Alpari: Steigende US-Anleiherenditen favorisieren Banken; USD wertet auf

Alpari: Steigende US-Anleiherenditen  favorisieren Banken

  • Ein überraschend guter Arbeitsmarktbericht für Oktober (+204.000 neu geschaffene Stellen) hat zu einem massiven Anstieg der US-Anleiherenditen geführt. Beispielsweise ist die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe um +5,09% auf 2,47% angestiegen. Zwar ist die laufende Korrektur noch nicht abgeschlossen, aber die starke Aufwärtskerze von Freitag deutet zumindest auf einen neuen Anlauf an die 3%-Hürde hin. Die Profiteure steigender Zinsen sind unter anderem die Banken. Sie können weiterhin billig Geld von der US-Notenbank für 0,25% leihen und am langen Ende (5-30 Jahre Laufzeit) verleihen. Steigende Zinsen am langen Ende erhöhen die Margen in der Kreditvergabe. Das macht sich auch am Aktienmarkt bemerkbar. Insbesondere die US-Regionalbanken, die ein traditionelles Kreditgeschäft betreiben, werden von dieser Entwicklung positiv beeinflusst. So konnte beispielsweise der iShares Dow Jones Index US Regional Banks seine Korrektur abschließen und ein neues Jahreshoch erzielen (siehe Chart des Tages). Gleichzeitig wertet der US Dollar durch eine steigende Realzinsdifferenz gegenüber anderen Währungsräumen auf, was aber die Rohstoffpreise negativ beeinträchtigt. Insbesondere Edelmetalle haben in diesem Umfeld eingeschränkte Perspektiven. Dennoch sollte man nicht davon ausgehen, dass die US-Notenbank bereits im Dezember das QE3-Programm reduziert. Die beiden Treiber der US-Geldpolitik, nämlich die Arbeitslosenquote sowie die Inflationsrate entwickeln sich allenfalls moderat und eine durchschlagende Verbesserung ist bis zur nächsten Sitzung nicht zu erwarten.

Chart des Tages: iShares Dow Jones Index mit neuem Jahreshoch

 

