DAX kann 23.000er Marke (noch) halten – Eine „hausgemachte“ Korrektur gab es lange nicht
Auch wenn die 23.000er Marke im DAX heute vorerst gehalten hat, bleibt der Index aus technischer Sicht deutlich angeschlagen. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Nervosität und Schwankungsbreite in den Indizes an der Wall Street könnte es für den Markt schwer werden, eine nachhaltige Erholung zurück über die 200-Tage-Linie zu starten.
Der Schock über den Turnaround bei den US-Technologieaktien an Tag 1 nach den beeindruckenden Nvidia-Zahlen sitzt tief und dürfte die Investoren weltweit noch eine Weile beschäftigen.
DAX Chart
Der Automatismus der vergangenen Monate, wenn nicht sogar Jahre, dass auf Kursstürze nach schlechten Nachrichten schnelle Erholungen und neue Allzeithochs folgen, könnte vorerst außer Kraft gesetzt sein. Denn während die jüngsten Rücksetzer fast ausnahmslos durch US-Präsident Trump und seine Zolltiraden gegen den Rest der Welt ausgelöst wurden und der „Taco“-Trade fast reibungslos funktionierte, ist der Anlass dieser Korrektur „hausgemacht“.
Ohne externe Einflussfaktoren fallen die Kurse lediglich aus Angst vor zu hohen Bewertungen und weil sie zu lange zu hoch gestiegen sind.
Hier gibt es kein schnelles Zurückrudern, sondern im Zweifel nur einen erneuten Prozess des Umdenkens, der in jedem Fall länger als die berühmten 72 Stunden der Halbwertzeit von Trumps Ansagen dauern dürfte.
Und wenn es schon diese Nvidia-Zahlen nicht schafften, für Beruhigung zu sorgen, stellt sich die Frage, was noch kommen muss.
Eine Zinssenkung im Dezember scheint nach den starken Arbeitsmarktdaten und nicht mehr vielen Indikatoren bis zur nächsten Sitzung eher unwahrscheinlich. Die Fed dürfte abwarten und vielleicht im Januar senken, wenn es die Datenlage dann zulässt. Und die nächste Berichtssaison, in der Bewertungen durch steigende Gewinne gerechtfertigt werden können, ist auch noch eine Weile weg.
Vor diesem Hintergrund könnten viele Investoren geneigt sein, in starke Tage hinein weiter Gewinne mitzunehmen.
NVIDIA Chart
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