Wall Street fehlt die Richtung

London Capital Group: Die Wall Street schloss die Sitzung über Nacht durchwachsen, da die Anleger Trumps Treffen mit Putin ignorierten und sich auf die Berichtsaison konzentrierten. Während es der Dow schaffte, durch einen Anstieg der Gewinne bei BoA unterstützt zu steigen, zogen die Energieaktien den S&P nach unten, da der Ölpreis um 4,6% gefallen ist.

Die durchwachsene Performance zeigte sich auch in Asien und an den europäischen Börsen die zwar Gewinne machen, denen aber für die Eröffnung die Überzeugung fehlt.

Öl macht verlorenen Boden wieder gut
Öl fiel in der Montagsitzung, da Gerüchte sich breit machten, dass Saudi-Arabien und die USA daran arbeiten, den Ölpreis angesichts der US-Sanktionen für den Iran zu senken. Auch wenn das Brent-Öl über Nacht zaghafte Gewinne verbuchte, erblasst das im Vergleich zu dem Verlust von 4,6% am Montag und dem Rückgang von 10% in der letzten Woche.

Das ist nicht das erste Mal, dass Trump versucht hat, den Ölpreis herunterzureden, aber der Zeitpunkt war dieses Mal wichtig. Seine Kommentare kommen zu einem Zeitpunkt, zu dem Saudi-Arabien zudem aggressive Maßnahmen ergriffen hat, die Preise tief zu halten und ein politisch gebeuteltes Libyen ankündigte, dass es den Ölexport wieder aufnehmen könne, nachdem es seine Häfen wieder zurückerobert habe. Auch wenn sich das Öl wieder erholt, ist es über Nacht mit den anstehenden Zwischenwahlen wohl kaum das letzte Mal, dass Trump dem Ölpreis eins auswischt.

Netflix bricht ein, da Prognosen zu Abonnenten nicht erfüllt wurden
Netflix berichtete nach Börsenschluss und auch wenn die Gewinne die Analystenerwartungen erfüllt haben, haben das Einkommen und vor allem die Wachstumszahlen der Abonnenten die Anleger am Boden zerstört. Netflix hat in den letzten 12 Monaten alles richtig gemacht und über 100% angezogen, was zu einer beeindruckenden Zahl nach der anderen geführt hat, weshalb also ein starkes Quartal und kein herausragendes 2. Quartal sich sicherlich im Aktienkurs widerspiegelt. Netflix brach nach Börsenschluss um 14% ein; die Nasdaq-Futures fielen ebenfalls um 0,7%:

Werden die britischen Stellendaten vom Brexit-Caos ablenken?
Die Brexit-Sorgen halten das Pfund weiter in einer engen Handelsspanne, da es zu viele Unsicherheiten hinsichtlich des Brexits gibt; Deal oder No Deal und sogar hinsichtlich der Tatsache, ob Theresa May es schafft, diese Woche an der Macht zu bleiben. Der britische Wirtschaftskalender bietet diese Woche jedoch etwas Ablenkung von den Brexit-Sorgen, auch wenn das nicht unbedingt immer gute Nachrichten sein müssen.

Die am Dienstag veröffentlichten britischen Daten dürften das krisengebeutelte Pfund nicht so sehr belasten, da die Prognosen für den Beschäftigungsbericht ein durchwachsenes Bild des Arbeitsmarktes zeigen. Die britische Arbeitslosigkeit dürfte währenddessen konstant bei 4,2% bleiben und in den drei Monaten bis Mai dürften 115.000 Stellen geschaffen worden sein. Das Lohnwachstum dürfte konstant bleiben und die Gewinne einschließlich der Bonus sollten von 2,8% im April auf 2,7% zurückgegangen sein.

Die unmittelbare Sorge für die BoE wird das Lohnwachstum sein, vor allem da auch die Inflation weiter gefallen ist. Diese Zahlen dürften die BoE kaum ermutigen, für eine straffere Geldpolitik zu stimmen, wenn sie sich in zwei Wochen trifft. Auch wenn die Erwartungen an eine Zinserhöhung um 70% liegen, könnte diese Wahrscheinlichkeit unter Druck geraten und das Sterling in Richtung 1,31 USD ziehen, sollten die Löhne eine negative Überraschung bringen.

Sollten die Daten auf der anderen Hand die Theorie der Zentralbank bestärken, dass der Rückgang der Wirtschaft nur im ersten Quartal bestand und dass die Aktivität im zweiten Quartal wieder zunimmt, könnte das Pfund versuchen, auf den gleitenden 50-Tagesdurchschnitt bei 1,3320 USD abzuzielen.

Die hierin zur Verfügung gestellten Informationen und Kommentare stellen in keiner Weise ein Angebot oder eine Aufforderung zur Tätigung von Investitionen dar und sind nicht als Anlageberatung zu verstehen. Die bereitgestellten Informationen werden zum Zeitpunkt der Generierung der Daten als richtig erachtet. Verluste können Einlagen überschreiten.

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