Aktie im Fokus: Siemens – Gute Argumente für weiter steigende Kurse

Ayondo MarketsErinnern Sie sich noch an das Frühjahr 2000? Damals war die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone ein wichtiges Thema auf dem Parkett, die Dotcom-Blase erlebte ihren Höhepunkt. Auch die Siemens-Aktie legte eine beeindruckende Rally hin, am 3. März 2000 notierte das Papier in der Spitze bei 130 Euro.

Erst Ende April und damit rund 17 Jahre später knackte das Indexschwergewicht die Marke. Doch der Befreiungsschlag ist bisher ausgeblieben, die Begeisterung für die Aktie lässt nach.

 

Sorgen bereitet aus technischer Sicht die Entwicklung im Monatschart. Nach der Rally von rund 30 Prozent ohne Atempause seit November vergangenen Jahres bekommen nun einige Investoren kalte Füße und verkaufen ihre Position im Bereich der Rekordmarke.

Gerade auf dem nun erreichten Niveau wären aber Anschlussgewinne als Basis für einen nachhaltigen Ausbruch wichtig. Im Mai büßte Siemens um gut drei Prozent ein. Der negative Kerzenkörper auf Monatsbasis umhüllt vollständig die April-Kerze und könnte eine Trendumkehr ankündigen.
 

Marken für Schnäppchenkäufer

Im Tageschart sieht die Lage hingegen noch gut aus. Bereits seit Frühjahr 2015 läuft der Kurs in einem Aufwärtskanal, der auf der Unterseite derzeit Spielraum bis 121 Euro lässt. Pro Monat steigt die Trendlinie um gut drei Euro. Erst wenn auch hier keine Gegenbewegung einsetzt, verdichten sich die Anzeichen für einen nachhaltigen Trendwechsel.

Eine letzte Umkehrzone liegt bei 115 Euro, darunter wäre mit einem Rücklauf an die eigentliche Ausbruchsregion um 100 Euro zu rechnen. Trader sollten bei der Aktie auch immer auf den Abstand zur 21-Tage-Linie achten, um kurzfristige Wendepunkte zu bestimmen. Siemens erreichte zuletzt häufig ab einer negativen Differenz von mehr als drei Prozent einen Tiefpunkt, während auf einen Abstand von mehr als fünf Prozent nach oben meist eine Konsolidierung einsetzte.
 

Flottenverband nimmt Fahrt auf

Aus operativer Sicht gibt es hingegen gute Argumente für weiter steigende Kurse. Im Rahmen des Strategieprogramms „Vision 2020“ wandeln sich die Münchner derzeit zum digitalen Industriekonzern und erhöhten bereits zwei Mal die Jahresziele. Mehr Profitabilität steht weit oben auf der Agenda, besonders der zweitgrößte Bereich, die Medizintechniksparte, rückt nun in den Fokus. Bis 2019 sollen rund 1,5 Mrd. Euro eingespart werden.

Mit Blick auf den weltweit steigenden Bedarf nach medizinischen Lösungen sind die Aussichten sehr gut, Analysten taxieren den Wert auf 30 bis 40 Mrd. Euro. Ein Börsengang wie bei Infineon oder eine Übertragung der Aktien an die Siemens-Anleger wie bei Osram sind denkbare Szenarien, wenn die Renditekennzahlen besser ausfallen. Weitere Bereiche wie die schon jetzt sehr profitable Vorzeigesparte „Digitale Fabrik“ könnten folgen.

Fazit

Siemens könnte mittel- bis langfristig von einem schweren Tanker zu einem koordinierten und leistungsfähigen Flottenverband werden, wie es zuletzt auch Konzern-Chef Joe Kaeser skizzierte. Dies birgt viel Kurspotenzial, vor allem für strategische Investoren. Hingegen dürfte das laufende Aktienrückkaufprogramm inzwischen eingepreist sein.

Analysten sind für den Wert weiterhin optimistisch, die 2018er-Gewinnschätzungen sind in den vergangenen fünf Monaten von 8,16 Euro auf 8,62 Euro gestiegen. Das daraus abgeleitete KGV von knapp 15 liegt im Bereich des langfristigen Durchschnitts. Auch das auf Basis der jüngsten Analystenstudien ermittelte Kursziel von 134 Euro wurde kürzlich nahezu erreicht. Anleger sollten daher Korrekturen zum Einstieg in mittel- bis langfristig ausgerichtete Positionen nutzen.

Autor: Feingold Research

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