Sommerpause: Haben die Aktienmärkte ihren Wendepunkt erreicht?
Helaba: In den letzten Wochen hat die Differenzierung an den Aktienmärkten zugenommen.
Während die US-Indizes S&P 500 und Nasdaq Composite neue Höchststände markierten, gaben DAX und EURO STOXX 50 leicht nach und sind damit gegenüber dem internationalen Spitzenfeld deutlich zurückgefallen.
Die Ursachen hierfür dürften aber nicht allein länder- als vielmehr branchenspezifisch sein.
Betrachtet man die Branchenperformance des STOXX 600, so zeigt sich, dass in den letzten vier Wochen lediglich Technologie- und Pharmatitel zulegen konnten, während alle anderen Bereiche Verluste hinnehmen mussten.
Auch auf internationaler Ebene stiegen Technologiewerte weiter, so dass Indizes, in denen diese ein hohes Gewicht einnehmen, die Nase vorn hatten.
Ungeachtet dieser Performanceunterschiede fällt die Zwischenbilanz für das erste Halbjahr an den Aktienmärkten aber insgesamt sehr positiv aus.

Lockerere Geldpolitik stützt Aktien, US-Indizes überhitzt, Korrektur möglich
Für Aktien sprechen eine weniger restriktive oder sogar lockerere Geldpolitik, eine (wenn auch nur leichte) Verbesserung der globalen Wachstumsperspektiven und steigende Gewinnerwartungen.
Allerdings sind diese Aspekte nicht ganz neu und ein großer Teil davon hat sich bereits in steigenden Notierungen niedergeschlagen.
Zudem wirken gerade die US-Indizes durch den jüngsten Anstieg technisch etwas überhitzt.
Eine zwischenzeitliche Korrektur oder zumindest eine Konsolidierung wäre somit alles andere als überraschend.
Dies würde vermutlich auch auf europäische Titel ausstrahlen, obwohl sich diese bereits abgekühlt haben.

Kurspotenzial bei Aktien wohl noch nicht erschöpft
Jenseits eher kurzfristiger Überlegungen besteht derzeit allerdings noch kein Anlass, sich von Aktien zu verabschieden.
So ist der DAX trotz des kräftigen Kursanstiegs fair bewertet.
DAX Chart
Der S&P 500 wirkt auf den ersten Blick teuer
Allerdings gilt es zu beachten, dass im S&P 500 Technologie- und technologienahe Titel inzwischen ein sehr hohes Gewicht einnehmen.
Traditionell wird solchen Wachstumswerten von den Anlegern eine höhere Bewertung zugebilligt.
Betrachtet man beispielsweise das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis der sogenannten „glorreichen Sieben“ im historischen Verlauf, so zeigt sich, dass dies mit einem Wert von gut 30 zwar deutlich höher als das des Gesamtmarktes ist, aber noch deutlich unter den Spitzenwerten von mehr als 40 aus den Jahren 2020 und 2021 liegt.
Damit relativiert sich die hohe Bewertung des S&P 500. Auf gleichgewichteter Basis ist er fair gepreist.
Zwar sollte der steile Anstiegswinkel nicht für das zweite Halbjahr fortgeschrieben werden, insgesamt dürfte das Kurspotenzial bei Aktien aber noch nicht erschöpft sein.
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