Alpari: Hoffnung an den Märkten weicht der Nervosität; Chinas Interventionen am Währungsmarkt

Alpari: Marktkommentar: Hoffnung an den Märkten weicht der Nervosität; Chinas Interventionen am Währungsmarkt

  • Während die Deadline, einen Kompromiss im Haushaltsstreit zu finden und die Regierung wieder zu eröffnen immer näher rückt, scheint eine Einigung wieder etwas weiter in die Ferne gerückt zu sein. Gestern haben die konservativen Republikaner im amerikanischen Kongress eine geplante Abstimmung abgesagt, da sie auf keine Mehrheit innerhalb der eigenen Reihen hoffen konnten. Jetzt ist es wieder an den Demokraten im Kongress, die dort die Mehrheit halten, einen entsprechenden Entwurf vorzulegen. Eigentlich sehen beide Pläne relativ ähnlich aus und verschieben das Problem der Schuldengrenzen auf einen späteren Zeitpunkt, allerdings scheint keine Partei gewillt zu sein, den Plan endgültig zu verabschieden. Mittlerweise steigt die Nervosität an den Märkten, da eine Einigung zwar erwartet, aber die Gefahr einer Verschiebung der Deadline immer größer wird. In einem solchen Fall erwarten Händler einen Ausverkauf an den Märkten, der die großen Indizes um bis zu 5% fallen lassen könnte. Gestern reagierten die Märkte bereits auf die Aussagen der Republikaner, keine  Abstimmung vorzunehmen. Der Dow Jones fiel um 133,25 Punkte oder 0.87% auf 15168.01. Der breiter gefasste S&P 500 fiel um 0,71% oder 12,08 Punkte auf ein Niveau von 1.698,06 Punkten. Die Renditen kurzfristiger Anleihen stiegen auf den höchsten Stand seit  fünf Jahren. Die Unsicherheit der Anleger lässt sich an dem Volatilitätsindex VIX ablesen, der gestern um 16,12% gestiegen ist.
  • An den Devisenmärkten sorgte die Aussicht auf eine Einigung am Dienstag zunächst zu einer US Dollar Rally, die den Euro zwischenzeitlich um fast 100 Pips auf ein Tief bei 1,3479 fallen ließ, bevor er zum Tagesende ein Teil der Verluste wieder aufholen konnte. Die Marktteilnehmer warten weiterhin dringend auf eine Lösung, um sich wieder den fundamentalen  Daten zu widmen und nicht als ?politische Geisel? Entscheidungen treffen zu müssen. Währenddessen haben Zahlen aus China gestern gezeigt, dass im letzten Quartal massiv an den Märkten interveniert wurde, um den Anstieg des Yuan zu bremsen. Die Währungsreserven des Landes sind um 160 Milliarden US Dollar auf 3,66 Billionen US Dollar gestiegen. Im September sollen nach Schätzungen 70 Milliarden US Dollar am Markt gekauft worden sein. Im Vergleich dazu lag die Zahl im Juli und August bei 16 Milliarden USD.
  • Die Vorgaben aus Asien weisen auf einen uneinheitlichen Start in den Handelstag. Während der Nikkei 225 mit 0,18% noch leicht im Plus liegt, hat der Shaghai Composite Index 2,10% abgegeben. Der Hang Seng in Hong Kong liegt derzeit mit 0,80% im Minus. Solange es keine eindeutigen Signale aus Washington gibt, dominiert weiterhin das momentane Jo-Jo Spiel an den Märkten. Wichtige Termine, die zumindest kurzfristig für Impulse und Normalität sorgen könnten, sind die Arbeitslosenzahlen aus UK und der Verbraucherpreisindex in der Eurozone. Außerdem werden um 17:30 die Ergebnisse der Auktion 4-wöchiger Treasury Bills bekannt gegeben.
Wichtige Wirtschaftstermine
Uhrzeit
Land
Indikator
Aktuell Prognose Zuletzt
10:30 UK ILO Arbeitslosenquote August 3m 7,7% 7,7%
10:30 UK Änd. d. Beschäftigung  September y/y -25,0k -32,6k
11:00 EUR Verbraucherpreise September Kern y/y 1,0% 1,1%
11:00 EUR Verbraucherpreise September y/y 1,1% 1,3%

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