Aktien fallen, da steigende Renditen der US-Anleihen die Nerven der Anleger beanspruchen

London Capital Group: Die Wall Street ist am Dienstag stark eingebrochen und die asiatischen Aktien kamen über Nacht ins Schleudern, während der Dollar sich auf ein Viermonatshoch erholte, nachdem die Renditen der zehnjährigen US-Treasuries mit 3% den höchsten Wert seit 2014 erreichten, was die Anleger in Schrecken versetzte. Die Rallye bei den Renditen lag teilweise an den zunehmenden Inflationssorgen und der Erwartung, dass wir in diesem Jahr eine aggressivere Federal Reserve sehen werden.

Warum die 3% so wichtig sind
Die 3% sind eine genau verfolgte psychologische Schwelle für die Renditen der US-Treasuries und die Tatsache, dass diese Schwelle durchbrochen wurde, hat der Nachfrage nach den US-Wertpapieren geschadet. Höhere Zinserwartungen bedeuten höhere Kosten für Unternehmenskredite, was wiederum Anlagen teurer macht. Dazu kommt die zusätzliche Sorge, dass die Fed sich entscheiden könnte, die Zinsen schneller oder zu schnell anzuheben, was das Wirtschaftswachstum extrem verlangsamen könnte. Die steigenden Renditen und enttäuschende Quartalsberichte von Caterpillar und 3M zogen den Dow mehr als 400 Punkte tiefer, während der S&P 1,3% einbrach und der Nasdaq 1,7% einbüßte.

Steht eine Korrektur des Aktienmarktes an?
Eine Rendite bei 3% kommt nicht von ungefähr; die Federal Reserve spricht seit Jahresbeginn von einer steigenden Inflation und hat den Markt im Laufe des Jahres auf Zinserhöhungen vorbereitet. Zudem kamen die Renditen bereits im Februar den 3% nahe, was eine Korrektur an den Aktienmärkten auslöste. Auch wenn wir davon ausgehen, dass die Märkte darauf reagieren werden, dass die 3% erreicht werden, so erwarten wir nicht die Reaktion vom Februar. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als würde sich das Muster vom Februar wiederholen: steigende Renditen, fallende Aktien; aber die Marktreaktion ist dieses Mal deutlich gemäßigter. Die Aktien sind bisher nicht nur nicht in den Korrekturbereich gefallen, auch die Zuflüsse in den Yen (ein risikofreier Handel) sind weit entfernt von den Werten, die wir vor 2 Monaten gesehen haben.
Dollar erreicht Viermonatshoch
Die nachlassenden geopolitischen Spannungen, vor allem die weniger werdenden Ängste vor einem Handelskrieg, haben es den Händlern ermöglicht, sich vollständig auf Fundamentaldaten, die den Dollar steigen lassen (wie höhere Renditen), zu konzentrieren, was dazu geführt hat, dass der Dollar sich die Woche über stark erholt hat. Der Dollar konnte seine Gewinne über Nacht erneut ausweiten und erreichte gegenüber einem Währungskorb einen Viermonatshöhepunkt von 91,06. Auch der USDJPY erreichte über Nacht mit 109,2 ein Zweimonatshoch, und auch der EURUSD fiel, auch wenn er über 1,22 USD blieb.

Während der Dollar im frühen Handel gefallen ist, dürften die unterschiedlichen Zinserwartungen aus den größer werdenden Differenzialen für die US-amerikanischen, deutschen oder japanischen Anleiherenditen den Dollar in nächster Zeit weiter unterstützen.

Nach dem Abverkauf der Aktien an der Wall Street und in Asien dürften nervöse Anleger die europäischen Börsen bei Eröffnung nach unten ziehen. Da weder in Großbritannien noch in Europa wichtige Wirtschaftsdaten anstehen, dürften sich die Anleger im frühen Handel wohl weiter auf die US-Renditen und die Währungsmärkte konzentrieren.


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