Wall Street ignoriert geopolitische Probleme & kommt mit steigenden Renditen klar

London Capital Group: Die Wall Street konnte über Nacht in positivem Terrain schließen, da der Handel sich vorsichtig zeigte, da die Anleger über die Drohungen Nordkoreas nachdachten, den geplanten Gipfel mit den USA abzusagen, und da die Händler eine restriktivere Fed in Erwägung zogen.

Im Gegensatz zum Handel am Dienstag, als die Renditen der Nachfrage nach den Aktien schadeten, gingen die hohen Renditen der letzten Nacht mit einem positiven Schlusskurs Hand in Hand; wir denken, dass sie Unterstützung durch die stärker als erwartet ausgefallen Zahlen für die Industrieproduktion erhalten haben, die signalisierten, dass die US-Wirtschaft stark genug sein könnte, um einem schnelleren Zinserhöhungspfad standzuhalten.

Welche Geopolitik?
Die Märkte ignorierten die zunehmenden Komplikationen im Zusammenhang mit dem Gipfel zwischen Nordkorea und den USA, der am 12. Juni stattfinden soll. Die Drohungen Nordkoreas den Gipfel abzusagen, sofern die USA ihre Rhetorik zur Denuklearisierung nicht einstellen, hatten kaum Auswirkungen auf den Markt oder auf Präsident Trump.

Vergleicht man das mit dem hitzigen Austausch, den wir im letzten Sommer zwischen den beiden Führern sahen, scheint der Markt zuversichtlich, dass hier Fortschritte gemacht wurden.

Der Euro könnte sich heute wieder einem schweren Kampf ausgesetzt sehen, nachdem er aufgrund der politischen Bedenken in Italien auf ein Fünfmonatstief eingebrochen ist. Wir sahen einen starken Fokus auf dem Euro und dem italienischen MIB, da sich Gerüchte breit machten, dass MoVimento 5 Stelle/Lega Nord die Abschreibung eines hohen Schuldenbetrags von der EU fordern und auch das Ziel haben könnten, aus dem Euro auszusteigen.

Die Panik ließ den Euro auf 1,1760 USD steigen, während der FTSE MIB über 2,3% einbüßte. Nach der ersten reflexartigen Reaktion konnte der Euro wieder die 1,18 USD erobern, während der FTSE MIB auf gutem Weg ist, in positivem Terrain zu eröffnen.

 


 

Sanfter Brexit?
Ein Bericht im Telegraph war dafür verantwortlich, dass das Pfund angestiegen ist, nachdem in diesem Bericht angedeutet worden war, dass das Vereinigte Königreich bereit sei, Brüssel zu sagen, dass es über 2021 hinaus in der Zollunion verbleiben wird. Ein möglicher sanfter Brexit hat das Pfund im Handel über Nacht um 0,4% steigen lassen, das somit alle Verluste aus der Vorsitzung wieder gutmachen konnte.

Sollte sich der Bericht als wahr bestätigen, könnte diese Rallye noch deutlich Spielraum haben, aber aktuell warten die Händler auf irgendeine Art von Bestätigung.

Während es für die europäischen Börsen nach einem leicht stärkeren Start aussieht, dürfte der FTSE aufgrund des stärkeren Pfundes hinter seinen Peers hinterherhinken. Die Gesamtjahresergebnisse von Mothercare werden die Aufmerksamkeit auf der angeschlagenen Einzelhandelsbranche halten, während Royal Mail ebenfalls unter der aus ihrem Amt ausscheidenden Moya Greene seine Gesamtjahresergebnisse berichten wird; wir gehen davon aus, dass der Fokus hier auf den Prognosen für 2019 liegen dürfte.

 

Total will sich wegen US-Sanktionen aus dem Iran zurückziehen
Das Öl handelte über Nacht höher und machte die Verluste aus der vorangehenden Sitzung wieder gut. Es legte in der Vorsitzung mehr als 1% zu, ein beeindruckender Kraftakt, da die EIA-Daten zeigen, dass die US-Ölexporte gestiegen sind und die EIA davor gewarnt hat, dass die globale Nachfrage nach Öl nach seinem jüngsten Preisanstieg nachlässt. Der Anstieg des Ölpreises steht im Zusammenhang damit, dass sich der französische Ölproduzent Total, der größte ausländische Investor im iranischen Energiesektor, aus dem Iran zurückziehen will, es sei denn, man kann ihm Schutz vor den US-Strafzahlungen garantieren.

Das ist ein Rückschlag für die Pläne der EU, das Nuklearabkommen beizubehalten.

Die Lösung ist sicherlich nicht einfach und auch wenn die USA sagte, dass bei bestimmten Unternehmen auf die Sanktionen verzichtet werden kann, ist das Ziel, den Iran da zu treffen wo es weh tut, weshalb es unwahrscheinlich ist, dass Nachsicht eine große Rolle spielen wird.

 

 

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