2015: 165,00 Mio. Euro; 2014: 47,00 Mio. Euro; 2013: -159,00 Mio. Euro; 2012: 514,00 Mio. Euro). Das Nettoergebnis je Aktie betrug 2,10 Euro.

 

Für 2016 schüttete der Konzern eine Dividende von 0,70 Euro je Anteilsschein aus. Die Ausschüttungssumme betrug insgesamt 64,1 Mio. Euro und damit nicht einmal ein Drittel des Jahresüberschusses. Dies ist als sehr konservative Dividendenpolitik zu werten. An liquiden Mitteln wurden für 2016 355,00 Mio. Euro erklärt, das wirtschaftliche Eigenkapital ist mit 2,6 Mrd. Euro angesetzt und die Verbindlichkeiten werden mit 6,1 Mrd. Euro ausgewiesen.

 

Die Bilanzsumme liegt bei 9,9 Mrd. Euro. Die Eigenkapitalquote betrug für 2016 rund 37,7 Prozent, 2013 lag sie noch bei 27,9 Prozent – sie hat in den letzten Jahren also merklich angezogen. In den Bilanzprognosen für 2017 und 2018 werden Umsätze in Höhe von 9,43 Mrd. und 10,01 Mrd. Euro angeführt. Das EBIT soll 2017 702,00 Mio. Euro betragen, 2018 sollen es 821,85 Mio. Euro sein.

 

Der Gewinn je Aktie könnte 2017 demnach bei 3,55 Euro liegen und sich 2018 auf 4,48 Euro erhöhen. Die Dividende könnte 2017 bei 0,85 Euro und 2018 bei 1,10 Euro je Stammaktie liegen. Der Cashflow je Aktie könnte 2017 bei 9,09 liegen und sich 2018 auf 10,31 Euro ausweiten. Das Nettovermögen je Aktie sollte sich in 2017 bei 30,03 Euro und 2018 bei 32,08 Euro einpendeln. Für 2017 könnte die Nettoverschuldung bei 2,60 Mrd. Euro liegen, 2018 sollte sich die Nettoverschuldung auf 2,28 Mrd. Euro reduzieren.

 

Konsensschätzungen

Wirft man einen Blick auf die Konsensschätzungen von 28 internationalen und regionalen Investmentbanken, werden bei den Prognosen für 2017 und 2018 Umsatzerlöse in Höhe von 9,0266 Mrd. Euro und 10,0649 Mrd. Euro als Mittelwert erwartet.

 

Das EBITDA läge für 2017 bei 319,8 Mio. Euro und für 2018 bei 424,8 Mio. Euro, das Nettoergebnis nach Anteilen Dritter vor Sondereinflüssen läge bei 319,8 Mio. Euro in 2017 und 424,8 Mio. Euro in 2018. Das Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen wird für 2017 mit 3,49 Euro und für 2018 mit 4,64 Euro im Konsensus ausgewiesen.

 

Die Lanxess AG wird am 10.08.2017 die Zwischenberichterstattung vornehmen und damit die Zahlen zum zweiten Quartal 2017 präsentieren. Am 09.11.2017 folgen die Zahlen für das dritte Quartal 2017. Das Unternehmen präsentiert sich zudem im Juni auf Konferenzen der Société Générale in Nizza, von Exane BNP in Paris, der Credit Suisse in London, der mBank in Warschau und der Deutschen Bank in Berlin.

Chartanalyse der Aktie: Lanxess AG (EUR)

Mit Blick auf die Bewegungen der vergangenen fünf Handelsjahre der Lanxess-Aktie ist zu beobachten, dass der Wert bis Anfang 2016 tendenziell eher abwärts tendierte und Käufe nur wenig interessant für gewinnbringende Trades waren. Ende 2012 rangierte der Wert noch im Bereich um die Marke von 65,00 Euro, danach ging es mehrmals bis auf Tiefs unter 35,00 Euro hinab.

 

Seit Februar 2016 konnte sich die Aktie recht gut erholen und kletterte bis zum Wochenschluss am vergangenen Freitag erneut in Kursbereiche um die Marke von 65,00 Euro – also zurück in alte Gefilde. Der Freitagsschlusskurs konnte im Bereich 67,70 Euro abgelesen werden.

 

Mit dem Rücklauf in die Kursbereiche von Ende 2012 und Anfang 2013 steht der Wert aus charttechnischer Sicht kurz vor einem eventuellen Ausbruch über die charttechnisch wichtige Marke von 70,00 Euro. Eine Spekulation auf diesen Bruch könnte durchaus eine Überlegung wert sein, da der Trendvorteil klar auf der Seite eines Ausbruchs steht.

 

Etwas defensiver könnte die Überlegung sein, den Ausbruch vorerst abzuwarten, um im Anschluss die eine oder andere Tradingidee umzusetzen. Hier käme etwa ein möglicher Rücklauf an das Ausbruchsniveau in Frage. Verkäufe sind aktuell noch nicht nötig und erst ein nachhaltiger Rutsch unter die Unterstützung von 60,00 Euro würde das Bild des Longvorteils etwas eintrüben und Verkäufe denkbar machen.

 

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