Der DAX zieht moderat an – Broker warten auf die EZB

Bernstein Bank: Die Fed hat gesprochen, nun ist die EZB dran. Und die Briten gehen zur Wahl. Vor der großen Zollentscheidung am Sonntag greifen die Anleger moderat zu. Gibt es bis dahin einen Phase-1-Deal oder werden die USA neue Strafzölle erheben?

Zuletzt sah es wieder ein wenig mehr nach einer Entspannung des Konflikts aus.

 

Frankfurt leicht im Plus
Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstagvormittag verhalten optimistisch gezeigt. Der DAX zog 0,4 Prozent an auf 13.202 Stellen. Die Futures auf Dow Jones und S&P 500 gewannen je 0,2 Prozent. Wenn es stimmt, was die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider berichtet, dann erscheinen neue Zölle am 15. Dezember eher unwahrscheinlich.

 

Nur ein Trump-Berater für neue Strafzölle
US-Präsident Donald Trump will sich laut Reuters wohl am heutigen Donnerstag mit seinen engsten Beratern treffen, um über die am Sonntag eigentlich fälligen neuen Strafzölle zu beraten – zur Debatte stehen Tariffs auf Güter im Wert von 160 Milliarden Dollar, darunter auf Smartphones und Spielwaren.

Trump werde den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer, Finanzminister Steven Mnuchin sowie die Wirtschaftsberater Larry Kudlow und Peter Navarro treffen.

Allerdings ist der Meldung zufolge Navarro der einzige, der sich explizit für eine härtere Gangart einsetzt. Kudlow und Mnuchin seien strikt dagegen. Lighthizer hoffe, er habe genug Argumente, um Zölle zu verhindern. Die endgültige Entscheidung werde aber Trump treffen.

Derweil meldete die „New York Times“ ein Detail, das ins Bild passt. Navarro habe unter dem Decknamen Ron Vara ein Memo in Washington herum gemailt, in dem er sich für höhere Zölle einsetzt, um China zu strukturellen Änderungen zu zwingen.

Darin heißt es weiter, es gebe eine Menge Diskussionen über den Zoll-Deal.

 


 

Wir meinen:
Sollte Trump doch neue Strafzölle gegen China verhängen, dann wird es an der Wall Street und in Frankfurt kräftig rumpeln. Falls die USA einknicken und die Zölle unter Hinweis auf die erreichten großartigen Fortschritte aufweichen oder verschieben, dürfte die Börse moderat anziehen.

Sollte China entweder vor oder kurz nach der Deadline in die Knie gehen und wie gefordert öffentlich Mega-Einkäufe bei US-Landwirten versprechen, was die neuen Strafzölle unnötig werden lässt, dann werden die Kurse kräftig nach oben schießen.

 

Abwarten in Asien
Die Börsen in Asien zeigten sich am Morgen ohne eindeutige Tendenz. In China gab der CSI-300 um 0,3 Prozent nach auf 3.891 Zähler. In Japan legte der Nikkei 0,1 Prozent zu auf 23.425 Punkte. In Hongkong zog der Hang Seng um 1,3 Prozent an auf 26.994 Stellen.

 

New York verhalten optimistisch
Die Wall Street hatte am Vorabend gut behauptet geschlossen. Der Dow Jones gewann 0,1 Prozent auf 27.911 Zähler. Der marktbreite S&P 500 rückte 0,3 Prozent vor auf 3.141 Stellen. Und der Nasdaq Composite zog sogar 0,4 Prozent an auf 8.654 Stellen.

 

Die Fed hält wie erwartet still
Die Broker hakten die Zinsentscheidung der Federal Reserve zufrieden ab. Denn wegen der guten Wirtschaftsdaten und der niedrigen Arbeitslosigkeit hat die Federal Reserve ihren Leitzins unverändert im Korridor von 1,5 bis 1,75 Prozent belassen. Bei ihren vorigen drei Sitzungen seit Juli hatte die Fed den Leitzins um je 0,25 Prozentpunkte gesenkt.

 

Broker warten auf die EZB
Nun ist die Europäische Zentralbank dran – heute läuft die erste Zinssitzung in Frankfurt unter der Leitung ihrer neuen Präsidentin Christine Lagarde. Kaum jemand erwartet eine Änderung im Leitzins, der auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent liegt.

 


 

Bibbern bei Sterling
Beim britischen Pfund wird es heute Abend spannend: Ab 22.00 Uhr dürften die ersten Exit Polls zur Wahl im Unterhaus einlaufen. Zuletzt sah es doch nicht mehr so rosig für die Torys aus, denn laut der statistischen Fehlerstreuung der wichtigen Meinungsumfrage von YouGov könnte Premier Boris Johnson die absolute Mehrheit von 320 Sitzen doch noch verfehlen.

Johnson will Großbritannien am 31. Januar aus der Europäischen Union herauslösen. Labour hat für den Fall eines Wahlsiegs ein zweites Referendum in Sachen Brexit angekündigt.

Bei unklaren Mehrheitsverhältnissen wäre also heftige Volatilität bei GBPEUR garantiert.

 

Das bringt der Tag
Der Terminkalender bringt am heutigen Donnerstag einige interessante Events.

Der erwähnte EZB-Zinsentscheid läuft um 13.45 Uhr ein. Die Pressekonferenz ab 14.30 Uhr könnte neue Impulse für EURUSD bringen.

Um 14.30 Uhr werden die US-Erzeugerpreise gemeldet.

Zeitgleich laufen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ein.

 

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