Ansteckungsängste halten den Markt in Atem, da Lira weiter fällt

London Capital Group: Die letzten Sitzungen haben uns eindringlich daran erinnert, dass der Handel im August nichts für schwache Nerven ist. Da sich die USA und auch Europa in den Sommerferien befinden, ist die Liquidität dünn, wodurch große Schwankungen wahrscheinlich sind.

Die Panik, die die Märkte Ende letzter Woche heimgesucht hat, zeigt zu Beginn der neuen Woche keine Anzeichen dafür, dass sie sich aufgelöst hätte. Als die Händler heute Morgen ihre Computer einschalteten, sahen sie ein rotes Meer, da die Indizes in den asiatischen Märkten kräftig abgetaucht waren. Die Investoren sind aus den riskanteren Anlagen über Nacht ausgestiegen, und gaben den sichereren Häfen wie dem japanischen Yen und dem Schweizer Franken den Vorzug, die sich festigten. Die Ängste um die kriselnde türkische Währung zeigten keine Anzeichen einer Entspannung.

Lira erreicht Tiefststand
Die türkische Lira fiel über Nacht um weitere 6,3%, durchbrach TL7 und erreichte ein Allzeittief von TL7,2, nachdem die Kommentare des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Wochenende die Anleger nicht beruhigen konnten. Das Fehlen einer nennenswerten neuen Politik und die trotzige Haltung von Erdogan bedeutet, dass sich die Händler auf einen weiteren hektischen Handelstag am Montag einstellen müssen.

Ansteckung
Während die Abschwächung der türkischen Wirtschaft keineswegs eine neue Erkenntnis ist, war das Eingeständnis der EZB über die möglichen Auswirkungen einer Ansteckung unerwartet und belastete die Nachfrage nach riskanteren Anlagen stark.

Im Zentrum des Ansteckungsrisikos stehen italienische, spanische und französische Banken, die mit türkischen Fremdwährungsschulden belastet sind, nämlich BBVA, UniCredit und BNP Paribas. Man geht davon aus, dass diese Banken das größte Risiko für türkische Schulden haben und ihre Kredite nicht abgesichert sind. Infolgedessen erwarten wir einen weiteren schweren Handelstag am Montag. Der Euro ist bereits um 0,3% gegenüber dem Dollar gefallen und notiert zur Handelseröffnung unter 1,14 USD.

Nachdem der Euro schon über Nacht ein 13-Monatstief erreicht hat, nahmen die Zuflüsse in die sicheren Häfen wie den US-Dollar, den Schweizer Franken und den japanischen Yen zu. Der Euro erreichte kurzzeitig ein Jahrestief gegenüber dem Schweizer Franken, fiel gegenüber dem Yen um 1% und war damit mit 125,26 in der Nähe seines Zehn-Wochen-Tiefs.

Sicherer Hafen Dollar
Der Dollar profitierte von seinem Sicheren-Hafen-Status und erreichte ein Jahreshoch. Die negativen Auswirkungen des stärkeren Dollars sehen wir bisher noch nicht. Normalerweise würde eine stärkere Währung die Exporte bremsen und die Inflation treffen, aber das war in den USA bisher noch nicht der Fall. Die CPI-Daten vom Freitag zeigten, dass die US-Inflation im Juli im Jahresvergleich bei 2,9% notierte, während die Kerninflation den höchsten Stand seit 2008 erreichte. Die Anleger werden nun im Laufe dieser Woche auf die Verkaufszahlen für den Einzelhandel warten.

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