DAX fällt wie ein Stein – wie geht es weiter?

Der deutsche Leitindex zeigt gegen Ende der Woche deutliche Schwäche und stagniert deutlich unter die 10.000 Pkt.-Zone. Zudem unterschritt der Index am Freitagnachmittag erstmals den seit Februar bestehenden mittelfristigen Aufwärtstrend. Und im Wochenchart ist bereits ein Doppeltop zu erkennen. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit auf die Fortsetzung der Abwärtsbewegung. Das Potenzial nach unten dürfte sich zunächst bis 9.750 und dann bis 9.450 Punkte erstrecken. Darunter wird es kritisch, denn dann kommt das Tief bei 8.700 Punkten sehr schnell auf die Agenda der technischen Analysten.

 

Die Belastungsfaktoren
Zu den hauptsächlichen Belastungsfaktoren dürfen zum einen das näherkommende Brexit-Risiko sowie der weiterhin bestehende Abwärtstrend bei Bankentiteln beitragen. Zudem gesellen sich nun der stagnierende Ölpreis sowie der starke Euro hinzu. Der US-Markt gibt etwas weniger nach als der EU-Markt, was darauf hindeutet, dass hier vermehrt Brexit-Risiken eingepreist werden.


Darüber hinaus steigen Inflationssorgen. Die zuletzt veröffentlichten Verbraucherpreisindizes für Deutschland deuten auf eine Erholung bei den Preisen hin. Zwar erholen sich die Preise im Rahmen der Schwankungen immer mal wieder, mit einem gestiegenen Ölpreis, geht man allerdings davon aus, dass sich dieser Trend im zweiten Halbjahr deutlich verstärkt. Das wiederum sorgt für den Auftrieb beim Euro und dementsprechend für einen schwächeren DAX.


Ein Blick auf die Markttechnik macht einiges deutlich
Der DAX war aufgrund der vielen im Hintergrund bestehenden Belastungsfaktoren anfällig. Ein Ansteigen folgte meist auf einen bestimmten Impuls, der aber nicht lange anhielt. So konnte die obere Trendlinie, die aktuell bei 10.600 Pkt. liegt, nach mehreren Anläufen nicht erreicht, geschweige denn überwunden werden. Schaut man sich das längerfristige Chart mit Wochenkerzen an, so kristallisiert sich ein Doppeltop ab. Damit wird auf kurzfristiger Basis ein erneutes Ansteuern der oberen Trendbegrenzung unwahrscheinlicher.


Der Bruch des mittelfristigen seit Februar bestehenden Aufwärtstrends und die Dynamik der Price-Action deuten an, dass das Risiko nun deutlich zu steigen beginnt. Bundesanleihen sowie zehnjährige US-Treasuries sind stark gefragt. Die ersten Unterstützungen, die das Blatt noch kurzfristig wenden könnten, liegen jeweils bei 9.750 und 9.450 Punkten. Darunter wird es kritischer und das Tief vom Februar bei 8.700 Pkt. sollte ins Visier genommen werden.


Fazit: Raushalten ist angesagt
Unter den aktuellen Umständen ist es eine gute Idee, sich zunächst mal aus dem DAX herauszuhalten. Erst ein Durchbruch über 10.600 Pkt. dürfte ein eindeutig positives Signal aussenden. Zu viele Baustellen belasten den deutschen Leitindex und das zeigte der Kursverlauf mehr als deutlich in den vergangenen 12 Monaten.
 

 

10.06. – DAX: Drei-Prozent-Regel beachten

 

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