Chart courtesy of StockCharts.com; http://stockcharts.com


Devisen & Edelmetalle: USD wertet auf

  • EUR/USD: Der USD konnte nach den sehr guten Arbeitsmarktdaten gegenüber fast allen Währungen aufwerten; auch gegenüber dem Euro. Intraday gab das Währugnspaar bis auf 1,3318 nach und schloss bei 1,3357. damit bleibt die Marke von 1,33 zunächst als Unterstützung erhalten. Heute Morgen gewinnt die Gemeinschaftswährung +0,12% auf 1,3375 hinzu. Charttechnisch ist die untere Aufwärtstrendlinie seit Juli diesen Jahres verlassen worden und hat eine negative Weichenstellung vollzogen, aber die äußerst überverkaufte Situation lässt zunächst auf eine Konsolidierung schließen. Ein Blick auf die technischen Indikatoren offenbart, dass die Trendfolger Aroon und MACD bearish positioniert sind und die Abwärtsrisiken hervorheben, während die Oszillatoren schon stark überverkauft sind. Der Stochastik hat sogar ein neues Kaufsignal ausgelöst.  Zwar sind die Abwärtsrisiken nicht gebannt und ein Rückfall bis an die Marken von 1,33 ? 1,32 sollte eingeplant werden, aber Chartbild und Indikatoren sprechen eher für eine Konsolidierungsphase. Unmittelbare Horizontalunterstützungen sind bei 1,3344 sowie 1,3300 vorhanden. Auf der Oberseite liegen die nächsten Widerstände bei 1,3400 und 1,3411. Bei Unterschreitung der Haltezone bei 1,33 erfolgt eine Umstellung auf bearish. Neutral.
  • USD/JPY: Am Freitag konnte das Währungspaar mit einer großen Aufwärtskerze den Horizontalwiderstand bei 99,00 durchschlagen und damit einen kleinen Doppelboden abschließen. Aktuell erfolgt ein Rücktest des Ausbruchslevels und sollte dieser erfolgreich verlaufen, dürften weitere Zugewinne wahrscheinlich sein. Das Kursziel beträgt etwa 101,32 USD/JPY. Die nächsten Widerstände liegen bei 99,45 und 99,66. Danach folgt die obere Begrenzung des Dreiecks ausgehend vom Julihoch diesen Jahres. Unterstützungen sind bei 99,00 sowie 98,84 vorhanden. Grundsätzlich befindet sich USD/JPY weiterhin in einer sich verengenden Handelsspanne, die in multiple Dreiecksformationen hineinläuft (ausgehend vom Maihoch/Junitief oder Julihoch/Augusttief). Aber erst ein Ausbruch aus den Dreiecksbegrenzungen würde eine neue Trendbewegung rechtfertigen.  Die technischen Indikatoren sind weitestgehend konstruktiv zu werten. Der MACD und Aroon sind positiv zu interpretieren. Es erfolgt eine Umstellung auf bullish, wenn das Ausbruchslevel bei 99,00 heute bestätigt wird. Neutral.
  • EUR/GBP: Das Währungspaar konnte sich am Freitag direkt unterhalb des wichtigen 0,8350 Widerstands stabilisieren und setzt heute Morgen zur Wiedereroberung dieser Marke an. Aktuell steht EUR/GBP bei 0,8361. Sollte es nicht zu einer schnellen Rückeroberung der oben genannten Marke kommen, wäre die ganze Erholungsbewegung seit Oktober lediglich als ?Dead Cat Bounce? zu interpretieren. Damit würde sich wahrscheinlich ein Abwärtstrend anschließen und das Kursziel aus der großen Doppeltopformation (Hochpunkte März und Juli diesen Jahres) im Bereich von 0,8036 wieder in den Fokus rücken. Die technischen Indikatoren untermauern das aktuell  schwierige Umfeld. MACD und Aroon sind auf die Verkaufsseite umgeschwenkt. Der Stochastik Oszillator hat aber in der unteren Extremzone ein neues Kaufsignal ausgelöst und unterstreicht die Stabilisierungstendenzen. Auf der Unterseite liegen Unterstützungen im Bereich von 0,8350 und 0,8333. Die nächsten signifikanten Widerstände sind bei 0,8369 und 0,8393 vorzufinden. Es erfolgt eine Umstellung auf neutral bei nachhaltiger Rückeroberung des 0,8350 Levels. Bearish.
  • AUD/USD: Der Aussie ist aus seiner bearishen Flagge nach unten ausgebrochen und hat ein neues Verkaufssignal ausgelöst. Perspektivisch ist ein erneuter Test des 0,9300  Levels möglich. Heute Morgen kann sich das Währungspaar aufgrund besserer australischer Wirtschaftsdaten über der 0,9363 Unterstützung stabilisieren. Dennoch lässt sich ein neuer Abwärtstrendkanal einzeichnen und die Weichenstellung ist abwärts gerichtet. Auf der Oberseite sind die nächsten Widerstände bei 0,9388 und 0,9400 vorzufinden. Unterstützt ist der Aussie bei 0,9363 und 0,9350. Auch die Indikatoren zeigen ein eingetrübtes Bild an. MACD und Aroon sind beide bearish positioniert und auch der Stochastik hat ein neues Verkaufssignal ausgelöst. Bearish.
  • Gold: Der Anstieg der US-Anleiherenditen hat die Realzinsdifferenz des US-Dollarraums gegenüber anderen Währungen nochmals verbessern können. Damit steigt der USD und die Vorteile nicht verzinster Anlageklassen zu halten wird geringer. Somit ist der gesamte Edelmetallkomplex unter Druck geraten. Gold verlor -1,39% auf  $1.289 und löst die Konsolidierung der letzten Tage nach unten auf. Kurzfristig ist das Chartbild angeschlagen und die nächste zentrale Unterstützung bei $1.280 rückt in den Fokus. Auch die Indikatoren trüben sich weiter ein. Der Aroon zeigt mittlerweile einen Abwärtstrend an und der MACD hat ein neues Verkaufssignal ausgelöst. Auf der Oberseite sind zunächst Anlaufpunkte bei  $1.287 und $1.301 vorhanden. Damit wird die Vollendung einer möglichen inversen SKS-Formation unwahrscheinlicher. Eine Umstellung auf bearish erfolgt bei Unterschreitung des letzten Intraday- Pivottiefpunkts bei $1.250. Neutral. Nachdem Palladium aus der bullishen Flagge ausbrechen konnte, wird zwar der Ausbruch verteidigt, aber bis jetzt fehlen die Anschlusskäufe. Heute Morgen fällt das Edelmetall unter die Abwärtstrendlinie seit Märze diesen Jahres zurück. Dies ist ein erster Warnhinweis, dass hier ein Fehlausbruch stattfinden könnte. Ein Rückfall in die Flaggenformation würde den Aufwärtsimpuls scheitern lassen.
Wichtige Wirtschaftstermine
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Aktuell Prognose Zuletzt
00:50 Japan Handelsbilanz BOP Basis (September) in Mrd. Yen 874,8 885,9
0:50 Japan Kreditvergabe Oktober m/m 2,0% 2,0%
01:30 Australien Hypothekenanträge September m/m 4,4% 4,0% -4,0%
01:30 Australien Investmentkredite September m/m 5,2% 0,6%
10:00 Italien Industrieproduktion September 0,20% -0,30%

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